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"Trinkwasserqualität zu sichern, wird immer mühsamer"

  • Silke Ahrens
Von Silke Ahrens

Aktualisiert am 16.08.2019Lesedauer: 2 Min.
Leitungswasser: Trinkwasserqualität zu erreichen, wird immer aufwendiger.
Leitungswasser: Trinkwasserqualität zu erreichen, wird immer aufwendiger. (Quelle: naumoid/getty-images-bilder)
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Nitrat und andere Stoffe im Wasserkreislauf erschweren die Sicherung der Trinkwasserqualität. Müssen wir deshalb bald mehr für unser Leitungswasser zahlen? Eine Expertin gibt Auskunft.

Die Wasserqualität in Deutschland beschäftigt viele Menschen, denn der Nitratgehalt im Grundwasser übersteigt in einigen Regionen seit Jahren den zulässigen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Die EU-Kommission droht Deutschland deswegen mit der bereits zweiten Klage.

Problematisch ist das Überschreiten der Grenzwerte, weil das Trinkwasser in Deutschland zu 70 Prozent aus Grund- und Quellwasser gewonnen wird und die Grundwasserressourcen daher eine besondere Bedeutung für die Trinkwasserversorgung in Deutschland haben.

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"Trinkwasserqualität zu sichern, wird immer mühsamer"

"Trinkwasser ist ein kostbares und das am strengsten kontrollierte Lebensmittel. Wir achten sorgsam darauf, dass gesetzliche Vorgaben und Grenzwerte eingehalten werden. Trinkwasser kann bedenkenlos getrunken werden. Durch die Landwirtschaft und andere Akteure kommen Einträge wie Nitrat in den Wasserkreislauf, die dort nicht hineingehören. Die gesetzliche Trinkwasserqualität zu sichern, wird deshalb immer mühsamer. Die Reinigung ist aufwendig und teuer", erklärt Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), dessen Mitglieder mehr als 90 Prozent der Deutschen mit Trinkwasser versorgen.

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Katherina Reiche: Sie ist Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen.
Katherina Reiche: Sie ist Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen. (Quelle: VKU/Chaperon)

Wenn zuverlässige Trinkwasserversorgung aber aufwendiger wird, könnte auch das Wasser teurer werden. Das möchte die VKU verhindern. "Daher setzen wir uns dafür ein, dass das gesetzlich vorgegebene Vorsorge- und Verursacherprinzip stärker eingehalten wird. Diese rechtlichen Grundsätze des europäischen und deutschen Umweltrechts besagen, unsere Gewässer von Anfang an vor schädlichen Einträgen zu schützen. Und diejenigen, die Gewässereinträge verursachen, sollen an den Reinigungskosten beteiligt werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch: Es ist einfach besser, wenn unerwünschte Stoffe erst gar nicht in den Wasserkreislauf gelangen", so Reiche. Das gelte nicht nur für Einträge der Landwirtschaft oder der Pharmaindustrie, sondern auch für andere Stoffe, Restmengen und Abfälle, die Verbraucher über ihre Toilette beseitigen würden.

Diese Stoffe gehören nicht in die Toilette

"Es ist schon erstaunlich, was so alles über die Toilette entsorgt wird. Wir setzen hier auf Aufklärung und Sensibilisierung sowie Verantwortungsbewusstsein des Verbrauchers", sagt Reiche. "Über die Toilette gelangen Dinge in den Wasserkreislauf, die nur mit großem technischen Aufwand und enormen Zusatzkosten in den Klärwerken entfernt werden können."

Folgendes darf nicht über das WC entsorgt werden:

  • Medikamente
  • WC- und Babyfeuchttücher
  • Farben, Lacke, Lösungsmittel und Chemikalien
  • Textilien
  • Wattestäbchen- und pads
  • Rasierklingen
  • Hygieneartikel
  • Windeln
  • Katzenstreu
  • Kunststoffe
  • Zigarettenkippen
  • Speisereste, Fette und Öle

"Wichtig ist, dass wir alle sorgsam und verantwortungsvoll mit Wasser umgehen", betont Reiche. "Es ist eine kostbare Ressource und das Lebensmittel Nummer eins."

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