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Wahl in Südafrika: Regierungspartei droht Denkzettel - 25 Jahre nach Apartheid

25 Jahre Demokratie  

Südafrikas Partei der Befreier droht Denkzettel

08.05.2019, 12:52 Uhr | iger, dpa

 (Quelle: Gallo images/imago images)
Südafrika: Parlamentswahlen haben begonnen

25 Jahre nach dem Ende der Apartheid wird in Südafrika erneut gewählt Es wird davon ausgegangen, dass der seit 1994 regierende ANC erneut die Mehrheit erhält. (Quelle: Reuters)

Cyril Ramaphosa: Der Präsident will sich entschieden für den Kampf gegen Korruption einsetzen. (Quelle: Reuters)


In Südafrika herrscht Ernüchterung. Ein Vierteljahrhundert Demokratie haben zu wenigen Südafrikanern Wohlstand gebracht. Davon könnten bei den Wahlen linksgerichtete Populisten profitieren.

Angesichts wachsender Unzufriedenheit im Land muss Südafrikas Regierungspartei ANC bei der Parlamentswahl mit einem Rückschlag rechnen. Ein Vierteljahrhundert nach der Abschaffung des rassistischen Apartheid-Regimes herrscht wegen Korruption, Rekordarbeitslosigkeit und anhaltender Armut bei vielen Wählern Ernüchterung. Umfragen vor der Abstimmung vom Mittwoch sahen den regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) nur noch knapp mit einer absoluten Mehrheit. 2014 lag der ANC noch bei 62 Prozent.

Rund 27 Millionen Südafrikaner sind von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr aufgerufen, die 400 Abgeordneten des Parlaments sowie Provinzvertretungen zu wählen. Es ist die sechste Parlamentswahl seit der demokratischen Wende 1994. Mit zuverlässigen Ergebnissen wurde nicht vor Samstag gerechnet. Das neue Parlament wird dann den Staatschef wählen – weswegen im ganzen Land auch die Plakate der Präsidentschaftskandidaten der Parteien hängen.

30 Millionen Menschen leben in Armut

Die führende Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), kann mit rund 20 Prozent der Stimmen rechnen. Die Partei hat historisch großen Rückhalt bei der weißen Minderheit, die rund acht Prozent der 56 Millionen Südafrikaner ausmacht. Viele unzufriedene Schwarze wenden sich hingegen der linksgerichteten Partei der Wirtschaftlichen Freiheitskämpfer (EFF) zu. Beobachter erwarten, dass die Populisten ihren Stimmanteil von zuletzt 6 Prozent deutlich ausweiten werden.

Südafrika ist die am meisten entwickelte Wirtschaft des Kontinents. Doch rund 30 Millionen Menschen – zumeist schwarze Südafrikaner – leben der Regierung zufolge in Armut. Die Arbeitslosenquote liegt nach offizieller Lesart bei über 27 Prozent. Die weiße Minderheit ist nach wie vor wesentlich besser gestellt. "Südafrika ist eines der ungleichsten Länder in der Welt und die Ungleichheit hat seit dem Ende der Apartheid 1994 weiter zugenommen", kommentiert die Weltbank.

Unter Nelson Mandela galt die ANC als Partei der Befreier

Trotz der Kritik steht fest, dass ANC-Regierungen das Los der Bevölkerungsmehrheit seit 1994 deutlich verbessert haben. Es gibt im Land eine schwarze Mittelklasse, kostenfreie Gesundheitsversorgung und Millionen Menschen bekommen direkt Unterstützung vom Staat.

Jacob Zuma: Der Mandela Nachfolger wurde zum Rücktritt gedrängt. Die Wirtschaft stagnierte und die Korruption florierte. (Quelle: imago images/Future Image)Jacob Zuma: Der Mandela Nachfolger wurde zum Rücktritt gedrängt. Die Wirtschaft stagnierte und die Korruption florierte. (Quelle: Future Image/imago images)

Der einst vom Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela geführte ANC wird in Südafrika als die Partei der Befreier verehrt. Doch unter Mandelas Nachfolgern hat deren Ruf gelitten, vor allem unter Präsident Jacob Zuma (2009-2018). Unter seiner Führung florierten Korruption und Misswirtschaft; die Staatsschulden stiegen rasch, doch die Wirtschaft stagnierte. Er wurde schließlich vom ANC zum Rücktritt gedrängt.


Sein Nachfolger Cyril Ramaphosa verspricht Reformen und einen entschlossenen Kampf gegen Korruption. Ramaphosa war einst in Mandelas Auftrag für die Verhandlungen zur Beendigung des Apartheid-Regimes verantwortlich. Später ging er in die Privatwirtschaft und wurde Multimillionär, bevor er als Zumas Vizepräsident (2014-2018) wieder zurück in die Politik kam.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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