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Sigmar Gabriel über EU: "Wir sind die letzten Vegetarier der Weltpolitik"

Gabriel über die EU  

"Wir sind die letzten Vegetarier der Weltpolitik"

09.03.2019, 22:07 Uhr | dpa

Sigmar Gabriel über EU: "Wir sind die letzten Vegetarier der Weltpolitik". Sigmar Gabriel: Der frühere Außenminister kritisiert, dass Europa zerklüftet sei.  (Quelle: imago images/reportandum)

Sigmar Gabriel: Der frühere Außenminister kritisiert, dass Europa zerklüftet sei. (Quelle: reportandum/imago images)

Sigmar Gabriel sieht Europa in Gefahr. Nicht nur der Brexit verschlechtere die Position der EU in der Welt. Der frühere Außenminister beklagt ein Führungsvakuum – und das Fehlen einer Strategie.

Der frühere Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) glaubt, dass die EU an ihren inneren Widersprüchen scheitern könnte. Europa sei zerklüftet und mehrfach gespalten. "In der Finanzpolitik zwischen Nord und Süd, in Fragen der Rechtsstaatlichkeit zwischen Ost und West", sagte Gabriel der österreichischen Zeitung "Presse am Sonntag".

Die zweite große Gefahr bestehe im Brexit, der die Position der EU gegenüber dem Rest der Welt verschlechtern werde. "Wir sind die letzten Vegetarier der Weltpolitik in dieser Welt der Fleischfresser. Wenn die Briten gehen, dann glauben alle, wir seien Veganer."

Führungsvakuum in der EU

Es werde in der Zukunft von außen weitere Versuche geben, die Risse in der EU zu vertiefen, glaubt der SPD-Politiker. "Wir haben keinen Chef in Europa, der Kleine hat bei uns genau so viel zu sagen wie der Große. Und das finden die Trumps, die Xi Jinpings, die Putins und die Erdogans dieser Welt komisch."

Insgesamt gebe es ein Führungsvakuum in der EU. "Wir werden einfach als Schwächlinge wahrgenommen, wenn wir nicht einmal unseren Laden zusammenhalten können." Gabriel konstatiert in dieser Hinsicht eine "Großmannssucht der Berliner Republik". Die Bonner Republik habe die Gleichwertigkeit aller Europäer noch besser repräsentiert.
 

 
Gabriel vermisst zudem eine geopolitische Strategie der Europäischen Union. Man könne etwa den Chinesen nicht vorwerfen, dass sie eine solche Strategie hätten. "Wir müssen uns vorwerfen, dass wir keine haben." Die Welt werde unbequemer. "Wenn wir Europäer uns behaupten und souverän bleiben wollen, werden wir das nur gemeinsam schaffen. Dazu gehört auch eine gemeinsame Verteidigung."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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