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Skisaison 2021/22: So sehen die Corona-Vorschriften aus

Auf die Pisten, Maske, los  

Skisaison 2021/22: So sehen die Vorschriften aus

14.10.2021, 10:12 Uhr | SRT/ Hans-Werner Rodrian

 (Quelle: Glomex)
Diese Corona-Regeln gelten auf der Ski-Piste

Die neue Wintersaison startet und viele Deutsche zieht es in den Winterurlaub, auf die Ski-Piste und zum Aprés-Ski. Doch welche Maßnahmen gelten aktuell in Österreich? (Quelle: Puls4)

Neue Saison startet: Viele Deutsche zieht es in den Winterurlaub, doch welche regeln gelten in Österreich? (Quelle: Puls4)


3G oder 2G? Hauptsache, es staubt! Skiurlauber hoffen sehnsüchtig auf die neue Wintersportsaison, nachdem die vergangene fast komplett ausfiel. Wir haben recherchiert, was geplant ist. Und wo wohl nur Geimpfte wedeln dürfen.

Pisten, Pulver, Skivergnügen: Urlauber mussten darauf lange warten. Die meisten standen im März 2020 das letzte Mal auf Ski, denn der vergangene Winter war aus Corona-Gründen für die allermeisten ein Totalausfall. Ob die bevorstehende Saison wieder so mager ausfällt? Wir haben Bergbahnen und Tourismusverbände gefragt, wie sie die kommende Skisaison wieder zum entspannten Genuss machen wollen.

Wie sehen die Vorschriften aus?

Die gute Nachricht vorab: Nach aktuellem Stand wird man wohl alpenweit skifahren können. Als Ungeimpfter wird es allerdings vielerorts ungemütlich. So wird in Deutschland, Österreich und Italien das "3G"-Prinzip (geimpft, genesen, getestet) sowie Maskenpflicht in Seilbahnen gelten. In der Schweiz reicht bislang eine Maske aus, Tests sind bisher nicht nötig.

Die Details variieren: Bei weniger als 20 Prozent Intensivbettenbelegung darf man sich in Österreich sogar selbst testen ("Wohnzimmertests"). Die Kontrolle erfolgt dann am Ticketschalter. Für die Seilbahnen entfallen Kapazitätsbeschränkungen und Abstandsregeln. Ob es Gratis-Tests für ungeimpfte Touristen geben wird, ist noch unklar.

In Italien herrscht Green-Pass-Pflicht (3G) für die Benutzung von geschlossenen Liften (Seilbahnen, Kabinenbahnen und Sesselliften mit Schutzkuppel). Arbeitnehmer brauchen den grünen Pass, um arbeiten zu dürfen. Gratistests gibt es nicht mehr. Frankreich fordert für alle ab zwölf Jahren den "Pass Sanitaire" (3G) an "bestimmten Orten und Einrichtungen", darunter Seilbahnen. Ein Antigentest kostet 25 Euro, ein PCR-Test 44 Euro.

In Deutschland gelten die Regeln der Bundesländer. In Bayern, dem wichtigsten Skiurlaubsland, wird 3G gelten und ab einer 35er-Inzidenz medizinische Maskenpflicht. Im Schwarzwald plant man sogar eine “2G-Plus”-Regel: Erwachsene, die auf die Feldberg-Pisten wollen, müssen demnach geimpft oder genesen sein. Für Kinder reicht der Schülerausweis. Dieser komme "einem negativen Test gleich", sagt eine Sprecherin der Liftbetreiber.

Seilbahnen Schweiz hat für den Winter ein Schutzkonzept erarbeitet, das noch mit dem Bundesamt für Gesundheit in Bern abgestimmt wird. Es soll sich möglichst wenig ändern gegenüber dem Sommerschutzkonzept der Schweizer Seilbahnen: Da gilt ein Mund-Nasen-Schutz als ausreichend, von 3G ist nicht die Rede.

Welche Hygienekonzepte gibt es?

Im Prinzip gilt meist als Grundlage das Hygienekonzept vom Vorjahr. “Da hatten wir ja bereits eines”, sagt Zugspitzbahn-Sprecherin Verena Altenhofen. Abstand, Desinfektion, Besucherlenkung, das ist die Basis. Maskenpflicht und offene Fenster sind ohnehin eine Selbstverständlichkeit. Unterschiede zum Vorjahr: Buffs und Schals sind nicht mehr erlaubt, es müssen jetzt medizinische Masken sein. Und der Mindestabstand ist nicht mehr so wichtig wie im vergangenen Jahr.

Sehr unglücklich sind viele Bergbahnen mit den strengen Kontrollpflichten. Die liege in der alleinigen Verantwortung der Betreiber, stöhnt Bernhard Hain vom Skizentrum Mitterdorf im Bayerischen Wald. Das bedeutet: Stress mit Maskenverweigerern. Dafür haben die Bahnen in Tirol ein Onlinetraining aufgesetzt, das die Mitarbeiter via Smartphone im richtigen Kundenumgang schult.

Besonders aktiv war Ischgl, der viel gescholtene Corona-Hotspot vom Frühjahr 2020: Dort hat man 700.000 Euro in Hygienemaßnahmen investiert. Alle Seilbahnen werden mit Kaltvernebelungsgeräten desinfiziert, ebenso Skibusse, Sportshops und WC-Anlagen.

Gibt es Limits?

In den meisten Alpenländern dürfen die Kabinen wieder bis auf den letzten Platz gefüllt werden. Nur Italien sieht eine Begrenzung geschlossener Lifte auf 80 Prozent vor. Die Fenster müssen offen bleiben und die Gäste die Schutzmaske tragen, falls sie familienfremd sind.

In Deutschland gibt es keine Kapazitätsbeschränkung, teilt der Verband Deutscher Seilbahnen VDS mit. Einige Unternehmen lassen in Großkabinen aber freiwillig nur noch 80 Prozent der Gäste. Auf der Zugspitze geht es noch strenger zu: Wenn die Warteschlangen zu groß und die Restaurants zu voll sind, werden erstmal keine neuen Karten verkauft.

In Österreich sind keine Kapazitätsbeschränkungen vorgesehen. Diese lösen, so die Tirol Werbung, das Gegenteil von dem aus, was man erreichen will: Durch die Beschränkungen kam es im Vorwinter zu langen Warteschlangen. Um dem entgegenzuwirken, hat die Schmittenhöhe über Zell am See ein Auslastungsbarometer auf die Webseite gestellt.

Skipasskauf online oder an der Kasse?

Der Online-Kartenkauf war vor Corona der ganze Stolz der Bergbahnen. Jetzt wurde viel davon abgeschaltet, damit die Leute an die Kasse kommen und Test oder Impfung vorweisen. Am Feldberg, wo Erwachsene zum Skifahren geimpft oder genesen sein müssen, sollen die Liftkarten aber online gebucht und mit der Buchung auch die 2G-Nachweise online erbracht werden.

Die anderen deutschen Bergbahnen schauen gespannt, wie das funktionieren soll. Die Zugspitze beispielsweise erlaubt momentan nur drei Tage vorab Onlinetickets. Und um zu stornieren, reicht aktuell ein Hinweis aufs schlechte Wetter.

In Südtirol hat der Skiverbund Dolomiti Superski viel Geld und Aufwand in den Online-Verkauf gesteckt. Sprecher Diego Clara kündigt an: "Es können alle Skipasstypen online gekauft werden." Alters- und Familienrabatt werden ebenfalls online geprüft. Damit werde es möglich, "ohne Menschenkontakt Skifahren zu gehen".

Wurde für diesen Winter weniger investiert?

Vermutlich ja. Der Branchenverband Bergbahnen Graubünden geht davon aus, dass "die eine oder andere Modernisierung verschoben oder zurückgestellt" wurde. Ähnlich sieht es die Tirol Werbung. Die Bergbahnen Hochfügen etwa haben "alle geplanten Investitionen in Lift- und Schneeanlagen zurückgestellt".

Umgekehrt, so der Verband Deutscher Seilbahnen, haben Bahnen wie die Nebelhorn- und Söllereckbahn im Allgäu im Lockdown Umbauten vorgezogen. Diego Clara von Dolomiti Superski erwartet den eigentlichen Einbruch bei den Modernisierungen erst im kommenden Winter, "wenn die neue Saison nicht super läuft oder die versprochenen Ausgleichszahlungen des Staates an die Liftgesellschaften ausbleiben".

Was wird aus dem Après-Ski?

Davon leben viele Täler, also soll das Feiern auch wieder möglich sein: "Für Geimpfte und Genesene wird es kaum noch Einschränkungen geben“, sagt die zuständige österreichische Ministerin Elisabeth Köstinger. Ungeimpfte brauchen einen negativen PCR-Test. Orte können frühere Sperrstunden, etwa 18 Uhr, vorschreiben, und danach nur noch normale Restaurants öffnen.

Überhaupt liegt viel an den einzelnen Gemeinden, wie sie etwas regeln. In Ischgl z.B. wird es ein Alkoholverbot auf den öffentlichen Plätzen geben. Einen anderen Weg geht Zell am See: Dort ist jetzt "Après Chill" angesagt, ein gemütliches Beisammensein nach dem Skifahren auf Wollfell-Sitzplätzen mit ruhiger Musik und passenden Getränken.

Auch im Schwarzwald soll Après-Ski möglich sein, aber die Angebote waren auch in der Vergangenheit nicht mit den Alpen-Hotspots zu vergleichen, resümiert Sprecher Wolfgang Weiler. Momentan werden auch verstärkt Angebote im Freien vorbereitet.

Manche Events finden auch schlicht nicht mehr statt. Am Feldberg wird es keine Weltcups geben, in Ischgl nur noch einen "sanften" Saisonauftakt am 29. November. Und in St. Anton am Arlberg dürfen Besucher vom 3. bis 5. Dezember kostenlos neue Ski- und Board-Modelle auf der Piste testen, statt Party zu machen.

Wie hat sich die Pandemie auf die Skipasspreise ausgewirkt?

Die Tageskarte in Oberstdorf verteuert sich von 51 auf 52,50 Euro, in Garmisch von 50 auf 51 Euro, am Arlberg von 59 auf 61 Euro. Das bewegt sich im Rahmen der Vorjahre. Dolomiti Superski hat die übliche Preisanpassung von zwei bis drei Prozent pro Winter vorgenommen. Für den übernächsten Winter könnte es allerdings mehr werden, bei Strom-Preissteigerungen von 40 Prozent.

Die Skiregion Schladming will "die Balance halten zwischen wirtschaftlichen Zwängen und den Erwartungen der Skigäste". Es wird die Option geprüft, "dass es zu bestimmten Saisonzeiten rund um Schladming flexible Tageskartenpreise geben wird". Floatende Skipasspreise gibt es in der Schweiz längst. "Dynamic Pricing" in Skigebieten wie Davos oder Laax bedeutet täglich wechselnde Preise, die Nachfrage und Wetter berücksichtigen.

Kitzliger ist die Sache bei Saisonkarten. Was passiert, wenn irgendwann 2G vorgeschrieben wird? Daher hat die Zugpsitzbahn schon mal vorgewarnt: "2G ist kein Rücktrittsgrund."

Was müssen Touristen zu Stornobedingungen wissen?

Was geschieht, wenn ein Skigebiet tatsächlich geschlossen werden muss? Graubünden kündigt für solche Fälle an, dass gekaufte Skipässe nicht rückvergütet werden, sondern es nur eine Gutschrift gibt – z.B. für die Engadincard365 in St. Moritz. In Südtirol dagegen gibt es von Dolomiti Superski Geld zurück – allerdings nur, wenn kein einziger Lift im Gültigkeitsbereich fahren darf.

Um noch mehr Geld als beim Skipass geht es bei der Unterkunft: Unter der Aktion "Sorgenfrei buchen" bieten Betriebe in Zell am See kostenfreie Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten bis 48 Stunden vor Anreise. Und wer auf der Seite www.schwarzwald-tourismus.info eine Unterkunft sucht, der kann sich bei den Suchkriterien auch nur Angebote mit "kostenfreier Stornierung" zeigen lassen.

Schwarzwald-Sprecher Wolfgang Weiler: "Bei telefonischer Buchung empfiehlt es sich, direkt die Stornobedingungen auszuhandeln und sich diese per Mail bestätigen zu lassen." Er hat aber auch festgestellt: "Da die Gäste immer kurzfristiger buchen, oft nur ein bis zwei Tage im Voraus, stellt sich die Frage nach Stornofristen oft gar nicht."

Das hat auch Tanja Maruschke von der Olympiaregion Seefeld in Tirol bemerkt: "Durch die Unsicherheit warten viele ab" – nicht immer zu ihrem Vorteil. "Momentan steigen die Preise bei kurzfristigen Buchungen an." Sie geht von einer ähnlichen Entwicklung im Winter aus. "Wer jetzt den Februar Urlaub fix bucht, wird ein besseres Angebot bekommen als im Januar 2022."

Verwendete Quellen:
  • Reiseredaktion SRT

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