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Stillen: So schadet Alkohol in der Stillzeit dem Baby

Stillen  

Kurbelt Sekt die Milchproduktion an? So wirkt die Muttermilch "mit Schuss"

24.11.2014, 09:11 Uhr | mmh, tze, t-online.de

Stillen: So schadet Alkohol in der Stillzeit dem Baby. Schadet Alkohol während der Stillzeit dem Baby?  (Quelle: imago images/CTK Photo)

Schadet Alkohol während der Stillzeit dem Baby? (Quelle: CTK Photo/imago images)

Während der Schwangerschaft ist Alkohol tabu - doch wie ist es in der Stillzeit? Viele Frauen sind unsicher, ob ein Gläschen Sekt oder Wein zu einem besonderes Anlass erlaubt ist oder ob "Muttermilch mit Schuss" dem Baby schadet. Wir erklären, wie sich Alkohol auf das Stillen und die Gesundheit des Babys auswirkt.

Ein wirkliches Ammenmärchen ist, dass Sekt den Kreislauf und die Milchproduktion ankurbelt. Im Gegenteil: Es wird weniger Milch produziert und sie fließt auch noch verzögert. Schon in geringen Mengen hemmt Alkohol bei der Mutter die Ausschüttung des Hormons Oxytocin, das für den Milchfluss zuständig ist. In der Folge bekommt das Kind weniger Milch. Außerdem steigt bei mehrmaligem Alkoholkonsum das Risiko von Milchstau und Brustentzündungen.

So schadet der Alkohol dem Kind

Die Leber des Babys arbeitet noch nicht so wie die eines Erwachsenen. Bekommt das Baby also über die Muttermilch Alkohol, hält dessen Wirkung länger an. Alkohol wirkt wie Gift. Das Babyherz muss schneller und heftiger schlagen, um damit fertig zu werden, und das ist purer Stress für den kleinen Körper. Auch der Schlaf wird beeinträchtigt, denn unter Alkoholeinfluss schlafen Babys kürzer und weniger tief.

Besser kein Alkohol in der Stillzeit

"Für die Gesundheit von Mutter und Kind ist es am sichersten, in der Stillzeit auf den Konsum von alkoholischen Getränken zu verzichten. Dies gilt insbesondere für die Zeit, in der das Baby ausschließlich gestillt wird", empfiehlt die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Falls es doch mal ein Gläschen sein muss

Falls sich stillende Mütter das Glas Sekt zu Silvester oder bei einem Geburtstag doch nicht verkneifen wollen, geben sie ihrem Baby am besten kurz vorher die Brust. Danach sollten sie sich mindestens ein bis zwei Stunden Zeit lassen bis zum nächsten Stillen. Dann sei der Alkohol in ihrem Blut und in der Muttermilch größtenteils abgebaut.

Alkoholabbau braucht bei Frauen mehr Zeit

Etwa 30 bis 60 Minuten braucht der Alkohol, bis er die höchste Konzentration im Blut und in der Muttermilch erreicht, je nachdem, ob auf man nüchternen Magen oder während einer Mahlzeit trinkt. Wichtig zu wissen: Frauen bauen Alkohol langsamer ab als Männer, das liegt am Körperfettanteil und am Östrogen. In einer Stunde baut der Körper bei Männern etwa 0,1 und bei Frauen etwa 0,085 Promille ab. Das wäre bei einer normalgewichtigen, mittelgroßen Frau pro Stunde nicht mal ein halbes Glas Bier (0,1 Liter).

Der Alkoholgehalt von Sekt ist etwa doppelt so hoch wie der von Bier. Trinkt eine Frau mit 60 Kilogramm Körpergewicht ein Glas Sekt (0,1 Liter), beträgt die Blutalkoholkonzentration 0,26 Promille und der Körper benötigt fast drei Stunden, um den Alkohol abzubauen. Also sollten sich stillende Frauen auf ein paar Schlückchen zum Anstoßen beschränken.

Falls das Baby allerdings noch keinen festen Stillrhythmus hat, sondern in kurzen Intervallen kleine Mengen trinkt, sollten Frauen grundsätzlich auf Alkohol verzichten.

Während der Stillzeit das Richtige trinken

Stillende Mütter müssen viel trinken, aber das Richtige: Anis-Fenchel-Kümmel-Tee beispielsweise ist der klassische Stilltee, gut für die Milchbildung und die Verdauung des Babys. Immer gut ist auch Wasser. Meiden sollten Mütter außer Alkohol auch Kaffee, schwarzen Tee, Cola und andere koffeinhaltigen Getränke.

Nach Alkoholgenuss nie das Baby mit ins Bett nehmen

Nehmen Eltern ihr Baby mit ins eigene Bett, sollte sicherheitshalber kein Elternteil vorher Alkohol getrunken haben. Alkohol schränkt die Reaktionsfähigkeit ein und lässt Eltern so tief schlafen, so dass sie die Bedürfnisse ihres Kindes möglicherweise nicht mehr richtig wahrnehmen könnten.

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