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Weihnachtsbaum entsorgen: Tipps und wie Sie die Tanne weiterverwenden können

Sechs Tipps  

Wohin mit dem ausgedienten Weihnachtsbaum?

28.11.2019, 10:49 Uhr | dpa , jb, t-online.de

Weihnachtsbaum entsorgen: Tipps und wie Sie die Tanne weiterverwenden können. after Christmas (Quelle: Getty Images/xril)

Müll: Wer den Weihnachtsbaum nicht ordnungsgemäß entsorgt, muss mit einem Bußgeld rechnen. (Quelle: xril/Getty Images)

Sind erst die Feiertage vorbei, landen die meisten Weihnachtsbäume auf dem Müll. Doch das muss aber nicht sein. Die Nadelbäume lassen sich auch vielseitig anders verwenden.

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum ist für viele hierzulande undenkbar. Festlich geschmückt und hell erleuchtet sorgt ein frischer Nadelbaum für heimeliges Flair. Doch wohin mit ihm, wenn die Feiertage vorüber sind? Für den Müll ist er zu schade – nicht nur, weil er meist mehr als zehn Jahre braucht, um heranzuwachsen.

1. Als Deko-Element weiterverarbeiten

Mit Fantasie und Geschick bietet der Nadelbaum Do-It-Yourself-Fans viele Optionen. Denn das Holz ist weich und eignet sich daher gut zum Schnitzen. Holzsorten wie Eiche oder Buche ist wesentlich härter und somit schwieriger zu verarbeiten. Sie können aus dem ausgedienten Tannenbaum beispielsweise einen Kleiderständer für den Flur zimmern. Dabei können die Astachsen als Haken dienen, an denen auf verschiedene Ebenen Mäntel und Jacken, Taschen, Schals und Mützen hängen.

Tipp
Für einen edleren Look können Sie den geschälten und abgeschmirgelten Stamm mit weißer Kalkfarbe bestreichen.

2. Für Tiere umfunktionieren

Stärkere Zweige lassen sich zu Sitzstangen für Vögel oder kletterfreudige Haustiere umfunktionieren. Dadurch können Sie für Abwechslung  und Bewegung im Käfig sorgen.

Auch größere Tiere freuen sich über eine derartige Abwechslung: Daher nehmen einige Wildtiergehege, Wildparks, Zoos und Förster gerne Weihnachtsbäume an – als Spielzeug oder Futter etwa für Elefanten, Kamele oder Hirsche. Wichtig ist dabei allerdings, dass die Bäume nicht chemisch behandelt und komplett abgeschmückt sind. Ob die ausrangierten Bäume willkommen sind, sollten Sie daher vorher klären.

3. Günstiger Frostschutz und Schneckenabwehr für Gartenpflanzen

Im Garten kann altes Tannen- und Fichtengrün beispielsweise Beete und Blumenkästen vor Frost schützen. Zusätzlich können Sie es als winterlichen Grabschmuck verwenden. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Baum zu schreddern und mit dem Ergebnis die Beete zu mulchen.

Eine weiterer Vorteil von Nadelbaumzweigen auf dem Beet ist, dass sie Schnecken abhalten. Die Nadeln an den Ästen pieksen die Weichtiere, sodass sie das Beet meiden. 

4. Darf der Weihnachtsbaum auf den Kompost?

Alte Zweige helfen bei der Kompostierung, vor allem wenn man dort viele Obst- und Gemüsereste entsorgt. Küchenabfälle enthalten oftmals viel Feuchtigkeit und sind daher eher matschig. Mit den Nadelbaumästen als strukturierendes Material wird der Kompost besser durchlüftet und zersetzt sich besser. Ist Ihr Kompost zu trocken, sorgen die Überreste von Apfel, Karotte und Kartoffel dafür, dass die trockenen Zweige und Nadeln wieder feucht werden und besser von den zersetzenden Organismen angenommen werden.

Allerdings ist nicht jeder Weihnachtsbaum für den Kompost geeignet. Am besten verwenden Sie hierfür nur Bäume aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen oder aus ökologischer Waldwirtschaft. Dadurch verhindern Sie, dass Sie mit der Unterbringung des Kompost als Dünger zusätzlich ungewollt die Pestizide in die Erde gelangen. Eine Übersicht zu FSC-zertifizierten Forstbetrieben und Baumschulen sowie Gärtnereien und Höfen, die nach Bio-Richtlinien produzieren, gibt es bei der Umweltschutzorganisation Robin Wood.

5. Kann ich den Tannebaum im Kamin oder Ofen verfeuern?

Sie können Ihren ausgedienten Nadelbaum auch verfeuern. Dafür sollten Sie das Holz allerdings so lange richtig ablagern, bis es trocken ist. Rechnen Sie mit mindestens zwei bis drei Jahren Lagerung. Zu frisches Holz kann aufgrund der noch enthaltenen Restfeuchte zu viel Rauch erzeugen. Das ist schädlich sowohl für die Gesundheit als auch für die Umwelt.

6. Gesunde Tees und Aufgüsse

Nicht nur das Holz, auch die Nadeln, können Sie weiterverwenden. Wichtig ist auch hierbei wieder, dass der Baum unbehandelt ist. 

  1. Für den Tee können Sie die Nadeln von Fichten- oder Kieferbäumen absammeln.
  2. Schneiden Sie anschließend etwa einen Teelöffel hiervon sehr fein.
  3. Geben Sie alles in ein Teesieb. 
  4. Gießen Sie die Nadeln mit kochendem Wasser auf und lassen alles für etwa zwei Minuten ziehen.

Aufgrund der beruhigenden und zugleich schweißtreibenden Wirkung ist dieses Heißgetränk besonders in der Erkältungszeit sehr beliebt und nützlich. 

7. Alten Baum bei den Sammelstellen entsorgen

Wer keine Möglichkeit hat, den Baum selbst zu verwenden, kann ihn entsorgen lassen – von Pfadfindergruppen, der Freiwillige Feuerwehr oder etwa Entsorgungsbetrieben. In vielen Städten und Gemeinden sammeln sie die Bäume kurz nach dem Jahreswechsel ein.

Auch Recyclinghöfe oder Annahmestellen für Grünschnitt nehmen die Bäume ab. Dort werden sie meist geschreddert und kompostiert. Mancherorts kann man Nadelbäume über die Biotonne entsorgen – aber längst nicht überall. Am besten informieren Sie sich vorab, ob Sie Ihren alten Baum vorbeibringen können.


Illegale Entsorgung kann bis zu 300 Euro kosten

Den ehemaligen Weihnachtsbaum im Wald zu entsorgen, ist die schlechteste Lösung. Zum einen können die Chemikalien am Baum auch hier ins Erdreich gelangen, zum anderen zersetzt er sich nur sehr langsam. Darüber hinaus ist diese Art der Entsorgung nicht erlaubt. Es drohen Bußgelder von bis zu 300 Euro.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • PEFC
  • Deutscher Wildgehege Verband
  • Verbraucherzentrale NRW
  • BUND 
  • Geo
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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