Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Europäische Union >

Grünen-Studie: Kaum ein Großkonzern zahlt in der EU den regulären Steuersatz

Studie im Auftrag der Grünen  

Kaum ein Großkonzern zahlt in der EU den regulären Steuersatz

22.01.2019, 08:50 Uhr | AFP, rtr

Grünen-Studie: Kaum ein Großkonzern zahlt in der EU den regulären Steuersatz. Europafahnen vor der EU-Kommission in Brüssel: Nur in Bulgarien konnte die Studie keine Abweichung zwischen Steiersatz und tatsächlicher Abgabenlast feststellen. (Symbolfoto) (Quelle: imago images/Winfried Rothermel)

Europafahnen vor der EU-Kommission in Brüssel: Nur in Bulgarien konnte die Studie keine Abweichung zwischen Steuersatz und tatsächlicher Abgabenlast feststellen. (Symbolfoto) (Quelle: Winfried Rothermel/imago images)

Die EU scheint ein einziges großes Steuerparadies für große Unternehmen zu sein. Auch in Deutschland liegt ihre reale Abgabenlast weit unter den 30 Prozent, die sie zahlen müssten.

Große Konzerne zahlen laut einer Studie der Grünen im EU-Parlament fast nirgendwo in der Europäischen Union den gesetzlich vorgeschriebenen Steuersatz. Es gebe massive Unterschiede zwischen den offiziell geltenden Steuern und der tatsächlich gezahlten Abgabenlast multinationaler Unternehmen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die Studie, die am Dienstag veröffentlicht werden soll.

Demnach gibt es in Luxemburg die stärkste Abweichung zwischen nominalem und effektivem Steuersatz: Offiziell lag dieser Wert in den Jahren 2011 bis 2015 bei 29 Prozent; tatsächlich zahlten Unternehmen durchschnittlich aber nur zwei Prozent.

In Deutschland liegt die Abgabenlast eigentlich bei 30 Prozent; der Untersuchung zufolge führten Konzerne aber tatsächlich nur 20 Prozent an den Fiskus ab. Lediglich in Bulgarien wurde keine Abweichung festgestellt.

Grüne fordern mehr Steuertransparenz

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold, fordert mehr Transparenz über die Steuerpraktiken multinationaler Unternehmen. "Die EU-Kommission hat einen guten Vorschlag zur Steuertransparenz großer Konzerne vorgelegt", sagte Giegold der "Süddeutschen Zeitung". "Nun muss Finanzminister Olaf Scholz seine Blockade aufgeben und sich im Rat für länderbezogene Steuertransparenz einsetzen."

Die EU müsse den Bürgern vor der Europawahl im Mai zeigen, dass sie etwas Wirksames gegen dubiose Steuerpraktiken auf die Reihe bekomme, forderte Giegold. Laut Zeitung griffen die Grünen für die Untersuchung auf die Datenbank Orbis zurück, weil diese die besten verfügbaren Informationen über die Steuerlast großer Unternehmen liefere. Sie seien von dem Steuerexperten Petr Jansky von der Prager Karls-Universität ausgewertet worden.

Verwendete Quellen:

Ihre Meinung zählt!

Wir freuen uns auf angeregte und faire Diskussionen zu diesem Artikel.
Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Gefällt 0 Gefällt nicht0
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Magenta SmartHome Bonus: bis zu 4 Geräte für nur 1,- €*
zur Telekom
Anzeige
Wenn Polsterträume wahr wer- den: Sofaecke ab 399,99 €
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal