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Update: Hundekrankheit aus Norwegen - Symptome und Ausbreitung

Ausbreitung nach Deutschland?  

Update: Hunde in Norwegen sterben an rätselhafter Krankheit

12.09.2019, 16:32 Uhr | sms, AFP

Update: Hundekrankheit aus Norwegen - Symptome und Ausbreitung. Golden Retriever beim Tierarzt: Es gibt eine Reisewarnung für Hundehalter.  (Quelle: Getty Images/alexsokolov)

Golden Retriever beim Tierarzt: Es gibt eine Reisewarnung für Hundehalter. (Quelle: alexsokolov/Getty Images)

Hundehalter sind in Sorge: In Norwegen leiden Hunde an einer rätselhaften Krankheit. Es wird befürchtet, dass es sich um eine Epidemie handelt, die sich auch nach Deutschland ausbreiten könnte. Welche Symptome die Tiere zeigen. 

Etwa 25 Hunde in Norwegen sind an einer mysteriösen Krankheit gestorben, mindestens 200 Tiere sind erkrankt. Die Zahlen werden in Norwegen nicht landesweit erfasst, weshalb es sich um Schätzungen handelt. Die Hunde leiden an blutigem Durchfall und Erbrechen. Noch ist völlig unklar, was der Auslöser für die Krankheitsfälle ist. 

+++ UPDATE 12.09.2019 +++  

Nach der Berichterstattung vom Montag, 9. September, wurden in Norwegen weitere Fälle der mysteriösen Hundekrankheit gemeldet. 

Das Veterinärinstitut in Norwegen teilt nun mit, dass seit Mittwoch weitere acht Fälle gemeldet wurden – einer der Hunde ist ebenfalls verstorben. Bisher konnten zwar keine Gemeinsamkeiten bei den Hunden in Bezug auf Alter, Rasse, Fütterung, Kontakt mit anderen Hunden, Auslaufplätze oder dergleichen festgestellt werden. Jedoch sei in Hundegruppen häufig nur ein Hund erkrankt, was dafür spreche, dass die Krankheit nicht hoch ansteckend sei. 

Zudem schließt das Veterinärinstitut mittlerweile einige Ursachen aus: Eine Algenvergiftung der Hunde ist unwahrscheinlich und es gibt keine Hinweise auf eine Krankheit, die von Zecken übertragen wird. Auch werden Milzbrand und Hasenpest (Tularämie) ausgeschlossen. Das gelte auch für Campylobacter und Salmonellen sowie Rattenvergiftungen und ähnliche spezifische Vergiftungen – andere Vergiftungsarten seien jedoch möglich. 

Mittlerweile wurde das Bakterium Providencia alcalifaciens bei insgesamt neun Hunden nachgewiesen, auch das zweite Bakterium Clostridium perfringens wurde bei mehreren Hunden gefunden. 

Tierärzte in Norwegen werden gebeten, Proben von Hunden mit blutigen Durchfällen an das norwegische Veterinärinstitut zu schicken. Ein Fragebogen an 2.000 Tierärzte wurde verschickt zur Registrierung von Fällen nach dem 1. August 2019. So hoffen die Wissenschaftler, die Ursache für die vielen erkrankten und toten Hunde zu finden. 

+++

Kontakt mit anderen Hunden vermeiden 

Das norwegische Veterinäramt empfiehlt Hundehaltern in dem Land, den Kontakt ihrer Tiere zu anderen Hunden einzuschränken und die Tiere an der Leine zu führen. Die meisten Hunde seien in Oslo erkrankt, es gab am Wochenende aber auch Fälle in Møre und Romsdal, Vestfold, Buskerud und Nordland. 

Jetzt ist die Behörde dabei, über Obduktionen und Kotproben Daten zu den erkrankten Hunden zu sammeln und Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fällen herzustellen. Dazu läuft eine Anfrage an die Tierkliniken in Norwegen. 

Darmbakterien in Proben festgestellt

Bei bakteriologischen Tests konnten bisher die Bakterien Providencia alcalifaciens und Clostridium perfringens bei fünf Hunden festgestellt werden. Beide Bakterienarten siedeln sich im Darm an, sorgen für Durchfall und können eine Darmschleimhautentzündung auslösen. Obwohl beide Bakterienstämme auch beim Menschen vorkommen können, gab es bisher keine Anzeichen für eine Übertragung der Krankheit. 

Viren, andere Bakterien, Pilze und Parasiten werden bei den Untersuchungen der toten und kranken Tiere ebenfalls in Betracht gezogen, wie die Behörde mitteilt. Als Ursache konnten laut Nachrichtenagentur AFP bisher ausgeschlossen werden: Salmonellen, Rattengift, Cambylobacter.

Viele gesunde Hunde plötzlich von Krankheit betroffen 

Ein Sprecher des Veterinäramts sagte der AFP außerdem, die Tiere seien nicht unbedingt alle an derselben Krankheit erkrankt. "Viele Krankheiten können zu dieser Art Symptomen bei Hunden führen", sagte er. Ann Margaret Gröndahl, Vertreterin der norwegischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, sagte, es sei seltsam, dass die Krankheit "in kurzer Zeit und sehr schnell eine große Anzahl ansonsten gesunder Hunde getroffen hat".

Hundeverband gibt Reisewarnung für Norwegen heraus

Der Verband Deutsche Schlittenhundesport Vereine (VDSV) in Deutschland hat unterdessen bereits eine Reisewarnung für Norwegen herausgegeben. Hunde sollten nicht nach Norwegen mitgenommen oder aus dem Land nach Deutschland gebracht werden.
 

So hofft der Verband, ein Einschleppen der Krankheit verhindern zu können. "Alle Hundebesitzer sollen extrem aufmerksam sein und den Hund unter Aufsicht halten sowie seinen Allgemeinzustand beobachten", teilt der Verband auf seiner Homepage mit. 

Erst Ende August fand in Schleswig-Holstein die Europameisterschaft der Hütehunde statt. Norwegen war ebenfalls mit zehn Hunden vertreten.

Verwendete Quellen:

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