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Leichtestes Frühchen der Welt in Witten geboren

Nur 229 Gramm  

Leichtestes Frühchen der Welt geboren

12.09.2016, 12:50 Uhr | t-online.de

Leichtestes Frühchen der Welt in Witten geboren. Jedes zehnte Baby kommt zu früh auf die Welt. (Symbolbild) (Quelle: imago images/MITO)

Jedes zehnte Baby kommt zu früh auf die Welt. (Symbolbild) (Quelle: MITO/imago images)

Das ist ein Weltrekord, auf den die Eltern sicher gern verzichtet hätten: Im westfälischen Witten kam das bislang leichteste Frühchen zur Welt.

Die kleine Emilia wog bei ihrer Geburt im letzten November gerade einmal 229 Gramm, bei einer Größe von 22 Zentimetern. Babys wiegen normalerweise bei ihrer Geburt rund 3500 Gramm und sind circa 50 Zentimeter groß.

Emilia geht es gut

Auch die Schwangerschaft von Emilia war stark verkürzt. Sie betrug nur 26 Wochen - normal sind 40. Wie das Portal "Der Westen" schreibt, hatten sich Arzt und Eltern für einen Kaiserschnitt entschieden, weil das Baby über die Plazenta nicht mehr ausreichend versorgt werden konnte. Ohne die frühe Geburt hätte das Mädchen wohl nicht überlebt.

Trotz dieser schwierigen Geburtsumstände geht es Emilia heute gut, heißt es weiter. Sie wiege inzwischen 3000 Gramm und habe sogar eine Bauch-OP überstanden. Nach neun Monaten Klinikaufenthalt darf sie nun nach Hause zu ihren Eltern.

Extremfrühchen kämpfen ums Überleben

Das ist keine Selbstverständlichkeit. Extrem unreife Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm haben nur geringe Überlebenschancen. Weil die Ausreifung ihrer Organe noch nicht abgeschlossen ist, haben sie häufig mit Problemen zu kämpfen. Auch das Immunsystem ist noch nicht vollständig entwickelt. Oft bleiben die Winzlinge so lange im Krankenhaus, bis der reguläre Geburtstermin erreicht ist.

Als leichtestes Frühchen galt bisher Rumais Rahman. Das Mädchen wurde 2004 nach 25 Wochen und sechs Tagen Schwangerschaft mit einem Gewicht von 244 Gramm in Illinois (USA) geboren.

Jedes zehnte Kind ist Frühgeburt

Die Zahl der Frühgeburten nimmt kontinuierlich zu. In Deutschland kommen mittlerweile rund neun Prozent aller Babys zu früh zur Welt. 1997 waren es nur sieben Prozent. Nach Angaben der "Ärzte Zeitung" werden pro Jahr rund 63.000 Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren. Darunter seien jährlich 8000 Kinder, die vor der 30. Schwangerschaftswoche entbunden werden.

Häufig Spätfolgen, aber auch Erfolge

Wie die Europäische Stiftung für Neugeborene EFCNI berichtet, sind die häufigsten Spätfolgen von Frühgeborenen Entwicklungsverzögerungen, chronische Atemwegserkrankungen, motorische Störungen und Aufmerksamkeitsstörungen.

Dennoch gibt es immer wieder Erfolgsgeschichten. So überlebte in Fulda ein Frühchen, das nach nur 21 Wochen Schwangerschaft und mit einem Geburtsgewicht von 460 Gramm zur Welt kam. Auch nach fünf Jahren ging es Frieda gut.

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