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Sperrmüll-Entsorgung: Was ist erlaubt und was verboten?

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Unterschiedliche Regeln  

Sperrmüll-Entsorgung: Was ist erlaubt und was verboten?

Von Jennifer Buchholz

03.09.2018, 09:57 Uhr
Sperrmüll-Entsorgung: Was ist erlaubt und was verboten?. Plüschtier - Sperrmüllentsorgung in der Bleckenburgstrasse nach dem Hochwasser im Stadtteil Buckau in Magdeburg (Sachsen Anhalt) (Quelle: imago/Christian Schroedter )

Sperrmüll: Sperrmüll muss beim Ordnungsamt angemeldet werden. (Quelle: imago/Christian Schroedter )

Der Dachboden ist voll, der Keller kaum noch begehbar und das alte Sofa hängt seit Jahren durch? Mit einer Sperrmüll-Entsorgung verbannen Sie allen Unrat aus den eigenen vier Wänden, der zu groß für die Mülltonne ist. Welche Kosten entstehen und wie die Rechtslage zum Thema lautet.

Sperrmüllentsorgung: Wann und wo?

Als Anwohner können Sie ein Entsorgungsunternehmen bestellen, das Möbel wie Sofa, Kleiderschrank, die alte Matratze und ähnliches abholt. In der Regel vereinbaren Sie hierfür einen Abholtermin und stellen Ihre zu entsorgenden Gegenstände vor dem Haus ab.

Doch was bedeutet "vor dem Haus" rechtlich gesehen? Es gibt keine bundeseinheitliche Regelung, wo und wann Sie Ihren Sperrmüll abstellen dürfen. Während die eine Gemeinde das Abstellen an der Straße erlaubt, ist es bei der anderen nur auf dem Gehweg erlaubt. Informieren Sie sich vor der Entsorgung über die Details in Ihrer Gemeinde oder dem Ordnungsamt – auch über den Zeitraum, wann der Müll nach draußen darf. Auf die Straße gestellt werden darf der Müll laut StVO nicht. Es handelt sich sonst um eine Ordnungswidrigkeit wegen Verkehrsgefährdung.

Die meisten Menschen in Deutschland platzieren ihren Sperrmüll bereits einen oder zwei Tage vor dem Termin an Ort und Stelle. Dabei darf der Müll fast überall erst am Tag der Abholung um 6 Uhr morgens hinaus geräumt werden, frühestens jedoch am Vortag ab 20 Uhr.

Sperrmüllkosten: Wer zahlt wie viel?

Nicht in jeder Stadt oder Gemeinde ist Sperrmüll entsorgen kostenlos. In einigen Orten gibt es feste Termine, an denen die Gegenstände kostenfrei abgeholt werden. Wenn Sie als Anwohner außerhalb dieses Termins Sperrmüll anmelden, müssen Sie in der Regel zahlen.

In anderen Städten müssen Sie den Sperrmüll immer selbst anmelden. Aber auch hier gibt es Unterschiede: Manche Kommunen entsorgen Ihren Sperrmüll einmal pro Jahr umsonst, andere verlangen eine Gebühr. Abgerechnet wird meist nach Menge, wobei die Kosten je nach Gemeinde und Entsorgungsunternehmen variieren. Die Entsorgungskosten der erste Kubikmeter Sperrmüll liegen zwischen 30 und 50 Euro. Jeder weitere Kubikmeter kostet im Schnitt fünf Euro. Für Container werden im Schnitt 220 bis 1.000 Euro in Rechnung gestellt.

Sperrmüll- und Entrümpelungskosten fallen laut "Stiftung Warentest" nicht unter die Betriebskosten. Die Ausnahme: Der Vermieter sorgt für eine geregelte Abfuhr und bietet den Mietern einen Platz an, wo sie ihren Sperrmüll lagern. Nahmen die Mieter das Angebot jedoch nicht wahr, müssen sie laut mein-mietrecht.de auch nicht zahlen.

Kosten für die Straßenreinigung und Müllbeseitigung darf der Vermieter gemäß Betriebskostenverordnung (§ 2 Ziffer 8 BetrKV) dagegen umlegen. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) fällt darunter auch Sperrmüll, den Mieter unberechtigt auf Gemeinschaftsflächen abstellen (Aktenzeichen: VIII ZR 137/09). 

Wie viel Sperrmüll ist erlaubt?

Auch die Menge des Sperrmülls ist begrenzt und je nach Ort unterschiedlich geregelt. So ist in manchen Gemeinden die Rede von "haushaltsübliche Mengen", anderswo darf nicht mehr als eine Zimmereinrichtung abgestellt werden. Einige Gemeinden betrachten nur bewegliche Gegenstände als Sperrmüll. Erkundigen Sie sich vorab, welche Gegenstände Sie als Sperrmüll herausstellen dürfen. Auch müssen die Gegenstände gut erreichbar sein, damit sie leicht abgeholt werden können.

Alternativen zur Entsorgung vor dem Haus

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde am besten auch direkt über Alternativen zur klassischen Sperrmüllentsorgung. Vielerorts gibt es speziell für den Sperrmüll eingerichtete Sammelplätze, sodass Anwohner nicht Straßen und Gehwege zustellen müssen. Weitere Alternativen bieten Recycling- oder Wertstoffhöfe. Vorteilhaft ist hier die kostenlose Entsorgung. Der Nachteil ist, dass Sie Ihren Sperrmüll selbst hinbringen müssen.

Sperrmüll über den Hausmüll entsorgen

Zuletzt haben Sie die Option, Ihren Sperrmüll selbstständig mithilfe eines Schredders zu zerkleinern. Zerkleinert können Sie ausgediente Möbel dann auch im Restmüll entsorgen. Achten Sie darauf, dass nicht alles in den Müll darf. Insbesondere umweltgefährdende Gegenstände wie Computer oder Batterien gehört nicht in die Restmülltonne.

Laut vieler Gemeinden dürfen folgende Gegenstände nicht in den Sperrmüll wandern: 

  • sanitäre Anlagen
  • Kühlschränke
  • Bauschutt
  • Elektrogeräte

Fragen Sie hier im Zweifel ebenfalls bei Ihrer Gemeinde nach.

Darf man fremden Sperrmüll mitnehmen?

Die wenigsten Menschen stört es, wenn Sammler sich an ihrem Sperrmüll bedienen. Rechtlich gesehen handelt es sich aber um Diebstahl. Der Grund: Sperrmüll ist nicht rechtfrei, sondern gehört – sobald er auf der Straße steht – dem zuständigen Abfallunternehmen. In manchen Orten ist der Eigentümer so lange dafür verantwortlich, bis das Entsorgungsunternehmen den Müll einlädt.

Tipp
Wenn Sie etwas mitnehmen möchten, fragen Sie am besten vor Ort nach. Zerstören Sie keine Gegenstände und hinterlassen Sie keine Unordnung.

Verwendete Quellen:
  • eigen Recherche


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