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Reisewarnung für Türkei teilweise aufgehoben – das sollten Sie beachten

Reisewarnung teilweise aufgehoben  

Was Türkei-Urlauber jetzt wissen sollten

18.08.2020, 09:35 Uhr | sms, dpa

Reisewarnung für Türkei teilweise aufgehoben – das sollten Sie beachten. Strand von Ölüdeniz: Die Türkei zählt zu den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen. (Quelle: imago images/McPHOTO)

Strand von Ölüdeniz: Die Türkei zählt zu den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen. (Quelle: McPHOTO/imago images)

Eigentlich galt die offizielle Reisewarnung für die Türkei bis Ende August. Anfang August wurde sie zumindest teilweise aufgehoben. Was bedeutet das für Urlauber und können Sie trotzdem dorthin reisen?

Bislang galt bis Ende August eine offizielle Reisewarnung für die Türkei und mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union. Anfang August hat das Auswärtige Amt (AA) die Warnung zumindest für bestimmte Regionen der Türkei aufgehoben. Damit entfällt die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla. Alle vier Provinzen sind beliebte Urlaubsregionen an der Westküste. Bisher zählte die Türkei zu den etwa 160 Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums, für die die Reisewarnung eigentlich bis zum 31. August galt. Mit dem jetzigen Schritt macht die Bundesregierung erstmals eine Ausnahme.

Was gilt aktuell für die Türkei?

Das Auswärtige Amt betonte, dass sie die Reisewarnung "unter der Voraussetzung der strikten Einhaltung des von der türkischen Regierung verfügten umfassenden Tourismus- und Hygienekonzepts" aufgehoben habe. "Dieses beinhaltet unter anderem eine verpflichtende PCR-Testung für alle Reisenden in der Türkei innerhalb von 48 Stunden vor Rückreise nach Deutschland." 

Von der Reisewarnung ausgenommen sind die Provinzen Aydin, Izmir und Muğla in der Ägäisregion sowie die Provinz Antalya in der Mittelmeerregion – unter Voraussetzung der strikten Einhaltung des Tourismus- und Hygienekonzepts. Zu den Regelungen gehört die Testpflicht bis spätestens 48 Stunden vor Rückreise nach Deutschland. Die Kosten von umgerechnet 15 Euro in einem zertifizierten Labor beziehungsweise 30 Euro am Flughafen müssen die Reisenden selbst tragen. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne sowie in ärztliche Behandlung begeben.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavusoglu hatte sich Mitte Juni enttäuscht über die Beibehaltung der Reisewarnung gezeigt. "Die wissenschaftlichen Gründe hinter der Entscheidung sind für uns nur schwer zu verstehen", sagte er dem "Spiegel". Alles sei vorbereitet für eine sichere Reise in die Türkei. Jetzt hat die Bundesregierung offenbar dem Drängen der Türkei nachgegeben und die Reisewarnung zumindest teilweise aufgehoben. 

Auf der Liste der Reisewarnungen stehen noch andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie Ägypten oder Marokko. Einreisende aus einem Risikogebiet müssen damit rechnen, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen, zudem gilt eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus diese Gebieten. 

Türkische Riviera: Bis Urlauber wieder unbeschwert in die Türkei reisen können, könnte noch viel Zeit vergehen.  (Quelle: imago images/Shotshop)Türkische Riviera: Bis Urlauber wieder unbeschwert in die Türkei reisen können, könnte noch viel Zeit vergehen. (Quelle: Shotshop/imago images)

Seit wann können Sie wieder in die Türkei reisen?

Die Türkei hat das Einreiseverbot für deutsche Staatsangehörige am 11. Juni 2020 aufgehoben. Grundsätzlich könnten Sie seither wieder in die Türkei einreisen. Allerdings besteht weiterhin zumindest für die meisten Regionen die offizielle Reisewarnung der Bundesregierung sowie die Einstufung der Türkei als Risikogebiet.

Die Reisewarnung gilt zwar nicht als Reiseverbot, Sie können allerdings nicht mit einer staatlichen Rückholung rechnen, wenn Sie trotzdem in die Gebiete reisen, die nicht von der Reisewarnung ausgenommen sind. Auch Ihr Versicherungsschutz könnte durch die Reisewarnung aufgehoben sein. Zusätzlich müssen Sie eine 14-tägige Quarantäne sowie eine Testpflicht in Kauf nehmen, wenn Sie aus Ihrem Türkei-Urlaub zurück nach Deutschland reisen. 

Wie können Sie einreisen?

Es bestehen wieder regelmäßige Flüge aus der Türkei nach Deutschland und umgekehrt. Sie können beispielsweise mit Turkish Airlines von Berlin nach Istanbul fliegen. Auch die Land- und Seegrenzen der Türkei sind wieder offen, mit Ausnahme der Landgrenze zum Iran.

Für innertürkische Flüge, Bus- und Zugfahrten ist bei der Reservierung ein Genehmigungscode ("HES-Code") erforderlich. Dieser kann per SMS oder mittels einer App erlangt werden. Hinweise hierzu erteilen die jeweiligen Fluggesellschaften.

Können Sie wieder Hotels und Unterkünfte buchen?

Ja, Hotels in der Türkei sind wieder geöffnet, es gelten wie fast überall besondere Auflagen zu Hygiene und Belegung. Reisen könnten allerdings durch die Reiseanbieter auch kurzfristig abgesagt werden. Das Gute: Durch die Reisewarnung können Sie Pauschalreisen, die Sie vielleicht auch schon vor der Corona-Krise gebucht haben, in der Regel kostenlos stornieren. Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrem Reiseveranstalter. 

Welche Beschränkungen erwarten Sie in der Türkei?

Wenn Sie in die Türkei einreisen, müssen Sie zunächst mit Gesundheitsuntersuchungen rechnen. Bei Symptomen kann auch ein Test auf das Coronavirus folgen. Ist dieser positiv, wird eine medizinische Behandlung und in einigen Fällen auch eine Quarantäne angeordnet. 

Türkische Riviera: Die Bundesregierung hat die Türkei zu einem Risikogebiet des Coronavirus ernannt. Das hat auch Auswirkungen auf Urlauber.  (Quelle: imago images/Shotshop)Türkische Riviera: Die Bundesregierung hat die Türkei zu einem Risikogebiet des Coronavirus ernannt. Das hat auch Auswirkungen auf Urlauber. (Quelle: Shotshop/imago images)

In der Türkei gilt zudem weiterhin eine Ausgangssperre zwischen 20 und 10 Uhr für Personen über 65 Jahren. Auf Marktplätzen, in Supermärkten und im öffentlichen Nahverkehr gilt zudem eine Maskenpflicht. In einigen Städten und Regionen gilt die Maskenpflicht zudem überall im öffentlichen Raum. Das gilt zum Beispiel für:

  • Istanbul
  • Ankara
  • Ismir
  • Antalya

Auch das Abstandhalten ist Pflicht und wird kontrolliert. Das öffentliche Leben läuft allerdings weitestgehend wieder: Märkte und Geschäfte sind wieder geöffnet, auch Restaurants und Cafés dürfen wieder Gäste empfangen. 

Wie ist die aktuelle Zahl der Infektionen?

Ausschlaggebend für die Einstufung als Risikogebiet ist die Zahl der Neuinfektionen. Sind es mehr als insgesamt 50 auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, gilt ein Land als Risikogebiet. Aber auch wenn die Infektionszahl niedriger liegt, kann ein Land zum Risikogebiet erklärt werden, zum Beispiel bei mangelnden Testkapazitäten oder unzureichenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. "Ebenso wird berücksichtigt, wenn keine verlässlichen Informationen für bestimmte Staaten vorliegen", heißt es auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts.

Die Zahlen der Johns Hopkins University (Stand: 18. August 2020) zeigen, dass es in der Türkei bisher rund 250.500 bestätigte Corona-Infektionen gab. Fast 6.000 Menschen starben, momentan gibt es noch mehr als 12.500 aktive Fälle.  

Verwendete Quellen:

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