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Frauentag 2021: Infos zum 8. März – Feiertag & Bedeutung

Wissen zum 8. März  

Weltfrauentag: Das ist die Geschichte des Kampftags

02.03.2021, 11:11 Uhr | cch, t-online

Zum Weltfrauentag: 100 Jahre Frauenbewegung in Deutschland

Der Kampf um Frauenrechte ist Jahrhunderte alt. Als Erinnerung daran findet jedes Jahr am 8. März der Weltfrauentag statt. (Quelle: t-online.de)

(Quelle: t-online.de - Reuters - Getty - Imago)


Seit über 100 Jahren gibt es den Internationalen Frauentag. Auch wenn sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft bereits gewandelt hat, wird der Tag dafür genutzt, um auf bestehende globale Probleme aufmerksam zu machen.

Bis 1958 durften Frauen ohne die Einwilligung ihres Ehemanns kein eigenes Bankkonto eröffnen; bis 1977 nicht ohne seine Erlaubnis arbeiten. Heute sind solche Zustände zum Glück kaum mehr vorstellbar. Aber es war ein langer Weg, auf dem sich Frauen ihre heutigen Rechte erkämpft haben.

Diese sind "keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte" – so wie es Clara Zetkin 1910 für Frauen forderte. Die deutsche Sozialistin sprach diese Forderung auf dem Zweiten Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen aus und stieß damit den internationalen Frauentag an.

Frauen in mehreren Ländern demonstrieren für ihre Rechte

Seit 1911 wird an diesem Tag die Gleichstellung von Frauen und Männern forciert. An einem Tag im März in diesem Jahr gingen Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz auf die Straße und forderten ihre Rechte ein – im Fokus damals das Frauenwahlrecht und die Teilhabe an politischer Macht. Vorbild waren unter anderem Frauen in den USA, die schon einige Jahre zuvor für ihre Rechte einen nationalen Kampftag initiiert hatten.

Seit 1921 wird der Weltfrauentag jährlich am 8. März gefeiert und hat damit sein festes Datum. Eine Ausnahme bildet die NS-Zeit, während der dieser Tag als sozialistischer Feiertag verboten war. In der DDR hingegen wurde der Frauentag zu einem staatlich angeordneten Feierritual, bei dem die Interessen der Frauen allerdings den allgemeinen politischen Zielen der Republik untergeordnet waren.

Gleichstellung von Frauen und Männern

Im Laufe der Zeit standen unterschiedliche Themen im Zentrum dieses speziellen Tages. Von 1914 bis 1918 wurde hauptsächlich das Frauenwahlrecht gefordert (1919 fanden in Deutschland schließlich die ersten Wahlen für alle statt). Aber auch gegen Krieg und Gewalt wurde protestiert, was in den 1940er-Jahren ebenfalls auf der Agenda stand. Andere Frauenthemen in dieser Zeit waren Mutterschutz, gleicher Lohn für gleiche Arbeit sowie eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnkürzung.

In den 1960er- und 1970er-Jahren rückte der Kampf für das Recht auf legale Abtreibung in den Mittelpunkt. 1977 erkannte die UN-Generalversammlung den 8. März offiziell als Internationalen Frauentag an. Im Rahmen des "Frauen-Streik-Tags" demonstrierten 1994 mehr als eine Million Frauen in Deutschland gegen Diskriminierung – einer der Höhepunkte in der Geschichte des Frauentags.

Frauentag 2021: Kampf für mehr Frauenrechte ist noch nicht beendet

Der Kampf für mehr Frauenrechte ist auch in diesem Jahrtausend noch nicht beendet. Der Weltfrauentag greift vielfältige Themen auf. 2003 wurde beispielsweise eine bessere Bildung für Mädchen gefordert, 2004 setze man sich für die Stärkung der Rechte von Frauen in Nepal ein.

In Deutschland organisiert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Veranstaltungen. Vor allem die DGB-Frauen engagieren sich gegen Altersarmut und für eine Gleichstellungsstrategie. Dieses Jahr lautet der Slogan dazu: "Mehr Gewerkschaft, mehr Gleichstellung – mehr denn je!".

International steht die Beseitigung von Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Fokus. Diese Form ist eine der am weitesten verbreiteten und systematisch begangenen Menschenrechtsverletzungen. Darunter fallen zum Beispiel auch Ehrenmorde, weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsheirat und Frauenhandel, die in manchen Ländern noch immer an der Tagesordnung stehen.

Das Motto des Internationalen Weltfrauentags 2021 lautet "Let's all choose to challenge" – das bedeutet sinngemäß so viel wie "Lasst uns alle dafür entscheiden, herauszufordern".

Das fordern Politikerinnen anlässlich des Weltfrauentags

In Deutschland ist Gewalt, vor allem in Form von häuslicher Gewalt, ebenfalls ein Problem. Im Fokus stehen zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gehaltsunterschiede und mehr Mitspracherecht für Frauen in der Politik.

In der Debatte des Deutschen Bundestages zum Internationalen Weltfrauentag im vergangenen Jahr wurden von den Politikerinnen folgende Forderungen laut:

  • Chancengleichheit schaffen
  • Gewalt an Frauen stoppen
  • mehr Frauen in Politik und Wirtschaft
  • besserer Bezahlung in sozialen Berufen
  • Förderung von Frauen als Gründerinnen und Investorinnen
  • solidarische Mindestrente einführen
  • Paritätsgesetz im Bundestag

Forderungen von Verdi zum Weltfrauentag

Der Gewerkschaftsbund Verdi will verbindliche europäische Regelungen zur Gleichstellung erlangen. Er sieht die aktuellen Herausforderungen in folgenden Punkten:

  • 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts ist das deutsche Parlament so männlich wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Nur ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen.
  • Rechtspopulismus will mit seinem rückständigen Frauenbild und seinen Familienvorstellungen von gestern Frauen wieder in enge Schranken weisen.
  • Frauendominierte Berufe werden immer noch schlechter bezahlt.
  • Frauen stehen vor ungelösten Arbeitszeitproblemen.
  • Frauen haben geringere Karrierechancen.
  • Frauen haben eine kleinere Rente als Männer.

Der Frauentag ist in Berlin ein Feiertag

In einigen Ländern ist der Weltfrauentag gesetzlicher Feiertag – zum Beispiel in Georgien, Nepal, Laos und Serbien. Auch in Deutschland ist dieser Tag seit 2019 ein Feiertag – allerdings ausschließlich in Berlin. Der Stadtstaat gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten Feiertagen. Mit dem Frauentag am 8. März sind es zehn. Bayern hat dagegen 13 Feiertage.

2021 fällt der 8. März auf einen Montag, Arbeitnehmer haben an diesem Tag frei. Am 8. März 2022 können sich die Berliner über einen freien Dienstag freuen. Die Initiative zu einem zusätzlichen Feiertag war vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) ausgegangen und vom Abgeordnetenhaus verabschiedet worden.

Verwendete Quellen:

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