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Skripal-Attentäter angeblich russischer Geheimdienst-Offizier

Giftanschlag mit Nowitschok  

Skripal-Attentäter angeblich russischer Geheimdienst-Offizier

Von David Ruch

26.09.2018, 22:46 Uhr
. Verdächtiger im Fall Skripal: Ruslan Boschirow soll in Wirklichkeit Anatoli Chepiga heißen und Oberst beim russischen Militärgeheimdienst GRU sein. (Quelle: Reuters/Metroplitan Police handout)

Verdächtiger im Fall Skripal: Ruslan Boschirow soll in Wirklichkeit Anatoli Chepiga heißen und Oberst beim russischen Militärgeheimdienst GRU sein. (Quelle: Metroplitan Police handout/Reuters)

Russland streitet jede Beteiligung stoisch ab. Doch im Fall des Giftanschlags von Salisbury gibt es offenbar neue Hinweise – die direkt zum russischen Militärgeheimdienst führen.

Im Fall des Giftanschlags auf den russischen Ex-Agenten Sergei Skripal und dessen Tochter scheint sich der Verdacht gegen den russischen Staat zu erhärten. Das investigative Recherche-Netzwerk Bellingcat und das russische Portal The Insider wollen einen der beiden Verdächtigen zweifelsfrei identifiziert haben. Es handelt sich demnach um den Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU Anatoli Chepiga.

Die beiden mutmaßlichen russischen Agenten waren vor knapp zwei Wochen im russischen Fernsehen aufgetreten. Dem Sender RT sagten die Männer, die sich in dem Interview als Alexander Petrow und Ruslan Boschirow ausgaben, sie seien als Touristen nach Großbritannien gereist. Freunde hätten ihnen empfohlen, "die wunderschöne Stadt" Salisbury zu besuchen. Dort war nach dem Anschlag auf die Skripals der hochgiftige  Kampfstoff Nowitschok entdeckt worden.

Bellingcat erklärte nun, Boschirow sei ohne Zweifel Anatoli Chepiga. Mehrere Personen, die mit dem Verdächtigen oder den Ermittlungen vertraut seien, hätten die Identität und die Recherchen von Bellingcat bestätigt.

Agenten-Krimi in britischer Kleinstadt

Die britischen Ermittler werfen Boschirow und Petrow vor, unter Decknamen nach Salisbury gereist zu sein und den Giftanschlag auf Sergei und Julia Skripal verübt zu haben. Vater und Tochter Skripal waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt entdeckt worden. Sie mussten wochenlang intensiv behandelt werden und entkamen nur knapp dem Tod. Die Britin Dawn Sturgess, die ebenfalls mit dem Gift in Kontakt kam, verstarb.

Verdächtiger Alexander Petrow: Er soll laut britischen Ermittlern mit einem Komplizen nach Salisbury gereist sein und soll dort den Giftanschlag auf Sergei und Julia Skripal verübt haben. (Quelle: Reuters/Metroplitan Police handout)Verdächtiger Alexander Petrow: Er soll laut britischen Ermittlern mit einem Komplizen nach Salisbury gereist sein und soll dort den Giftanschlag auf Sergei und Julia Skripal verübt haben. (Quelle: Metroplitan Police handout/Reuters)

Aufnahme aus Salisbury vom 3. März: Auch mittels Überwachungskameras konnten die britischen Ermittler den Weg der mutmaßlichen russischen Agenten minutiös nachzeichnen. (Quelle: Reuters/Metroplitan Police handout)Aufnahme aus Salisbury vom 3. März: Auch mittels Überwachungskameras konnten die britischen Ermittler den Weg der mutmaßlichen russischen Agenten minutiös nachzeichnen. (Quelle: Metroplitan Police handout/Reuters)

London macht den Kreml für das Attentat verantwortlich. "Die Regierung ist sich sicher, das diese Männer Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdiensts GRU sind, die eine verheerend giftige, illegale chemische Waffe auf den Straßen unseres Landes eingesetzt haben", teilte das britische Außenministerium Mitte September mit. Moskau bestreitet die Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus.

Kannte Putin den Geheimdienst-Oberst?

Laut Bellingcat ließen die Enthüllungen keinen Zweifel, dass die Verdächtigen in feindlicher Regierungsmission handelten. Dafür spreche auch, dass die mutmaßlichen Geheimdienstler mit Tarnidentitäten nach Großbritannien gereist seien. Das Recherche-Portal mutmaßte zudem, dass Präsident Wladimir Putin die Identität Chepigas bekannt gewesen sein dürfte. Der mutmaßliche Geheimdienst-Oberst war für seine Dienste in der Armee mit dem höchsten staatlichen Orden ausgezeichnet worden, als "Held der Russischen Förderation". Gewöhnlich wird die Auszeichnung vom russischen Präsidenten verliehen.


Der Kreml-Chef hatte sich Mitte September persönlich vor die beiden Verdächtigen gestellt. Es gäbe "nichts Außergewöhnliches und Kriminelles" an ihnen, hatte Putin erklärt. Es handle sich um Zivilisten, nicht um Militärangehörige.

Verwendete Quellen:

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