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Drama in Bogotá: 21 Tote bei Bombenanschlag in Kolumbien

Bürgerkrieg in Kolumbien  

21 Tote bei Bombenanschlag auf Polizeiakademie in Bogotá

18.01.2019, 07:49 Uhr | dpa

Drama in Bogotá: 21 Tote bei Bombenanschlag in Kolumbien. Angehörige von Opfern des Anschlags vor der Polizeischule General Santander in Bogotá: Die kleine Guerillagruppe ELN kämpft noch immer gegen den kolumbianischen Staat. (Quelle: AP/dpa/John Wilson Vizcaino)

Angehörige von Opfern des Anschlags vor der Polizeischule General Santander in Bogotá: Die kleine Guerillagruppe ELN kämpft noch immer gegen den kolumbianischen Staat. (Quelle: John Wilson Vizcaino/AP/dpa)

Der Friedensvertrag zwischen Regierung und Farc-Rebellen sollte den Bürgerkrieg in Kolumbien beenden. Doch andere Guerilla-Gruppen kämpfen weiter gegen den Staat.

Bei einem schweren Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá sind mindestens 21 Menschen getötet worden, darunter der mutmaßliche Attentäter. 68 weitere Menschen wurden verletzt, als auf dem Gelände der Polizeischule General Santander eine Autobombe detonierte, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft steuerte der Täter sein Auto durch den Haupteingang der Akademie. Als ein Spürhund bei der Kontrolle anschlug, gab der Fahrer Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände. Dort explodierte das Auto. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, das Fahrzeug brannte aus.

Ermittler identifizieren Attentäter

Die Ermittler identifizierten den getöteten Angreifer als Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN. Der Mann haben unter dem Kampfnamen "Mocho Kico" 17 Jahre lang als Sprengstoffexperte in den Reihen der Rebellen im Osten des Landes gedient, berichtete der Fernsehsender Caracol unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. Ob der Angriff allerdings von der ELN angeordnet wurde, war unklar. Die Führung der Rebellen äußerte sich zunächst nicht.

Ersten Ermittlungen zufolge war der Geländewagen mit 80 Kilogramm des Sprengstoffs Pentolite beladen, wie Generalstaatsanwalt Néstor Humberto Martínez sagte. Dieser Sprengstoff wird sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke benutzt.

ELN kämpft weiter gegen den Staat

Kolumbien litt jahrzehntelang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Rebellengruppen und das Medellín-Kartell von Drogenboss Pablo Escobar verübten vor allem in den 1980er-Jahren immer wieder schwere Sprengstoffanschläge in der Hauptstadt Bogotá.

Zuletzt hatte sich die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land aber verbessert. Die größte Rebellenorganisation Farc hat mittlerweile einen Friedensvertrag mit der Regierung abgeschlossen und die Waffen niederlegt.

Allerdings kämpft die kleinere Guerillagruppe ELN noch immer gegen den Staat. Auch Verbrechersyndikate, die in Drogenschmuggel verwickelt sind, liefern sich immer wieder blutige Auseinandersetzungen mit Polizei und Streitkräften.

"Wir weichen nicht einen Schritt zurück"

"Dieser Anschlag wird nicht ungesühnt bleiben. Wir Kolumbianer haben uns nie dem Terrorismus unterworfen", sagte Präsident Iván Duque am Tatort. "Ich rufe alle Kolumbianer dazu auf, sich gegen die Gewalttätigen zusammenzutun: Wir weichen nicht einen Schritt zurück vor jenen, die die Gesellschaft angreifen."

Unter den Todesopfern war auch eine Polizeischülerin aus dem Nachbarland Ecuador. "Die Verantwortlichen für dieses Verbrechen sollen dafür bezahlen, dass sie einfache und unschuldige Familien in Trauer gestürzt haben", schrieb der ecuadorianische Präsident Lenín Moreno auf Twitter. "Wir stehen bei unseren Bruderstaaten im Kampf gegen Terrorismus und jede Form der Gewalt."

Farc-Rebellen verurteilen die Tat

Vor einem Jahr wurden bei einem Anschlag auf eine Polizeiwache in der Hafenstadt Barranquilla fünf Beamte getötet und zahlreiche weitere verletzt. Die Regierung setzte die Friedensgespräche mit den ELN-Rebellen daraufhin aus. Erst vor wenigen Tagen hatten ELN-Kämpfer im Osten von Kolumbien den Helikopter einer privaten Sicherheitsfirma abgeschossen, drei Mitarbeiter als Geiseln genommen und 1,7 Milliarden Pesos (478.000 Euro) gestohlen.



Auch Vertreter der früheren Farc-Rebellen, die mittlerweile als politische Partei für ihre Ziele eintreten, verurteilten den Bombenanschlag. "Das Attentat auf die Polizeischule General Santander ist sehr bedauerlich. Solidarität mit den Familien der Opfer", schrieb Farc-Senatorin Victoria Sandino auf Twitter. "Wir müssen uns fragen, wer von solchen Aktionen profitiert und welche Ziele sie verfolgen."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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