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Wie kommt es zu "Spargel-Pipi"? Sieben Fakten über Spargel

Sieben spannende Fakten  

Wie kommt es zu "Spargel-Pipi"?

28.04.2019, 14:25 Uhr | t-online.de, sah, dpa

Wie kommt es zu "Spargel-Pipi"? Sieben Fakten über Spargel. Spargel: Das Gemüse ist nur dann weiß, wenn kein Licht an den Trieb kommt. Grüne Stangen wachsen komplett oberirdisch. (Quelle: Getty Images/beats3)

Spargel: Das Gemüse ist nur dann weiß, wenn kein Licht an den Trieb kommt. Grüne Stangen wachsen komplett oberirdisch. (Quelle: beats3/Getty Images)

"Spargel-Pipi" kennen viele. Aber warum riecht es bei manchen nach dem Genuss von Spargel streng und bei anderen nicht? Welche unterschiedlichen Spargelvorlieben gibt es im Osten und Westen – und was ist eigentlich roter Spargel?

Über Spargel ist alles gesagt? Von wegen! In der Saison 2019 erwartet uns ein Power-Spargel. Weil Spargel eine Steppenpflanze ist, war das Wetter 2018 ganz nach seinem Geschmack: heiß und trocken, mit einem fast endlos langen Sommer. Da konnten die Pflanzen viel Energie tanken, die sie jetzt rauspowern. 

1. "Spargel-Pipi" liegt in den Genen

Nach dem Spargelgenuss folgt für viele der unangenehme Teil: Schätzungen zufolge rümpft etwa jeder Zweite nach dem Spargelessen beim Toilettengang die Nase. Forschern zufolge wandelt bei ihnen ein bestimmtes Enzym im Körper die enthaltene Asparagusinsäure in geruchsintensive, schwefelhaltige Abbauprodukte um. Wer "Spargelurin" bildet und wer nicht, liegt also in den Genen.

Bereits 15 Minuten nach dem Spargelverzehr beginnt der Urin zu riechen. Hier hilft nur, viel zu trinken. Das verdünnt den Urin und unterstützt die Ausscheidung der geruchsbildenden Stoffe. Wer das Enzym hat, bei dem bildet sich der strenge Uringeruch sowohl bei grünem als auch bei weißem Spargel.

2. Es gibt auch roten Spargel

Neben weißem, grünem und violettem Spargel gibt es mittlerweile neue Sorten, die jetzt auch rötlich schimmern. Der rote Spargel ist im Geschmack etwas süßlicher als der weiße.

Spargel ist nur dann weiß, wenn kein Licht an den Trieb kommt. Bauern, die weißen Spargel anbauen, schütten den Sandboden deshalb zu Bänken auf, um ihn vor Sonnenlicht zu bewahren. Bei violetten Spitzen bekommt der Spargel kurz Licht ab. Grüne Stangen wachsen komplett oberirdisch und bekommen ihre Farbe durch Photosynthese. Sie haben mehr Vitamin C.

3. So langsam wächst Spargel

Eine Spargelpflanze bringt durchschnittlich 14 Stangen pro Jahr hervor. Zu Saisonbeginn wächst eine Stange rund einen Zentimeter pro Tag, in der Hauptsaison bis zu sieben Zentimeter. Je langsamer der Spargel wächst, desto kräftiger ist er. Damit wird aber auch die Gefahr größer, dass er holzig wird. Wenn der Spargel schneller wächst, hat er ein feineres Aroma.

Spargel: Die Saison ging bereits Ende März los, auf dem Grill ist das Kaisergemüse der Hit. (Quelle: dpa)

4. Spargelvorlieben im Osten und Westen

"Der Osten mag es öfter mit Schnitzel, Butter und Semmelbrösel, im Westen wird Spargel lieber mit Schinken und Sauce Hollandaise gegessen", hat Carola Ernicke, Geschäftsführerin der Erzeugerorganisation Spargel und Beerenfrüchte aus der Beelitzer Spargelregion, beobachtet.

Auf rund 25 Prozent der deutschen Gemüseanbauflächen wächst Spargel. Kein anderes Gemüse hat mehr. "Damit ist Deutschland Spitzenreiter in Europa", sagt Simon Schumacher, Geschäftsführer des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer in Bruchsal. Er kann gar nicht verstehen, warum die Deutschen je "Krauts" genannt wurden: "Spargelis oder Asparaguts wäre viel treffender gewesen."

5. Spargel war schon im alten Ägypten beliebt

Schon die alten Ägypter sollen die Vorzüge des Spargels zu schätzen gewusst und ihn als "Speise der Götter" verehrt haben. Auch Griechen und Römer lernten das edle Gemüse bald zu würdigen – als Delikatesse ebenso wie als Aphrodisiakum.

Für Ärzte wie Hippokrates hatte seine harntreibende Wirkung überdies medizinischen Nutzen. Außerdem gilt Spargel als gesund, denn er enthält viel Vitamin A und C sowie Folsäure.

6. Der beste Wein zum Spargel

Spargel verträgt sich nicht so gut mit Säure. Das Stangengemüse kann im Zusammenspiel mit einem Riesling sogar leicht metallisch schmecken. Trinken Sie stattdessen besser einen Silvaner Weißwein zum Spargel. Seine kräutrige, herbe Frucht passt sehr schön zum leicht bitteren Spargel.

7. Letzter Spargeltag 

Egal, wann die Saison beginnt, sie endet immer am 24. Juni. Das ist der Johannistag. Nach Johanni beginnen die Spargelpflanzen, wieder Kraft zu sammeln und bilden keine neuen Stangen mehr aus.

Mit einer Volksweisheit können Sie sich das Ende der Spargelsaison gut merken: "Bis Johanni nicht vergessen: Sieben Wochen Spargel essen!" Und auch eine Bauernregel erinnert daran: "Kirschen rot – Spargel tot!"

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Nachrichtenagentur dpa

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