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Stiftung Warentest: Macht eine Impfung gegen Windpocken und Gürtelrose Sinn?

Ein Virus, zwei Krankheiten  

Ist eine Impfung gegen Windpocken und Gürtelrose sinnvoll?

28.07.2020, 18:55 Uhr | cch, t-online

Stiftung Warentest: Macht eine Impfung gegen Windpocken und Gürtelrose Sinn?. Impfung: Eine Impfung gegen Windpocken empfiehlt sich vor allem bei kleinen Kindern, eine Impfung gegen Gürtelrose bei älteren Menschen. (Quelle: Getty Images/juststock/Symbolbild)

Impfung: Eine Impfung gegen Windpocken empfiehlt sich vor allem bei kleinen Kindern, eine Impfung gegen Gürtelrose bei älteren Menschen. (Quelle: juststock/Symbolbild/Getty Images)

Varicella-Zoster-Viren können gleich zwei Krankheiten auslösen: Windpocken und Gürtelrose. Gegen beide gibt es Impfungen. Die Stiftung Warentest hat nun neu bewertet, ob diese empfehlenswert sind.

Windpocken treffen vor allem Kinder, Gürtelrose vor allem Ältere. Für beide Krankheiten sind Varicella-Zoster-Viren verantwortlich. Die Stiftung Warentest hat sich mit den entsprechenden Impfstoffen auseinandergesetzt. Sie bewertet beide positiv.

Impfung gegen Windpocken

Sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, die bisher nicht an Windpocken erkrankt sind, aber bestimmte Risiken besitzen, ist diese Impfung laut der Stiftung Warentest sinnvoll. Sie biete demnach einen wirksamen Schutz und verhindere schwere Verläufe.

Da bei einem kombinierten Impfstoff ein erhöhtes Risiko für Fieberkrämpfe besteht, rät die Stiftung, bei Kindern die erste Impfung mit einem Einzelimpfstoff zu verabreichen. Typischerweise erfolgt die erste Gabe, wenn das Kind elf bis 14 Monate alt ist, die zweite mit 15 bis 23 Monaten.

Bei Erwachsenen erfolgen zwei Impfungen in einem Mindestabstand von einem Monat. Die Impfung empfiehlt sich bei Personen mit gesundheitlichen Risiken wie etwa einer schweren Neurodermitis, aber auch bei Berufsgruppen, die mit vielen Menschen in Kontakt treten, beispielsweise Ärzte, Lehrkräfte und Erzieher sowie bei Frauen mit Kinderwunsch, die bisher noch keine Windpocken hatten.

Impfung gegen Gürtelrose

Diese Schutzimpfung stuft die Stiftung als sinnvoll für alle Menschen ab 60 Jahre ein. Sie verhindere Gürtelrose nahezu vollständig. Personen zwischen 50 und 60 Jahren mit Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem rät die Stiftung von einer Impfung ab. Diese Einschätzung unterscheidet sich von jener der Ständigen Impfkommission, die die Impfung gegen Gürtelrose dieser Personengruppe schon ab 50 empfiehlt.

Es gibt einen Totimpfstoff (Shingrix), der zweimal verabreicht werden muss (in einem Abstand von mindestens zwei und maximal sechs Monaten) sowie einen Lebendimpfstoff (Zostavax), bei dem eine Verabreichung reicht. Untersuchungen zufolge ist der Totimpfstoff wirksamer.

In der Vergangenheit bewertete die Stiftung die Impfungen negativ

Bisher waren die Experten der Stiftung Warentest von den beiden Impfungen nicht überzeugt. Die Neubewertung erfolgt, da nun positivere Erkenntnisse zur Impfung gegen Windpocken vorliegen. Zudem kam 2018 ein neuer Impfstoff gegen Gürtelrose auf den Markt: Shingrix gilt als wirkungsvoller als der alte Stoff Zostavax.

Für die Bewertungen der Stiftung Warentest hat eine Gruppe von Medizinern die aktuelle Studienlage zu den Impfungen gegen Windpocken und gegen Gürtelrose ausgewertet. Auch brachten sie ihre klinischen Erfahrungen mit ein. Die Experten bewerteten das Nutzen-Risiko-Verhältnis für den Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft.

Verwendete Quellen:
  • Testergebnisse Stiftung Warentest

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