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Sieben Tipps fĂŒr Urlaub in Schottland

dpa-tmn, Christian Röwekamp

Aktualisiert am 07.08.2018Lesedauer: 5 Min.
Viadukt mit Dampflok: Dieses Highlight in Schottland kennen Urlauber aus den Harry-Potter-Filmen. Darin fĂ€hrt der Hogwarts-Express-Zug mit den ZauberschĂŒlern ĂŒber diese BrĂŒcke.
Viadukt mit Dampflok: Dieses Highlight in Schottland kennen Urlauber aus den Harry-Potter-Filmen. Darin fĂ€hrt der Hogwarts-Express-Zug mit den ZauberschĂŒlern ĂŒber diese BrĂŒcke. (Quelle: Kenny Lam/Visit Scotland/dpa-tmn)
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Der nĂ€chste Urlaub soll nach Schottland gehen? Burgen und Berge, Geschichte und GĂ€rten gibt es an fast jeder Ecke – da fĂ€llt die Auswahl schwer. Wir sagen Ihnen, was Sie auf keinen Fall verpassen dĂŒrfen.

Das Wichtigste im Überblick


Es muss nicht immer Loch Ness sein, auch nicht unbedingt Edinburgh Castle. Wer nach Schottland reist, kann sich ein abwechslungsreiches Rundreiseprogramm zusammenstellen, in dem ein paar ĂŒbliche VerdĂ€chtige unter den Attraktionen bestens mit weniger bekannten Zielen harmonieren. Ein Vorschlag fĂŒr einen Besuch im Land der DudelsĂ€cke mit sieben Stationen und bleibenden EindrĂŒcken.


SehenswĂŒrdigkeiten in Schottland

Eine Burgruine wie aus dem Bilderbuch: Dunnottar Castle liegt nahe der Kleinstadt Stonehaven an der schottischen NordseekĂŒste.
Zwischen steilen HĂ€ngen gelegen: Das Loch Muick ist ein Teil des Cairngorms-Nationalparks in den schottischen Highlands.
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1. Die Burgruine: Dunnottar Castle an der NordseekĂŒste

Welch ein Anblick, was fĂŒr eine Lage! Gut 30 Kilometer sĂŒdlich von Aberdeen erheben sich auf einer kleinen Halbinsel die Reste von Dunnottar Castle aus der Nordsee. Mit dem Festland verbunden ist die Ruine ĂŒber einen Fußweg durch eine Senke: Besucher mĂŒssen von der SteilkĂŒste fast bis auf Meereshöhe hinabsteigen und wieder hinauf. WĂ€hrend des BĂŒrgerkriegs waren dort oben 1651 zeitweise die Kronjuwelen Schottlands versteckt.

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Fast allen GebĂ€uden aus jenen Zeiten fehlt schon lange das Dach, seit einer Restaurierung 1925 ist der Verfall aber aufgehalten. Gepflegtes GrĂŒn breitet sich aus zwischen den alten Mauern. Im Sommer sind Besichtigungen von 9.00 bis 17.30 Uhr möglich, der Parkplatz ist rasch ĂŒberfĂŒllt. Es lohnt sich, spĂ€t zu kommen, wegen des Lichts.

2. Der Loch: Muick in Aberdeenshire

Eben noch bildete im Tal des FlĂŒsschens Dee eine sattgrĂŒne Wald- und Wiesenlandschaft die Umgebung, doch kurz vor Loch Muick Ă€ndert sich das Bild schlagartig. Etwa eine Autostunde westlich von Aberdeen erreichen Besucher hier die fast baumlosen Highlands.

Loch Muick liegt im Cairngorms-Nationalpark, das GelĂ€nde gehört aber Königin Elizabeth II. als Privatbesitz. Das Schloss Balmoral, in dem die Monarchin traditionell ihren Sommerurlaub verbringt, ist nur etwa 15 Kilometer entfernt. Ein 12,5 Kilometer langer Wanderweg umrundet den See und fĂŒhrt direkt am Glas-allt Shiel vorbei, einem dĂŒsteren GebĂ€ude aus grauen Steinen mit abgedunkelten Fenstern, das 1868 als Wochenendhaus fĂŒr Königin Victoria gebaut wurde.

3. Der Garten: Inverewe am Loch Ewe

Mildes Mikroklima: Die hoch im Norden Schottlands gelegenen GĂ€rten von Inverewe bieten im Sommer eine enorme BlĂŒtenpracht.
Mildes Mikroklima: Die hoch im Norden Schottlands gelegenen GĂ€rten von Inverewe bieten im Sommer eine enorme BlĂŒtenpracht. (Quelle: Christian Röwekamp/dpa-tmn)

Purpur, Orange, Blau, Gelb, Dunkelrot: In unzĂ€hlbar vielen Farben blĂŒht es den Besuchern des Gartens Inverewe entgegen, wenn sie im Sommer an den Beeten entlangspazieren. Die botanische Vielfalt der Anlage ĂŒberrascht viele Touristen, liegt doch Inverewe weit im Nordwesten Schottlands, der allgemein als rau gilt. Doch auch GewĂ€chse, die in tropischen LĂ€ndern zu Hause sind, gedeihen hier prĂ€chtig. Möglich machen es der Golfstrom im Atlantik und eine geschĂŒtzte Lage am SĂŒdende der Meeresbucht Loch Ewe.

Seerosenteiche und ein Steingarten, EukalyptusbĂ€ume aus Tasmanien und riesige Rhododendren: Es gibt viel zu sehen. Angelegt hat den Garten, der heute vom National Trust for Scotland getragen wird, Osgood Hanbury Mackenzie. Er ließ von 1862 an aus aller Welt BĂ€ume nach Inverewe holen, aus Japan und aus dem Himalaya ebenso wie aus Chile, SĂŒdafrika und Neuseeland.

Erst seit 2016 lÀsst sich auch das von Mackenzie gebaute Haus besichtigen, das innen noch so aussieht, wie es seine Tochter Mairi bis zu ihrem Tod 1953 bewohnt hat. Das schwarze Telefon hat noch eine WÀhlscheibe. Auf einer Couch liegt eine Illustrierte mit einer Aufnahme der jungen Königin Elizabeth II.

4. Der Harry-Potter-Filmstar: Das Viadukt am Glenfinnan Monument

Das Viadukt kennen Urlauber aus den Harry Potter-Filmen. Darin fĂ€hrt der Hogwarts-Express-Zug mit den ZauberschĂŒlern ĂŒber eben diese BrĂŒcke, die im Westen Schottlands eine dramatisch wirkende Landschaft ĂŒberspannt. Sie liegt nahe des Glenfinnan Monuments, einer SĂ€ule, die an eine hier begonnene Rebellion in den Jahren 1745/46 erinnert.

Das Viadukt allein ist jedoch nur halb so interessant wie das Viadukt mit einer Dampflok drauf – eben wie bei Harry Potter. Viermal am Tag lĂ€sst sich solch eine Szene im Sommer tatsĂ€chlich beobachten, wenn der Touristenzug The Jacobite vorbeikommt, der zwischen Fort William und Mallaig pendelt. Einmal morgens, einmal abends – und wer ihn in beide Richtungen fahrend sehen will, sollte zwischen 14.30 und 16.00 Uhr hier sein. Schon von Ferne ist dann das Pfeifen der Lokomotive zu hören. Wenn der Zug die BrĂŒcke erreicht, geht ein Raunen durch die Menge, Kameras surren und klicken im Akkord.

5. Das Kunstwerk: Die Kelpies bei Falkirk

Nach einem Regenschauer glÀnzen sie besonders schön: Die 30 Meter hohen Kelpies bei Falkirk bestehen aus Stahl und sind zusammen 600 Tonnen schwer.
Nach einem Regenschauer glÀnzen sie besonders schön: Die 30 Meter hohen Kelpies bei Falkirk bestehen aus Stahl und sind zusammen 600 Tonnen schwer. (Quelle: Christian Röwekamp/dpa-tmn)

Was sind denn das fĂŒr Skulpturen? Jeweils 30 Meter hoch ragen zwei glĂ€nzende Pferdeköpfe aus dem Boden, geformt aus insgesamt 928 Platten rostfreien Stahls und jeder immerhin 300 Tonnen schwer. "The Kelpies" heißt das Kunstwerk, das nahe der Stadt Falkirk nordöstlich von Glasgow alle Blicke auf sich zieht.

Entworfen hat es der KĂŒnstler Andy Scott, der darin "ein Symbol des modernen Schottland, stolz und majestĂ€tisch" sieht. In nur 90 Tagen Bauzeit wurden die Kelpies im Jahr 2013 errichtet. Sie sollen unter anderem an die große Bedeutung der Pferde fĂŒr die Entwicklung der schottischen Wirtschaft erinnern.

6. Das Schiff: Die "Britannia" im Hafen von Leith

Als die "Britannia" 1997 außer Dienst gestellt wurde, soll Elizabeth II. extrem traurig gewesen sein. Doch die Betriebskosten waren der britischen Regierung zu hoch geworden, und daher musste die Königin Abschied nehmen von dem Schiff, das ihr fĂŒr Staatsbesuche und viele andere Reisen in alle Welt als "Königliche Jacht" gedient hatte. Mit gut 125 Meter LĂ€nge und Platz fĂŒr 220 Mann Besatzung wirkt sie noch immer wie ein kleines Kreuzfahrtschiff.

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Heute liegt die – einst in Schottland gebaute – "Britannia" im Hafen von Leith, einem Stadtteil von Edinburgh. Ihre fĂŒnf Decks werden ehrfĂŒrchtig von Besuchern durchschritten. Der State Dining Room ist eingedeckt fĂŒr ein festliches Essen, und die BrĂŒcke, die Quartiere der Crew und die WĂ€scherei sind noch so eingerichtet, wie sie bis 1997 genutzt wurden.

7. Der Berg: Arthur's Seat in Edinburgh

Weite Aussicht ĂŒber die Stadt: Richtung Westen haben Besucher des Arthur's Seat die DĂ€cher von Edinburgh im Blick.
Weite Aussicht ĂŒber die Stadt: Richtung Westen haben Besucher des Arthur's Seat die DĂ€cher von Edinburgh im Blick. (Quelle: Christian Röwekamp/dpa-tmn)

Über Schottlands Hauptstadt strahlt die Sonne, der Nachmittag nĂ€hert sich seinem Ende – und am Fuß des Arthur's Seat setzt sich sowas wie eine kleine Prozession in Bewegung. Einheimische und Touristen wollen nun hinauf auf den HĂŒgel, der am östlichen Rand des Zentrums von Edinburgh etwa 250 Meter hoch aufragt. Der Trampelpfad ist leicht zu bewĂ€ltigen. Ganz oben ist der Panoramablick großartig und reicht weit ĂŒber die Nordseebucht Firth of Forth. Im leicht dunstigen Gegenlicht wirkt die so lebhafte City zugleich ein wenig entrĂŒckt und verzaubert. KrĂ€ftig blĂ€st der Wind nun von Westen.

Ebenso wie der NachbarhĂŒgel Salisbury Crags mit seinen Steilklippen gehört der Arthur's Seat zum frei zugĂ€nglichen königlichen Holyrood Park. Schottlands Parlament und der Holyrood-Palast schließen sich unmittelbar nördlich an. Am schönsten ist ein Besuch hier oben an einem Schönwettertag in den frĂŒhen Abendstunden. Die Sonne sinkt langsam ĂŒber der Stadt mit dem Edinburgh Castle in Richtung Horizont. Dabei zuschauen, im Gras sitzen und ĂŒber bereits Erlebtes nachdenken: Einen besseren Ort dafĂŒr in Schottland kann man sich kaum vorstellen.

Infos zu Schottland
Anreise: NonstopflĂŒge nach Glasgow und Edinburgh gibt es von mehreren FlughĂ€fen in Deutschland aus, fĂŒr die Rundreise empfiehlt sich dann ein Leihwagen. Eine Anreise mit dem eigenen Auto kostet auch wegen der Ärmelkanal-Passage viel Zeit: Zwischen MĂŒnchen und Edinburgh zum Beispiel liegen 1770 Kilometer (etwa 18 Stunden reine Fahrzeit), von Berlin bis Aberdeen sind es rund 1950 Kilometer (fast 21 Stunden).
Klima und Reisezeit: Sehr wechselhaftes Wetter mit Sonnenschein und Regen oft rasch nacheinander. Von Juni bis September erreichen die Tageshöchstwerte zum Beispiel in Edinburgh im Schnitt 17 bis 18 Grad.
Geld: Ein britisches Pfund entspricht etwa 1,12 Euro (August 2018).

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  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
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