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So schützen Verbraucher ihren Ausweis

Sensible Informationen  

Dürfen Hotels und Banken Ihren Ausweis kopieren?

03.12.2019, 11:36 Uhr | dpa-tmn

So schützen Verbraucher ihren Ausweis. Ein Personalausweis: Besteht die Pflicht, das Dokument jederzeit bei sich zu führen? (Quelle: dpa/tmn/Karl-Josef Hildenbrand)

Ein Personalausweis: Besteht die Pflicht, das Dokument jederzeit bei sich zu führen? (Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/tmn)

Den Personalausweis hat jeder Erwachsene fast immer dabei. Auch online ist er vermehrt im Einsatz. Experten klären, wer ihn einsehen darf und welche Hinweise Sie beachten sollten, um Ihre Daten zu schützen.

Manche Hotels oder Banken wollen den Personalausweis für ihre Unterlagen kopieren oder das Dokument soll im Fitnessstudio als Pfand hinterlegt werden. Dabei enthält es sensible Daten. Fragen und Antworten rund um den Personalausweis.

Vor wem muss ich mich ausweisen?

Beamten von Polizei, Zoll, Ordnungsamt und Steuerfahndung können das Vorzeigen des Ausweises verlangen. Dennoch: "Es besteht keine Pflicht, das Dokument jederzeit bei sich zu führen", stellt Matthias Taube, Ministerialrat im Bundesinnenministerium, klar.

Auch wenn Hotels oder Geschäfte auf Melde- oder Jugendschutzrecht verweisen und den Ausweis sehen oder gar kopieren wollen – ein Recht darauf haben sie nicht, sagt Taube. Im Zweifel kaufe der Kunde dann keinen Alkohol. Bei Gästen aus dem Inland können Betriebe auf einem Meldeschein persönliche Angaben wie die Adresse festhalten.

Darf ich meinen Personalausweis kopieren?

"Das ist eine heikle Angelegenheit", erklärt der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke. Bürger dürfen Kopien des eigenen Personalausweises anfertigen oder anfertigen lassen. Diese müssen aber als solche erkennbar sein, so Solmecke.

Zur Sicherheit empfiehlt Ministerialrat Taube, auf Kopien sensible Informationen wie die Zugangs- und Seriennummer, die maschinenlesbare Zone und den personalisierten Sicherheitsfaden zu schwärzen. Diese Regeln gelten auch im Ausland, etwa wenn Sie im Hotel Ihren Ausweis kopieren lassen. 

Für Banken und Versicherungen gelten andere Regeln: Zur Bekämpfung von organisierter Kriminalität müssen diese Unternehmen fünf Jahre lang wichtige Daten ihrer Kunden aufbewahren. Dafür können sie eine ungeschwärzte Kopie des Ausweises anfertigen.

Darf ich den Ausweis als Pfand hinterlegen?

"Prinzipiell ja, aber zumindest wenn man die e-ID-Funktion freigeschaltet hat, ist das keine gute Idee", so Prof. Gerrit Hornung von der Universität Kassel. Durch die kontaktlose Schnittstelle, die zur Authentisierung und elektronischen Signatur genutzt werden kann, sei das Missbrauchspotenzial noch höher als bei unnötigen Kopien oder Scans, warnt auch Rechtsanwalt Solmecke.

Seit 2010 dürfen ausschließlich die zur Identitätsfeststellung befugten Behörden vom Ausweisinhaber verlangen, den Ausweis aus der Hand zu geben. "Sollten Pfandleiher oder Vermieter Kunden also auffordern, ihren Ausweis als Pfand zu hinterlegen, können sie das verweigern und auf andere Wertgegenstände verweisen", so Solmecke. 

Das BMI rät Reisenden dazu, im Ausland ihren Ausweis bei sich zu führen und nicht als Pfand in Hotels oder Unterkünften zu hinterlegen. Statt dem Reisepass können Urlauber etwa einen bestimmten Geldbetrag als Sicherheit hinterlegen. 

Was muss ich beachten, wenn ich meinen Ausweis online nutze?

Durch den Chip in der Ausweiskarte können Nutzer sich im Internet und an Automaten elektronisch identifizieren. Weil die digitale Weitergabe von Daten eine sensible Angelegenheit ist, ist der Vorgang auch besonders geschützt. "Der elektronische Personalausweis hat zwei Sicherungsmittel: Einmal muss man den Ausweis tatsächlich in der Hand haben und andererseits muss man eine selbst gewählte sechsstellige PIN kennen", erklärt Professor Gerrit Hornung.


Dennoch empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf seiner Onlineplattform, sorgsam mit der elektronischen Identität umzugehen. Insbesondere sollen Nutzer auf ihrem Lesesystem zusätzliche Virenscanner installieren. Nach der Identifizierung beim Dienstanbieter werde der Ausweis am besten umgehend vom Gerät entfernt, so die Experten der Bundesbehörde.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

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