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Fukushima: Tausende kommen zu explodiertem Atomkraftwerk


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Zerstörtes Atomkraftwerk soll Touristenmagnet werden

Von afp
Aktualisiert am 04.03.2018Lesedauer: 2 Min.
Das explodierte Atomkraftwerk von Fukushima: Der Energiekonzern Tepco wird noch Jahre damit beschäftigt sein, die Unfallstelle von 2011 umzubauen.
Das explodierte Atomkraftwerk von Fukushima: Der Energiekonzern Tepco wird noch Jahre damit beschäftigt sein, die Unfallstelle von 2011 umzubauen. (Quelle: kyodo/dpa-bilder)
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2011 kam es zu einem katastrophalen Unfall im Atomkraftwerk von Fukushima. Der Energiekonzern Tepco will die Unfallstelle zu einer Touristenattraktion machen. Funktioniert das?

Im März 2011 hatte ein heftiges Seebeben einen Tsunami ausgelöst, der die Nordostküste Japans verwüstete, mehr als 18.000 Menschen tötete und den schlimmsten Nuklearunfall seit Tschernobyl 1986 auslöste.

Eine Familie am Grab einer Angehörigen: Bei dem Erdbeben und Tsunami von 2011 starben mehr als 18.000 Menschen.
Eine Familie am Grab einer Angehörigen: Bei dem Erdbeben und Tsunami von 2011 starben mehr als 18.000 Menschen. (Quelle: kyodo/dpa-bilder)

Nach der Nuklearkatastrophe vom 11. März war der Zugang zum Gelände nur Experten, Abgeordneten und Regierungsvertretern gestattet. Jetzt will es der Energiekonzern Tepco zu einer Massenattraktion machen. Mit dem Rückgang der Strahlenbelastung in den meisten Bereichen des Kraftwerks steigen die Besucherzahlen allmählich an. Inzwischen lässt die Betreiberfirma Tepco auch Gruppen von Anwohnern, Botschaftsvertretern und Schülern aufs Gelände, doch noch keine Einzelbesucher.

Tepco will in Fukushima 20.000 Besucher pro Jahr

Die Zahl der Besucher für das Geschäftsjahr bis März 2017 stieg auf rund 10.000. Bis 2020, wenn Tokio die Olympischen Sommerspiele ausrichtet, will der Betreiber die Zahl verdoppeln, wie Takahiro Kimoto von Tepco sagt. "Wir wollen nicht die Botschaft aussenden, dass es sicher ist", betont er. "Uns ist wichtiger, dass die Leute sehen, was hier wirklich vor sich geht, ohne Vorurteile. Die Inspektionen werden dazu beitragen, die Region wiederzubeleben und den Imageschaden zu reduzieren."

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Auch Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees seien willkommen. Das Unternehmen sei nicht nur für die Wiederbelebung der Region verantwortlich, sondern sollte zukünftigen Generationen auch als mahnendes Beispiel dienen.

Fukushima ist Austragungsort der Olympischen Spiele

Um die Region mit neuem Leben zu füllen, wird Fukushima während der Olympischen Spiele die Baseball- und Softballwettbewerbe ausrichten. Tepco hofft zudem, Teams im Rahmen des Rugby World Cups 2019 in einem Trainingszentrum zu beherbergen, das derzeit den Arbeitern als Unterkunft dient.

Auf dem Kraftwerksgelände sind Dekontaminierungsarbeiten im Gange, Tausende Arbeiter bekommen warme Mahlzeiten, nutzen die Duschen und machen Einkäufe in einem Laden. Doch die Strahlenbelastung bleibt in den Gebieten rund um die drei geschmolzenen Reaktoren extrem hoch, was den Abbau der Anlage verlangsamt - der Prozess wird wohl Jahrzehnte dauern. Verdrehte Stahlträger und vom Tsunami und Wasserstoff-Explosionen eingerissene Wände künden heute noch von dem Desaster.

Bürger demonstrieren vor einem Bezirksgericht in Fukushima: Ein japanisches Gericht stellte eine Mitschuld des Staates und des Betreiberkonzerns Tepco an der Atomkatastrophe fest.
Bürger demonstrieren vor einem Bezirksgericht in Fukushima: Ein japanisches Gericht stellte eine Mitschuld des Staates und des Betreiberkonzerns Tepco an der Atomkatastrophe fest. (Quelle: kyodo/dpa-bilder)

Vor dem siebten Jahrestag wurden AFP-Journalisten auf das Dach des Reaktors Nummer Drei gelassen: Von dort ist ein Becken mit Wasser zu sehen, in dem 560 Brennstäbe lagern. Jeder Arbeiter muss hier Schutzanzug und -maske tragen, drei Paar Handschuhe und einen Dosimeter zur Messung der Strahlenbelastung. Auf dem Dach, wo an jeder Ecke Messgeräte hängen, dürfen sich die Arbeiter maximal zwei Stunden pro Tag aufhalten.

Um das Gelände wird eine Stahlkuppel gebaut

Nun wird auf dem Dach eine gigantische Stahlkuppel gebaut, um zu verhindern, dass bei der Überführung der Brennstäbe aus dem Becken an einen externen Lagerplatz Strahlung austritt. Die größte Herausforderung sei die hohe Strahlenbelastung, sagt ein Vertreter des Kraftwerks, Daisuke Hirose: "Wir müssen die Strahlenbelastung für die Arbeiter senken, aber das verhindert lange Einsätze da oben." Die Gesamtkosten für Stilllegung, Dekontaminierung und Entschädigungszahlungen könnten sich Schätzungen zufolge auf umgerechnet 157 Milliarden Euro belaufen. Tepco rechnet mit einer Zeitspanne von 30 bis 40 Jahren.

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Verwendete Quellen
  • AFP
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  • Marc von Lüpke-Schwarz
Von Marc von Lüpke und Florian Harms
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