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Terror in Paris und Brüssel: Unheimliche Verbindungen der Attentäter

Unheimliche Verbindungen  

Paris-Brüssel und zurück - das Terror-Puzzle im Überblick

27.03.2016, 08:16 Uhr | Von Roland Siegloff, dpa

Terror in Paris und Brüssel: Unheimliche Verbindungen der Attentäter. Terroristen Laachraoui, Abaaoud, Abdeslam (Quelle: dpa)

Terroristen Laachraoui, Abaaoud, Abdeslam (Quelle: dpa)

Fingerabdrücke, DNA-Spuren, gemeinsame Reisen. Allmählich setzen Fahnder das Puzzle der Terrorverbindungen in Belgien und Frankreich zusammen - mit Querverbindungen nach Deutschland und in die Türkei

Einer hinterlässt Fingerabdrücke in einer Wohnung, die der spätere Metro-Attentäter von Brüssel gemietet hat. Ein anderer fingert an Bomben herum, die in Paris explodieren, und sprengt sich dann am Brüsseler Flughafen in Luft. Und ein Salafist aus Düsseldorf sitzt im selben Flugzeug aus der Türkei nach Amsterdam wie der andere Selbstmordattentäter vom Airport. 

Die Verbindungen zwischen den Terroristen und Verdächtigen rund um die tödlichen Anschläge von Brüssel und Paris sind vielfältig, teils unübersichtlich und manchmal unheimlich - ein Überblick:

Salah Abdeslam (26)
 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Der Franzose war bis zu seiner Festnahme in der Brüsseler Stadtgemeinde Molenbeek am 18. März monatelang der meist gesuchte Staatsfeind in Belgien. Er sitzt seither in Haft - und dürfte eine Schlüsselfigur der Anschläge sein.

- Abdeslam soll Fingerabdrücke auf einem Wasserglas in der Wohnung hinterlassen haben, die Khalid el-Bakraoui im Stadtteil Forest gemietet hatte - eine Woche nach der Polizeiaktion dort sprengte sich Khalid El Bakraoui in der Brüsseler Metro in Luft, sein Bruder Ibrahim (30) zündete eine der Bomben am Flughafen. 

- Abdeslam fuhr nach Erkenntnissen der Ermittler mit Attentätern aus Belgien zu den Anschlägen mit 130 Toten in Paris, bei denen am 13. November sein Bruder Brahim, der mutmaßliche Organisator Abdelhamid Abaaoud und sieben weitere Terrorverdächtige ums Leben kamen.

- Abdeslam hat demnach auch ein Auto gemietet, das sechs Wochen zuvor anhand der Navigationsdaten im süddeutschen Ulm geortet wurde. Dort soll er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen drei Männer abgeholt und nach Brüssel gebracht haben.

 Deutsche Sicherheitskreise bestätigten dies gegenüber t-online.de. Einer der drei könnte ein Mann sein, dessen Ausweis später in dem Haus in Forest gefunden wurde.

- Abdeslam übernachtete bei einer anderen Reise am 10. September 2015 mit zwei anderen Männern in der Autobahnraststätte Geiselwind. Auch die bayerische Polizei hat Abdeslams Aufenthalt in einem Gasthof in Unterfranken bestätigt. Er kam damals aus Ungarn und Österreich.

Najim Laachraoui (24) 

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Der Elektromechaniker aus der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek gilt als Bombenbauer der Attentäter. Sprengstoff, der in Paris verwendet wurde, soll seine DNA getragen haben.

- Laachraoui starb wie Ibrahim el-Bakraoui als Selbstmordattentäter am Brüsseler Flughafen. 2013 soll er sich in Syrien als einer der ersten belgischen Dschihadisten der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.

- Unter dem falschen Namen Soufiyane Kayal fiel Laachraoui im September 2015 zusammen mit Salah Abdeslam und Mohamed Belkaid, der bei der Polizeiaktion in Forest ums Leben kam, Kontrolleuren an der ungarisch-österreichischen Grenze auf. 

Ibrahim el-Bakraoui (29) 

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Der verurteilte Gewaltkriminelle wurde im Sommer 2015 an der türkisch-syrischen Grenze aufgegriffen und nach Amsterdam geschickt - im gleichen Flugzeug saß der Salafist Samir E., der am Donnerstag unter dem Verdacht der "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" in Düsseldorf festgenommen wurde. Offenbar war dies jedoch ein Irrtum: Der Verdacht einer Verbindung zwischen den beiden bestätigte sich nach Polizeiangaben nicht und E. ist wieder auf freiem Fuß. 

- El-Bakraoui sprengte sich mit Najim Laachraoui am Brüsseler Flughafen in die Luft. Ihr Komplize, der zunächst entkommen konnte, könnte der am Freitag unter Terrorverdacht in Brüssel festgenommene Faycal C. sein. 

Khalid el-Bakraoui (27) 

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Der jüngere Bruder von Ibrahim el-Bakraoui zündete nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft die tödliche Bombe in der Brüsseler Metro. Der 27-Jährige mietete unter Tarnnamen die Wohnung in Forest und ein Haus in Charleroi, in dem die Attentäter sich vor den Anschlägen von Paris aufgehalten haben sollen.

- Sein Name fand sich dem "Spiegel" und dpa-Informationen zufolge in einer Kurznachricht auf dem Handy eines Marokkaners, aus Brüssel kommend am Mittwochabend auf dem Bahnhof in Gießen festgenommen wurde. Der Festgenommene trug Papiere bei sich zu einer Verletzung vom 18. März - dem Tag, an dem Salagh Abdeslam in Brüssel festgenommen wurde. Er war illegal in der Schengen-Zone.

Abdelhamid Abaaoud (28)

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris soll nach Angaben des griechischen Nachrichtensenders Skai eine Wohnung in Athen gemietet haben, in der die Polizei im Januar 2015 Pläne für einen Anschlag auf den Brüsseler Flughafen gefunden hat. In einer anderen Wohnung in Athen habe die Polizei damals einen 33-Jährigen festgenommen, den Griechenland nach Belgien überstellte.

- Der 28-jährige Belgier Abaaoud kam am 18. November 2015 beim Einsatz eines Spezialkommandos in Saint-Denis bei Paris nach den Attentaten ums Leben. 

- Abaaoud hatte seinen damals 13-jährigen Bruder Younes nach Syrien entführt, wo er sich dschihadistischen Kämpfern anschloss. Abaaouds Name wird mit etlichen Terrorverdächtigen in Verbindung gebracht.

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