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Klimakrise: Hitzewelle und Waldbrände in Sibirien alarmieren Klimaforscher

Naturkatastrophe droht  

Hitzewelle und Waldbrände in Sibirien alarmieren Klimaforscher

08.07.2020, 10:15 Uhr | dpa

 (Quelle: KameraOne)
Hitzewelle in Sibirien: Luftaufnahmen zeigen gewaltiges Waldbrände

Eine Hitzewelle in Sibirien hat dort dutzende Waldbrände ausgelöst. Luftaufnahmen zeigen eines der gewaltigen Feuer, das bei der Ortschaft Suturuokha in der Republik Sacha wütet. (Quelle: KameraOne)

Von Hitzewelle befeuert: Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Waldbrände in Sibirien. (Quelle: KameraOne)


Waldbrände und eine beispiellose Hitzewelle beherrschen derzeit weite Regionen Sibiriens. Insbesondere die Brände könnten jedoch weltweit Auswirkungen haben. Denn sie tragen zur Klimakrise bei. Forscher sind beunruhigt.

Klimaforscher sind besorgt wegen der in Sibirien und im äußerten Osten Russlands wütenden Waldbrände und Rekordtemperaturen. (Die Bilder sehen Sie oben im Video oder hier.) Allein im Juni hätten die Brände geschätzt 59 Megatonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre gebracht – sechs Megatonnen mehr als im Juni des Vorjahres. Das teilten Experten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus mit. Das seien die höchsten Emissionen, die nach Copernicus-Daten in den vergangenen 18 Jahren gemessen wurden. Rekordtemperaturen im arktischen Teil Sibiriens und Trockenheit begünstigten die Feuer.

Besonders betroffen waren die Regionen Jakutien und Tschukotka. Zudem stellten die Klimaforscher in Teilen Sibiriens Temperaturen bis zu zehn Grad über dem Junidurchschnitt fest. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace nannte Temperaturen von stellenweise bis zu 38 Grad.

Im Durchschnitt lagen die Werte für den arktischen Teil Sibiriens nach Angaben der Wissenschaftler des Copernicus-Klimawandeldienstes (Copernicus Climate Change Service, C3S) fünf Grad über Normal und damit über ein Grad über den bisher wärmsten Junidurchschnitten (2018 und 2019). Im weltweiten Vergleich wies Sibirien die größten Anormalitäten auf, hieß es.

Forscher besorgt wegen Bränden und Temperaturrekorden in Sibirien (Quelle: dpa/Emergency Situations Ministry Press Service/AP)Russland, Boguchansky: Qualm steigt von einem Waldbrand in der Region Krasnojarsk auf (undatierte Aufnahme aus einem Flugzeug). (Quelle: Emergency Situations Ministry Press Service/AP/dpa)

Verzicht auf Löscheinsätze – aus Kostengründen

"Was Besorgnis erregt ist, dass die Arktis sich schneller erwärmt als der Rest der Welt", sagte C3S-Direktor Carlo Buentempo beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF). Eine Rolle spielen könnten dauerhaft starke Winde. Zudem seien die Schneedecke und die Feuchtigkeit auf Tiefstständen gewesen. Die geringe Feuchtigkeit habe vor allem zu der Vielzahl von Bränden mit Schwerpunkt im Nordosten Sibiriens beigetragen.

Die Lage bei den Waldbränden in Russland ist angespannt – Anfang Juli war eine Fläche von mehr als zwei Millionen Hektar betroffen. Am Dienstag lag der Wert erstmals seit Tagen unter einer Million Hektar. In sieben Regionen des flächenmäßig größten Landes der Erde galt der Ausnahmezustand. Besonders in entlegenen Regionen, in denen keine Menschen wohnen, verzichten die Behörden aus Kostengründen auf Löscheinsätze. Insgesamt sei die Lage schlimmer als Anfang Juli vorigen Jahres, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit.

Rauchentwicklung in Corona-Zeiten besonders gefährlich

Seit Jahresbeginn brannte nach Darstellung von Greenpeace eine Waldfläche von 8 Millionen Hektar ab. Zum Vergleich: 2019 waren nach Schätzungen 15 Millionen Hektar betroffen, eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Bayern. Greenpeace warf den Behörden vor, keine Lehren aus der Brandkatastrophe von 2019 gezogen zu haben und den Klimawandel zu ignorieren.

"Das Unheil in den Wäldern Sibiriens und des Fernen Ostens wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholen", teilte Greenpeace mit. Auch Städte und Dörfer könnten erneut in dickem Qualm versinken. Das sei in Zeiten der Corona-Pandemie besonders für Menschen mit Atemwegserkrankungen gefährlich, weil in den Kliniken weiter viele Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 behandelt würden, hieß es.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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