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Flughafen: Wie funktionieren die neuen Nacktscanner?


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Wie funktionieren die neuen Nacktscanner?

srt, Hans-Werner Rodrian

Aktualisiert am 01.09.2017Lesedauer: 2 Min.
Die neuen "Nacktscanner" erkennen in Sekundenschnelle, ob der Fluggast gefährliche Gegenstände am Körper mit sich führt oder nicht.
Die neuen "Nacktscanner" erkennen in Sekundenschnelle, ob der Fluggast gefährliche Gegenstände am Körper mit sich führt oder nicht. (Quelle: SRT-Archivbild/Rohde und Schwarz)
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An Deutschlands Flughäfen werden immer mehr Körperscanner der neuen Generation eingesetzt. Die Nutzung bleibt vorerst freiwillig.

Erinnern Sie sich noch? Vor sechs Jahren kamen die ersten Körperscanner aus den USA an deutsche Flughäfen und der Aufschrei war groß: Die Fluggäste wollten beim Sicherheitscheck am Airport nicht virtuell bis auf die Haut ausgezogen werden und empfanden den "Nacktscanner" als Einbruch in die Privatsphäre. Jetzt wird eine neue Generation solcher Bodyscanner an den deutschen Flughafen in großem Stil eingeführt. Und niemand regt sich mehr auf. Was ist geschehen?

Sicherheitscheck im Sekundentakt

Es sieht ein bisschen aus wie im Westernfilm "Zwölf Uhr mittags": Ein Mensch tritt aus der Reihe, stellt sich breitbeinig quer zur Laufrichtung zwischen zwei blaue Metallwände. Dabei hält er die Arme leicht vom Körper entfernt, als wolle er gleich den Colt ziehen. Doch da läuft kein Duell im Wilden Westen ab, sondern nur ein Sicherheitscheck der modernen Art im Flughafen. Und binnen Sekunden kommt schon der nächste dran und darf sich in der etwas albern wirkenden Art zwischen die Sicherheitswände stellen.

Von Stuttgart bis Berlin, von München bis Sylt: An allen deutschen Flughäfen wurde das neue Durchleuchtungssystem im vergangenen halben Jahr im großen Stil eingeführt. Am Terminal 2 des Flughafens München zum Beispiel ist die Kontrolle inzwischen bereits zur Hälfte mit solchen Scannern ausgestattet. Nach mehrmonatigen Tests ist sich die Aufsichtsbehörde sicher: Das Gerät erkennt, ob der Fluggast gefährliche Gegenstände am Körper mit sich führt oder nicht.

Avatar statt realistischem Abbild

Auch das Problem mit dem digitalen Strip, das die Menschen einst so aufbrachte, hält die Behörde für gelöst: Um die Privatsphäre der Fluggäste nicht zu stören, erzeugen die Scan-Geräte der neuesten Generation kein realistisches Bild mehr, sondern nur noch ein Strichmännchen, einen sogenannten Avatar. Schlägt der Scanner Alarm, dann wird der gefundene Bereich am Körper an dieser Personengrafik markiert, und das Personal kann per Hand nachkontrollieren.

Röntgenstrahlung kommt nicht zum Einsatz

Gesundheitlich seien die Strahlen bei den Geräten der neuesten Generation "völlig unbedenklich", teilt der Hersteller, die Firma Rohde & Schwarz, mit. Röntgenstrahlen kämen nicht zum Einsatz. Stattdessen arbeiten die Geräte mit elektromagnetischen Strahlen, den sogenannten Millimeterwellen. Die verwendeten Sendeleistungen lägen um "das Hundert- bis Tausendfache unter der eines Mobiltelefons".
Für Rohde & Schwarz sind die 200.000 Euro teuren Körperscanner ein wichtiger neuer Geschäftszweig. Im vergangenen August hatte die Bundesrepublik Deutschland mit dem Münchener Elektronikhersteller einen Rahmenvertrag über den Kauf von 300 Exemplaren vereinbart. Diese werden bundesweit verteilt, der Flughafen München erhält zum Beispiel 20 Stück.

Nacktscanner sorgen für kürzere Wartezeiten

Mit den neuen Geräten verfolgen die Sicherheitsbehörden zwei Zwecke: Zum einen soll die Personenkontrolle beschleunigt werden. Daneben will man die unangenehmen Begleiterscheinungen der bisherigen Sprengstoff-Suchgeräte beseitigen: Die Personenkontrolleure klagen beim Einsatz von herkömmlichen ETD-Sprengstoff-Suchgeräten vehement über unangenehme Ausdünstungen, Hautrötungen, Schwellungen, Asthma und Atemnot. ETD steht für "Explosive Trace Detector".

Nutzung des Körperscanners freiwillig

Auch der Datenschutz wird bei den neuen Geräten angeblich gewahrt: Dauerhaft gespeichert werde nichts, versichert der Hersteller. Dennoch bleibt die Nutzung des Körperscanners für die Passagiere freiwillig – wer nicht gescannt werden will, der muss eben eine andere Schleuse mit manueller Kontrolle nutzen.

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Von Claudia Zehrfeld, Silke Ahrens
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