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Streik bei Germanwings: 180 Flüge sollen ausfallen

Drei Tage Ausstand  

Streik bei Germanwings: Flugausfälle in München und Nürnberg

30.12.2019, 16:34 Uhr | rtr, dpa, cch

Streik bei Germanwings: 180 Flüge sollen ausfallen. Ein Check-In-Schalter von Eurowings: An den drei Streiktagen sollen insgesamt voraussichtlich 180 Flüge ausfallen. (Quelle: dpa/Marcel Kusch/Archivbild)

Ein Check-In-Schalter von Eurowings: An den drei Streiktagen sollen insgesamt voraussichtlich 180 Flüge ausfallen. (Quelle: Marcel Kusch/Archivbild/dpa)

In der Nacht zum Montag hat der Streik der Lufthansa-Tochter Germanwings begonnen. Wie viele Flüge fallen aus und wie ist die Lage an den Flughäfen?

Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings streiken seit Mitternacht die Flugbegleiter. Der Ausstand, zu dem die Gewerkschaft Ufo aufgerufen hat, soll bis zum Neujahrstag um 0 Uhr dauern. Die größere Konzernschwester Eurowings, in deren Auftrag Germanwings fliegt, hat einen Sonderflugplan angekündigt.

180 Flüge sollen ausfallen

Insgesamt werden an den drei Streiktagen voraussichtlich 180 Flüge ausfallen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Montag. 15 Prozent der Flüge bei Eurowings seien vom Streik betroffen. Von 1.200 Flügen der Konzern-Tochter fänden mehr als 1.000 statt. Ufo-Sprecher Nicoley Baublies sagte am Flughafen Köln-Bonn, die Auswirkungen des Streiks seien "nicht so groß".

In München fielen am Montagmorgen die ersten Flüge aus. Für den gesamten Tag wurden 28 Flüge annulliert, wie ein Sprecher des Flughafens München sagte. Insgesamt sind in München mehr als 50 Starts und Landungen im Streikzeitraum abgesagt worden – allesamt innerdeutsche Verbindung. In Nürnberg komme es am Montag zu keinen Ausfällen, teilte ein Sprecher des Flughafens mit. Für Dienstag wurden zwei Flüge abgesagt, von beziehungsweise nach Hamburg. In Stuttgart seien laut einer Flughafen-Sprecherin nur wenige Flüge ausgefallen.

Auf den Frankfurter Flughafen hat der Streik am Montag keine Auswirkungen gehabt. "Bei uns läuft heute der normale Regelbetrieb", sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. Es seien keine Verbindungen ausgefallen. Auch für die kommenden Streiktage rechne man nicht mit Einschränkungen im Flugbetrieb, da im Frankfurter Winterflugplan keine Flüge von Germanwings vorgesehen seien. Auch die Flughäfen in Hannover und Bremen sollen nicht von den Streiks betroffen sein.

Wird der Streik ausgeweitet?

Allerdings hat Ufo bereits angekündigt, den Streik am Jahresende auf andere Lufthansa-Töchter auszuweiten, sollte sich der Konzern nicht bewegen. Ufo-Sprecher Baublies unterstrich zugleich, die Belegschaft trete sehr geschlossen auf. "Erst wurden 35 Flüge gestrichen, dann 54, jetzt 170. Das heißt, die Germanwings wird heute gerade einmal sieben Prozent ihres ursprünglichen Flugbetriebs hinbekommen." Das sei ein Zeichen für Lufthansa als Konzern. Von dem Ausstand zwischen den Feiertagen seien weniger Geschäftsleute, dafür aber Urlauber betroffen. Deshalb habe es auch eine so lange Ankündigungszeit gegeben, damit die Passagiere auf die Bahn oder andere Eurowings-Flüge ausweichen könnten.

Für Eurowings springen andere Fluglinien des Lufthansa-Konzerns ein. Unter anderem Austrian Airlines und Lufthansa flögen für Eurowings, sagte Eurowings-Sprecher Matthias Eberle. "Jeder Streik und jede Verspätung ist eine zu viel, und insofern bedauern wir es, dass es dazu kommen muss." Zwischen den Jahren sei das "emotional noch etwas anderes". Ein Streik rund um die Feiertage sei den Kunden extrem schwer zu vermitteln. Eberle zeigte sich enttäuscht, dass "auf den Rücken der Kunden und unserer Mitarbeiter ein Tarifkonflikt ausgetragen wird, den man am Tariftisch lösen muss und nicht draußen über Arbeitskämpfe".

Worum es bei dem Streik geht

In dem festgefahrenen Tarifstreit für die 22.000 Kabinenmitarbeiter geht es unter anderem um Zulagen und Arbeitsbedingungen. Ufo und Lufthansa haben sich aber auch einen heftigen Streit über die Tariffähigkeit der Gewerkschaft geliefert. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte sich letztlich zu einer Schlichtung bereit. Für die Gewerkschaft ist der frühere SPD-Chef und ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck, Schlichter. Für Lufthansa hat die Rolle Frank-Jürgen Weise übernommen, der frühere Chef der Bundesagentur für Arbeit.

Bei früheren Ufo-Streiks fielen mehr als Tausend Flüge aus, etwa 200.000 Passagiere waren betroffen. Ufo hat bereits angekündigt, den Streik am Jahresende auf andere Lufthansa-Töchter auszuweiten, sollte sich der Konzern nicht bewegen. Die Schlichter hatten nach Ufo-Angaben bis zuletzt nach einer Lösung in dem Tarifstreit gesucht, allerdings ohne Ergebnis.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters, dpa

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