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Hat der Einkaufschip bald ausgedient?

Von t-online, cch

Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Einkaufswagen mit Einkaufschip: Kunden könnten schon bald Einkaufswagen mit ihrem Smartphone entriegeln.
Einkaufswagen mit Einkaufschip: Kunden könnten schon bald Einkaufswagen mit ihrem Smartphone entriegeln. (Quelle: blickwinkel/getty-images-bilder)
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Mehrere Unternehmen haben Pfandschlösser für den Einkaufswagen entwickelt, die sich ganz ohne Münze oder Chip entriegeln lassen. Kunden benötigen dafür ein Smartphone und eine entsprechende App.

Der amerikanische Geschäftsmann Sylvan Goldman stellte 1937 der Öffentlichkeit eine Erfindung vor, die heute aus Supermärkten kaum noch wegzudenken ist: den Einkaufswagen. Seine Idee entwickelte die amerikanischen Erfinderin Orla E. Watson weiter. Für Deutschland sicherte sich Rudolf Wanzl in den 1950ern die ersten Patente, heute gilt sein Konzern aus Leipheim als Weltmarktführer. Nun arbeitet sein Unternehmen an einer smarten Erweiterung, die den Einkaufschip obsolet machen könnte.

Kunden scannen einen QR-Code und öffnen so das Schloss

Digitales Pfandschloss: Diese Einkaufswagen lassen sich mit dem Smartphone entsperren. Eine Münze oder einen Chip benötigen Kunden dafür nicht mehr.
Digitales Pfandschloss: Diese Einkaufswagen lassen sich mit dem Smartphone entsperren. Eine Münze oder einen Chip benötigen Kunden dafür nicht mehr. (Quelle: Wanzl/JustTec)

Das Unternehmen will einen Einkaufswagen einführen, dessen Schloss Verbraucher mithilfe einer App öffnen können. Dafür brauchen sie nur einen am Wagen angebrachten QR-Code scannen, die App installieren beziehungsweise öffnen und schon entsperrt sich der Wagen – per Bluetooth. Danach können sie ihr Handy in einer Halterung am Einkaufswagen verstauen. Das System wurde bereits bei verschiedenen Supermärkten getestet.

Bisher können die Einkaufswagen über die zugehörige App "Tap&Shop" von ihrer Kette gelöst werden. Laut "chip.de" lässt sich die nötige Software aber in jede Supermarkt-App integrieren. Damit Kunden einen Anreiz haben, den Einkaufswagen nach der Nutzung zurückzustellen, kann in der App ein kleines Dankeschön erscheinen, etwa in Form eines Coupons für den nächsten Einkauf. Das berichtet das Handelsmagazin "stores + shops" des EHI Retail Institute.

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Wanzl rechnet damit, dass es noch "ein paar Jahre" dauert, bis sich per App auslösbare Einkaufswagen flächendeckend durchsetzen, berichtet "chip.de".

Übrigens soll die Einkaufswagenmünze nicht nur bewirken, dass Menschen den Wagen nicht einfach mit nach Hause nehmen. "Sie soll vielmehr dafür sorgen, dass die Einkaufswagen ordentlich und eigenständig durch den Einkäufer aufgereiht werden", erklärt Klaus Meier-Kortwig, Vorsitzender der Wanzl-Geschäftsführung, im Gespräch mit t-online. Das eigene Handy hätte natürlich eine ähnliche Wirkung.

Digitales Pfandschloss: Mit dem Smartphone können Supermarkt-Kunden einen QR-Code scannen und so das Pfandschloss entriegeln.
Digitales Pfandschloss: Mit dem Smartphone können Supermarkt-Kunden einen QR-Code scannen und so das Pfandschloss entriegeln. (Quelle: Wanzl/JustTec)

Alternative Pfandschlösser, die sich per NFC öffnen lassen

Ein ähnliches smartes Pfandschloss wie das von Wanzl bietet auch das Unternehmen Geck aus dem Sauerland an. Das elektronische Schloss "Gecktec" lässt sich ebenfalls per App, aber via NFC-Technologie entriegeln. Nach eigenen Aussagen handelt es sich dabei um "das weltweit erste smarte batteriefreie Pfandschloss für Einkaufswagen". Supermärkte, die den Einkaufswagen einsetzen, können festlegen, dass sich das Pfandschloss nur während der Öffnungszeiten öffnen lässt. Zudem lässt sich durch die App nachvollziehen, wenn ein Kunde den Einkaufswagen nicht zurückbringt.

Systec POS-Technology, ein Hersteller von Einkaufswagenzubehör, beschäftigt sich ebenfalls mit dem smarten Entriegeln der Einkaufshilfe. Das von diesem Unternehmen entwickelte Schloss lässt sich ebenfalls via NFC-Verbindung öffnen und schließen. Dafür muss der Kunde sein Smartphone wie beim kontaktlosen Bezahlen kurz auf den Griff des Wagens legen.

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Das klassische Pfandschloss, das sich mit einer Münze oder einem Einkaufschip entriegeln lässt, wird trotz der smarten Neuerungen aber wohl nicht ganz so schnell ausgedient haben. Denn gerade ältere Menschen haben mit digitalen Lösungen noch ihre Probleme und benötigen die klassische Variante. Aber vielleicht bezeichnen Verbraucher das digitale Pfandschloss schon in einigen Jahrzehnten ebenfalls als Erfindung, die sich kaum mehr wegdenken lässt.

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Von S. Simonsen, R. Zahlmann, N. Lindken
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