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"Bares für Rares": Sensations-Preis bringt Verkäuferin zum Weinen

Teuerstes Bild der Sendung  

"Bares für Rares": Sensationspreis bringt Verkäuferin zum Weinen

24.03.2021, 13:49 Uhr
 (Quelle: teleschau)
"Bares für Rares": Das sind die Rekordverkäufe

Bei Horst Lichter wird täglich Trödel zu Geld gemacht. Manchmal sogar zu einem kleinen Vermögen, wie dieses Video mit den 15 teuersten Raritäten aus der ZDF-Show "Bares für Rares" zeigt. (Quelle: teleschau)

"Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter: Das sind die Rekordverkäufe der ZDF-Sendung. (Quelle: spot on news)


Eine Beamtin aus Duisburg bringt ein außergewöhnliches Bild zu "Bares für Rares". Der Künstler sagt Horst Lichter zwar nichts – aber die Expertise bringt eine wirkliche Sensation zum Vorschein.

"Detlev, nicht dass das Ärger gibt, du zerlegst hier etwas, das uns nicht gehört", ruft "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter aus, als er sieht, wie Experte Detlev Kümmel ein Gemälde in seine Einzelteile zerlegt. "Das kannst du doch nicht machen – um Gottes Willen! Ich beschütz' dich jetzt", sagt er, als Verkäuferin Marlies Fischer dazukommt.

"Das musste er machen. Ich verbürge mich höchstpersönlich dafür, dass das nachher wieder so zusammenkommt, wie es war", versichert Lichter ihr und möchte wissen, woher sie das Gemälde hat. "Das Bild gehört einer Freundin, die schon etwas älter ist. Sie hat es von ihrem Vater bekommen, aber ursprünglich ist das Bild von dem Großvater oder Urgroßvater", sagt die 55-Jährige.

Experte macht eine sensationelle Entdeckung

Lichter spricht das Bild auf Anhieb an. "Das hat jemand relativ zügig gemacht, aber er wusste genau, was er machen möchte. Es gefällt mir besonders von den Farben her", sagt er. "Du hast gerade schon mit ganz kurzen Zügen das Ziel einer Kunstrichtung, die man Expressionismus nennt, aufgezählt. Der Expressionismus greift in ganz kurzer Zeit eine Stimmung auf", entgegnet Kümmel. Durch das Lob angespornt, setzt Lichter seine Analyse fort: "Wenn ich mir das so angucke, sehe ich eine junge Frau, die in einem See schwimmen geht. Ihr gehts gut, sie fühlt sich unbeobachtet und man ist als Sehender der Beobachter."

Kümmel kann ihm nicht widersprechen. "Du hast jetzt eigentlich schon alles erklärt, ich brauche gar nichts mehr sagen. Der Maler war wirklich hervorragend. Das Bild heißt: 'Badende junge Frau hinter einem gegabelten Baum auf Fehmarn'", ergänzt er. Der Maler Otto Mueller sei häufiger auf Fehmarn gewesen und habe sich für dieses Bild einen flüchtigen Blickwinkel ausgesucht, sodass man den Eindruck habe, dass die Frau nicht wisse, dass sie gemalt werde. 

"Alles, was schwarz ist, ist das eigentliche Motiv. Das hat Otto Mueller als Kreide-Lithografie angefertigt. Davon gibt es zwischen 15 und 20 ungezählte Blätter – ungezählt, weil sie nicht durchnummeriert worden sind", weiß der Experte. Bei diesem Bild habe Otto Mueller aber noch etwas Besonderes gemacht. "Er hat noch zusätzlich die Farbe aufgetragen", erklärt Kümmel. "Jetzt könnte man eventuell zu dem Schluss kommen, jemand hat die Lithografie gekauft und dann zu seiner Nichte gesagt: 'Mal das mal aus'", ergänzt er. Doch deswegen habe er am Anfang genau hingeschaut und das Bild auseinandergenommen. 

"Die Signatur von Otto Mueller ist mit Bleistift aufgezogen und wenn ich mit einem nassen Aquarellpinsel über einen Bleistift gehen würde, würde es verwischen. Hier sieht man eindeutig, dass er nachträglich signiert hat", bestätigt Kümmel. Lichter ist etwas erstaunt über die Expertise. "Ich bin ehrlich: Otto Mueller ist für mich jetzt nicht der Name. Als Maler hab ich das zum ersten Mal in meinem Leben gehört. Da ich aber merke, mit welch einer Leidenschaft du darüber redest, muss dieser Maler doch wohl sehr berühmt sein." 

Sensationspreis bringt Verkäuferin zum Weinen

Kümmel klärt ihn gerne auf. "Die Expressionisten sind damals zusammengeschlossen worden in die Künstlergemeinschaft 'Brücke'. Da waren Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel – also alle großen Namen – dabei. Unter anderem war auch Otto Mueller ein fester Bestandteil der 'Brücke-Künstler'", weiß er. Allerdings habe Mueller gar nicht viele Werke gemacht. "Gerade Originale oder unikatäre Objekte sind extrem selten zu finden. Er ist wirklich ein großer Name im Bereich der Expressionisten und da haben wir wirklich ein tolles Objekt vor uns", weiß der Experte. 

Die Vorzeichnung zu dieser Lithografie sei aus der Zeit um 1913, da sei Mueller mit Kirchner zusammen auf Fehmarn gewesen und dort hätten sie einige Zeichnungen und Gemälde angefertigt. Der Wunschpreis der Verkäuferin liegt, nachdem sie zuvor im Internet recherchiert hat, bei 10.000 Euro.

"Wenn das Blatt nur bedruckt wäre –  also ohne Kolorierung – wären wir schon bei Ihrem Wunsch und deutlich über 10.000 Euro. Koloriert ist es ein unikatäres Stück – und ich denke, wir sind hier bei 30.000 bis 35.000 Euro", sagt Kümmel. "Das ist ja Wahnsinn! Mich hat das Blau so beeindruckt für die damalige Zeit", sagt Fischer und bricht vor Freude in Tränen aus.

Fabian Kahl kauft teuerstes Bild der Sendung

"Du musst doch nicht weinen! Wie gerne würde dich jetzt in den Arm nehmen", meint Lichter, der sich sichtlich mitfreut. "Jetzt muss ich mitweinen, hör auf! Es trifft die Richtige. Aber wenn du in den Händlerraum kommst, nicht weinen", sagt er und übergibt ihr die Händlerkarte. Auch die Experten wissen direkt, was für eine Rarität sie da vor sich haben. "Ich hab' Herzklopfen! 5.000 Euro ist mein erstes Gebot", sagt Auktionator Wolfgang Pauritsch. "Ich würde Ihnen 10.000 Euro geben", entgegnet Antiquitätenhändler Fabian Kahl allerdings sofort. Auch Schmuckhändlerin Susanne Steiger ist an dem Bild interessiert und bietet schließlich 30.000 Euro.

Den Zuschlag erhält am Ende aber Kahl mit 30.500 Euro. Die übrigen Händler applaudieren ihm zu diesem Kauf. Da er nicht so viel Geld dabei hat, zahlt er 2.000 Euro an und verspricht, den Rest zu überweisen. "Der Hammer! Ich liebe 'Brücke'-Künstler und Otto Mueller ist auch noch der, den ich am meisten mag. Wie auf mich maßgeschneidert", freut er sich. Und auch Fischer ist mehr als zufrieden. "Meine Freundin bricht, glaube ich, in Tränen aus, wenn ich ihr das erzähle. Das wird sie mir nicht glauben. 30.500 Euro – das ist wirklich unfassbar."

Richtig fassen kann Kahl den Kauf allerdings auch noch nicht. "Dass ich gerade 30.500 Euro für dieses Gemälde ausgegeben habe, fühlt sich schon krass an – aus zweierlei Gründen", sagt er. "Erstens sind es 30.500 Euro, aber zweitens habe ich hier einen echten Otto Mueller gekauft, der sogar noch handkoloriert ist – und das ist das Geld absolut wert." Damit ist das Bild das drittteuerste Objekt, das bei "Bares für Rares" den Besitzer gewechselt hat. Teurer waren nur noch ein Brillantkreuz für 42.000 Euro und ein Oldtimer der Marke Borgward für 35.000 Euro.

Verwendete Quellen:
  • "Bares für Rares" vom 23. März 2021

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