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Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi: "Ich glaube, die Italiener sind durchgeknallt"

Weil sie ihn nicht mehr wählen  

Berlusconi: "Ich glaube, die Italiener sind durchgeknallt"

13.02.2019, 10:08 Uhr | dpa

Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi: "Ich glaube, die Italiener sind durchgeknallt". Der italienische Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi: Aus Verantwortungsgefühl müsse er für die Europawahlen kandidieren. (Quelle: dpa/Stefano De Grandis)

Der italienische Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi: Aus Verantwortungsgefühl müsse er für die Europawahlen kandidieren. (Quelle: Stefano De Grandis/dpa)

Viermal haben die Italiener Silvio Berlusconi zum Ministerpräsidenten gewählt – trotz aller Skandale. Nun scheinen sie den Cavaliere vergessen zu haben.

Die Italiener sind nach Ansicht von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi verrückt geworden – weil sie ihn nicht mehr wählen. "Ich schäme mich, es zu sagen: 5 bis 6 Italiener von 100 wählen mich noch – eine unglaubliche Sache", sagte der 82-Jährige in einer Fernsehshow seines Senders Canale 5. "Ich glaube, die Italiener sind durchgeknallt. Sie sollten in den Spiegel schauen."

Das "Unternehmen" Italien hätten die Wähler einer Riege anvertraut, "die nicht gearbeitet oder studiert hat", sagte er mit Blick auf den Chef der Fünf-Sterne-Bewegung Luigi Di Maio. "Wir sind ein Volk von Verrückten." Er sei "sehr besorgt", wohin Italien, Europa und der Westen steuerten – schließlich habe er fünf Kinder und zwölf Enkel. Aus "Verantwortungsgefühl" habe er deshalb nicht anders gekonnt, als für die Europawahlen zu kandidieren. Er habe auch schon ein Haus in Brüssel in Aussicht, das er "mieten oder auch kaufen" könnte.


Berlusconi war mehrmals Italiens Ministerpräsident, bis er nach mehreren Justizskandalen 2011 zurücktrat. Seine konservative Partei Forza Italia liegt in landesweiten Umfragen mittlerweile nur noch bei etwa acht Prozent. Die populistische Regierung aus europakritischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega ist seit Juni des Vorjahres im Amt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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