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Zehn Fakten zum Grillen – Vor oder nach dem Braten salzen?

Zehn Grill-Fakten  

Grillschalen: Notwendig oder unnötiger Schnickschnack?

04.08.2019, 17:58 Uhr | msh, t-online.de, dpa-tmn

Zehn Fakten zum Grillen – Vor oder nach dem Braten salzen? . Aluschalen auf dem Grill: Grillschalen sollen vermeiden, dass Säfte und Fett in die Glut tropfen.  (Quelle: imago images/blickwinkel)

Aluschalen auf dem Grill: Grillschalen sollen vermeiden, dass Säfte und Fett in die Glut tropfen. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Nicht alles, was beim Grillen mit Steak und Wurst angestellt wird, ist wirklich gut und gesund. Auch bei vermeintlichen Grill-Profis halten sich hartnäckig einige Mythen. Damit nichts schief geht, sollten Sie diese zehn Grillfakten kennen.

Beim Grillen kann mit ein paar einfachen Tricks das Essen noch besser werden. Was Sie beachten sollten und was es zu vermeiden gilt – zehn Fakten zum Grillen.

Reicht Billigkohle oder muss man etwas mehr ausgeben?

Am Preis allein lässt sich gute Kohle nicht erkennen. Aber an der Farbe! Hochwertige Kohle hat eine gleichmäßige, tiefschwarze Färbung. Die Stiftung Warentest rät: Achten Sie beim Kauf auf das DINplus Zeichen und das FSC Siegel. Noch besser ist Holzkohle, die aus heimischen Hölzern wie Buche oder Eiche hergestellt wurde.

Der Anzündkamin: notwendig oder überflüssiges Zubehör?

Holzkohle und Briketts sind schwer entflammbar und brauchen Zündhilfen. Von Eierkartons oder Zeitungspapier als Anzündhilfe raten Grillprofis ab. Reststückchen und Asche können durch die Luft wirbeln, Nachbarn und Gäste belästigen und sogar ungewollt Feuer entzünden. Ökologische Anzünder, sogenannte "Wollmäuse", Paraffin- oder Flüssig-Anzünder sind besser geeignet. Bei den beiden letzteren kommt es aber unter Umständen zu Geruchsbelästigungen. Sie müssen zudem vollständig verbrannt sein, bevor man mit dem Grillen beginnt.

Für Profis ist ein Anzündkamin ein absolutes Must-have: Die Kohle kommt in den Kamin, der Anzünder wird entfacht und der Kamin darüber gestellt. Nach kurzer Zeit ist der Anzünder aufgebrannt und die unterste Kohleschicht entzündet. Durch den Kamineffekt werden die oberen Schichten auch entzündet. Nach etwa 30 Minuten sollten alle Kohlen glühen.

Mariniertes Fleisch kaufen oder selber marinieren?

Verbraucherschützer raten vom Verzehr von Fertigprodukten ab. Denn unter einer Marinade lässt sich leicht minderwertiges Fleisch verstecken. Zudem weiß man nicht, welche Stoffe – Aromen, Geschmacksverstärker oder färbende Stoffe – in der Marinade stecken. Wer selbst mariniert, weiß was drin ist und spart meist noch Geld. Sowohl bei selbst mariniertem Fleisch als auch Gekauftem gilt: Zu viel Marinade mit Küchenkrepp abtupfen. Fallen Tropfen in die Glut entstehen ungesunder Rauch und Stichflammen.

Zum selbst marinieren empfiehlt Elmar Hör vom Grillsportverein Suaris den sogenannten "Magic Dust". Diese Gewürzmischung kann man fertig kaufen oder selber mischen – aus süßem Paprikapulver, braunen Zucker, Meersalz, grobem Pfeffer, granuliertem Knoblauch, Senfpulver und für die, die es schärfer mögen, noch Cayenne- und Chilipulver.

Vor oder nach dem Braten salzen?

Sicher haben Sie auch schon mal gehört, dass man Fleisch nur nach dem Braten salzen darf, da es sonst austrocknet. Das stimmt so nicht. Wird das Fleisch vor dem Auflegen gesalzen, bekommt es eine schöne Kruste. Probieren Sie unbedingt mal ein gutes, unbehandeltes Meersalz. Das lohnt sich besonders, wenn das Fleisch erst nach dem Grillen gesalzen wird.

Müssen Aluschalen beim Grillen sein?

Aluschalen auf dem Grill: Grillschalen sollen vermeiden, dass Säfte und Fett in die Glut tropfen.  (Quelle: imago images/blickwinkel)Aluschalen auf dem Grill: Grillschalen sollen vermeiden, dass Säfte und Fett in die Glut tropfen. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Grillschalen sollen verhindern, dass Fett und Saft in die Glut tropfen und dadurch krebserregendes Benzpyren entsteht. Doch Profis grillen ohne Aluschalen. Laut Stiftung Warentest sind sie unnötig und teuer. Besser ist es, mehrere Temperaturzonen einzurichten oder indirekt zu grillen.

Brennendes Fleisch mit Bier löschen: Richtig oder brandgefährlich?

Stichflammen auf dem Grill werden häufig spontan mit Bier gelöscht. Doch dies ist in keinem Fall eine gute Idee. Das Bier wirbelt Asche auf, es spült die Gewürze vom Fleisch und die aufsteigenden Rauchwolken enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die als krebserregend gelten. Besser ist es, das "brennende" Grillgut einfach zur Seite zu ziehen. Statt es mit Bier abzulöschen, können Sie das Fleisch darin marinieren.

Grillgabel oder Grillzange?

Nur Würstchen vertragen es, wenn man mit einer Grillgabel in sie hinein piekt. Danach platzen sie nicht mehr so leicht. Fleisch hingegen wird trocken, weil der Fleischsaft austritt. Bei Steaks macht man lieber einen Drucktest. Auch empfindliches Grillgut wie Burger oder Fisch zerfallen leicht, wenn man mit einer Grillgabel arbeitet. Eine Grillzange oder ein flacher Wender sind besser geeignet.

Drehen bis einem schwindlig wird?

Grillen mit Grillzange: Das häufige Wenden von Grillgut wird nicht empfohlen. (Quelle: imago images/Westend61)Grillen mit Grillzange: Das häufige Wenden von Grillgut wird nicht empfohlen. (Quelle: Westend61/imago images)

Schaut man den Grillprofis zu, stellt man fest, dass sie ihre Steaks nur einmal wenden. Gerade bei Rindersteaks ist es wichtig, dass man erst die eine und dann die andere Seite stark anbrät. So entsteht die schöne Kruste. Der richtige Zeitpunkt zum Wenden ist gekommen, wenn auf der Oberfläche des Fleisches Saft austritt. Dicke Steaks lässt man nach dem Anbraten dann in einer nicht so heißen Zone des Grills (indirekte Hitze) fertig garen.

Damit alles gleichmäßig durch ist, muss man drei Temperaturzonen schaffen. Dafür werden Kohle oder Briketts in Treppenform angeordnet. Zum Anbraten von Rind etwa beginnt man über der obersten Stufe, wo es am heißesten ist. Dann wandert das Angegrillte auf die mittlere Stufe. Mit Würstchen ist es umgekehrt.

Fertig gegartes Fleisch anschneiden?

Wird Fleisch angeschnitten, passiert das gleiche, wie wenn man mit der Gabel hineinsticht: Der Fleischsaft läuft aus und das Fleisch wird trocken. Am besten lässt sich der Garzustand von Fleisch mit einem Fleischthermometer ermitteln. Haben Sie kein Thermometer, nehmen Sie die Hand und drücken Sie Ihr Steak.


Vom Rost in den Mund?

Runter vom Grill, rauf auf den Teller und verspeisen. So besser nicht, denn das verhindert, dass der Fleischsaft sich wieder im Fleisch verteilen kann. Schneiden Sie Ihr Steak nicht direkt nach dem Grillen an, sondern lassen Sie es noch ein paar Minuten ruhen. Am besten in Alufolie gewickelt. Das Fleisch entspannt sich und die Säfte können sich wieder verteilen. Besonders saftig schmeckt ein Steak, wenn man es nach dem Ruhen mit etwas Butter oder Olivenöl beträufelt.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

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