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CO2-Preis, Plastikverbot, EEG – was 2021 alles nachhaltiger wird

Von dpa, t-online, cho

Aktualisiert am 01.01.2021Lesedauer: 5 Min.
Windrad auf einem Feld (Symbolbild): Die EEG-Umlage ist ab 2021 nicht mehr der einzige Topf, aus dem der Ausbau Erneuerbarer Energien finanziert wird.
Windrad auf einem Feld (Symbolbild): Die EEG-Umlage ist ab 2021 nicht mehr der einzige Topf, aus dem der Ausbau Erneuerbarer Energien finanziert wird. (Quelle: Axel Schmies/getty-images-bilder)
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Die Erde wird immer wĂ€rmer, die Ressourcen immer knapper. Nachhaltiges Handeln ist deshalb gefragt – von Politik, Wirtschaft und jedem Einzelnen. Was sich 2021 in dieser Richtung tut.

Das Wichtigste im Überblick


  • Verbot von Einwegplastik
  • Neue Vorgaben fĂŒr Investmentfonds
  • CO2-Preis fĂŒr Energie und Verkehr
  • EEG-Umlage
  • Kfz-Steuer
  • Neue Energieeffizienzklassen
  • Neue Nachhaltigkeitsstrategie
  • Vodafone und TelefĂłnica werden grĂŒner

Die Uhr tickt: Machen wir so weiter wie bisher, bleiben uns noch etwa 25 Jahre, um den Temperaturanstieg auf der Erde auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Bis zum 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens sind es sogar nur noch sieben Jahre. Höchste Zeit also, zu handeln.

Welche Maßnahmen 2021 in Deutschland und EU-weit in Kraft treten, um den CO2-Ausstoß zu verringern, zeigt Ihnen unser Überblick.

Verbot von Einwegplastik

Drei Jahre hat es gebraucht vom Beschluss bis zur Umsetzung, nun kommt es endlich: das Verbot von Einwegplastik. Ab dem 3. Juli 2021 sind bestimmte Einwegprodukte aus Plastik EU-weit nicht mehr erlaubt. Dazu zĂ€hlen: WattestĂ€bchen, Besteck, Teller, Strohhalme, RĂŒhrstĂ€bchen oder StĂ€bchen fĂŒr Ballons. Ebenso verboten sind dann GetrĂ€nkebecher und LebensmittelbehĂ€lter aus Styropor.

Weil sich Einwegplastik nur extrem langsam zersetzt, macht es aktuell einen großen Teil des MeeresmĂŒlls aus. Das soll sich durch das Verbot Ă€ndern. Verbraucher sollen statt auf Plastik stĂ€rker auf wiederverwendbare Verpackungen oder andere umweltfreundlichere Alternativen zurĂŒckgreifen.

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Neue Vorgaben fĂŒr Investmentfonds

Die EU will die Finanzwirtschaft stĂ€rker in die Pflicht nehmen, am Übergang ins nachhaltige Zeitalter mitzuwirken – etwa indem sie mehr Gelder in Nachhaltigkeitsprojekte lenkt oder Kredite bereitstellt, die Unternehmen dabei helfen, sich nachhaltiger aufzustellen. Ein Baustein dabei: Anlageberaterinnen sollen ihre Kunden fragen mĂŒssen, ob sie ihr Geld nachhaltig investieren wollen.

Außerdem sollen in den Verkaufsprospekten von Investmentfonds Informationen zur Nachhaltigkeit verpflichtend werden. Das regelt die EU-Offenlegungsverordnung, die am 10. MĂ€rz 2021 in Kraft treten soll. Aller Voraussicht nach wird es aber noch bis Anfang 2022 dauern, bis die Vermögensverwalter die Verordnung auch umsetzen mĂŒssen.

CO2-Preis fĂŒr Energie und Verkehr

Energie- und Verkehrsunternehmen mĂŒssen ab Januar fĂŒr jede Tonne CO2, die sie ausstoßen, eine Abgabe zahlen. Dieser CO2-Preis soll sowohl Benzin und Diesel als auch Heizöl und Erdgas verteuern – und zwar in immer stĂ€rkerem Maß bis 2025. Die Idee dahinter: Fossile Brenn- und Kraftstoffe sollen weniger attraktiv werden.

Um die steigenden Kosten sozial abzufedern, hat die Regierung milliardenschwere Entlastungen beschlossen – etwa bei der Erneuerbare-Energien-Umlage (siehe nĂ€chster Abschnitt), der Pendlerpauschale und bei Fördermitteln fĂŒr klimafreundliche Heizungen.

EEG-Umlage

Eigentlich hĂ€tte die Umlage zur Förderung der Ökoenergien, kurz EEG-Umlage, 2021 von knapp 6,8 Cent auf fast 9,7 Cent steigen sollen. Das tut sie aber nicht, weil der Staat eingreift und die Umlage auf 6,5 Cent deckelt. 2022 sogar noch stĂ€rker: auf 6,0 Cent. Finanziert wird das mit elf Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt und Einnahmen aus dem CO2-Preis.

Die Hoffnung, dass durch diesen Deckel der Strompreis spĂŒrbar sinkt, scheint allerdings nicht aufzugehen. Zwar haben zum Jahreswechsel einige Versorger Preissenkungen angekĂŒndigt, andere wollen ihre Tarife aber erhöhen. Verivox hat bisher 45 Grundversorger gezĂ€hlt, die den Preis im Schnitt um 1,8 Prozent senken wollen. Gleichzeitig hĂ€tten aber 42 Grundversorger Steigerungen von durchschnittlich 2,4 Prozent mitgeteilt.

Check24 kommt auf etwas andere Zahlen: Nach Angaben des Vergleichportals wollen 59 Grundversorger Anfang kommenden Jahres den Strompreis erhöhen oder haben dies bereits in den vergangenen Wochen getan. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen demnach 4,6 Prozent. FĂŒr einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden bedeutet das zusĂ€tzliche Kosten von durchschnittlich 74 Euro pro Jahr. Eine Preissenkung hĂ€tten 47 Grundversorger angekĂŒndigt – im Schnitt um 2,4 Prozent.

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Bis Ende des Jahres soll die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes unter Dach und Fach sein. Wichtige Punkte aber sind noch umstritten. Die SPD etwa will einen noch stÀrkeren Ausbau von Wind- und Sonnenenergie.

Kfz-Steuer

Ab 2021 steigt fĂŒr neue Autos mit hohem Spritverbrauch die Kfz-Steuer. Das soll die BĂŒrger dazu bringen, sparsamere Pkw zu kaufen. Bereits zugelassene Autos sind allerdings nicht betroffen. Die Steuer wird kĂŒnftig stĂ€rker daran ausgerichtet, wie viel CO2 ein Fahrzeug ausstĂ¶ĂŸt.

Einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft zufolge verteuere sich die Kfz-Steuer pro Jahr im Schnitt um 15,80 Euro – bei vielen Autos Ă€ndere sich aber ĂŒberhaupt nichts. Zur Reform gehört auch, dass die Steuerbefreiung fĂŒr reine Elektrofahrzeuge bis zum 31. Dezember 2025 verlĂ€ngert wird.

Neue Energieeffizienzklassen

Statt A+++, A++, A+, A, B, C und D heißt es kĂŒnftig schlicht A, B, C, D, E, F und G. Die Energieeffizienzklassen fĂŒr ElektrogerĂ€te wie KĂŒhlschrĂ€nke, GeschirrspĂŒler, Waschmaschinen und Fernseher Ă€ndern sich ab MĂ€rz 2021. Aber nicht nur die Bezeichnung wird neu, die PrĂŒfer legen auch andere Kriterien an – neben dem Stromverbrauch etwa auch Reparaturfreundlichkeit und UmweltvertrĂ€glichkeit.

Gut möglich also, dass ein GerĂ€t, das bisher die beste Klasse A+++ besaß, dann nur noch in der Klasse E landet. Mit einem A sollen in Zukunft nur noch solche GerĂ€te ausgezeichnet werden, die ganz besonders effizient sind.

Neue Nachhaltigkeitsstrategie

Wie kann die Landwirtschaft nachhaltiger werden? Wie schĂŒtzen wir das Leben unter Wasser? Mit welchen Maßnahmen können wir unser Zusammenleben verbessern? Fragen wie diese stellte die Bundesregierung im Jahr 2020 den BĂŒrgern, um die Antworten dann bei der neuen Nachhaltigkeitsstrategie zu berĂŒcksichtigen.

Die Strategie soll in der ersten JahreshÀlfte 2021 beschlossen werden und umfasst diese Themenfelder:

  • Energiewende und Klimaschutz
  • Kreislaufwirtschaft
  • Nachhaltiges Bauen und Verkehrswende
  • Nachhaltige Agrar- und ErnĂ€hrungssysteme
  • Schadstofffreie Umwelt
  • Menschliches Wohlbefinden und FĂ€higkeiten sowie soziale Gerechtigkeit

Vodafone und TelefĂłnica werden grĂŒner

Deutschlands Telekommunikationsunternehmen setzen immer stĂ€rker auf Ökostrom, um ihre Antennen, Server und Shops klimaschonender zu betreiben. Wo Strom noch aus Kohlekraftwerken stammt, will Vodafone das ĂŒber den Kauf von Erneuerbaren-Zertifikaten ausgleichen.

Diese beziehen sich auf anderswo betriebene Solar-, Wind- oder Wasserkraftanlagen. Vodafones Stromverbrauch wird dadurch rechnerisch komplett grĂŒn – und zwar rĂŒckwirkend fĂŒr das im April begonnene GeschĂ€ftsjahr 2020/21.

Der Konkurrent TelefĂłnica will ab Anfang 2021 GrĂŒnstrom-Zertifikate einkaufen, die sich auf skandinavische Wasserkraft beziehen. Dadurch wĂŒrde TelefĂłnica seinen Stromverbrauch rechnerisch ebenfalls komplett grĂŒn machen. 2019 lag der sogenannte graue Anteil noch bei 16 Prozent des Konzernstromverbrauchs, Tendenz sinkend.

Stromverbrauch der Telekom schon seit 2020 grĂŒn

Die Deutsche Telekom deckt ihren Stromverbrauch im Inland hingegen schon seit Jahresbeginn 2020 komplett mit Erneuerbaren Energien ab und setzt hierbei ebenfalls auch auf Zertifikate-Einkauf.

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Unumstritten ist so ein Nachweishandel allerdings nicht. UmweltschĂŒtzer bemĂ€ngeln etwa, dass dadurch weiterhin CO2 ausgestoßen wird und sich somit alles in allem nur wenig Ă€ndert. Am besten wĂ€re es aus ihrer Sicht, den Strom aus Ökoquellen vor Ort zu beziehen.

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