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Wieder massiver Stromausfall in Venezuela

Von dpa
Aktualisiert am 23.07.2019Lesedauer: 2 Min.
Blick auf Caracas: Venezuela ist von einem massiven Stromausfall betroffen.
Blick auf Caracas: Venezuela ist von einem massiven Stromausfall betroffen. (Quelle: Rafael Hernandez./dpa)
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Caracas (dpa) - Ein neuer schwerer Stromausfall hat in Venezuela stundenlang die Lichter ausgehen lassen. Die Regierung des sĂŒdamerikanischen Krisenlandes erklĂ€rte, dass die Versorgung mit ElektrizitĂ€t am Montag von 16.45 Uhr Ortszeit an landesweit unterbrochen worden sei.

Informationsminister Jorge RodrĂ­guez fĂŒhrte den Blackout auf einen "elektromagnetischen Angriff" auf das grĂ¶ĂŸte Wasserkraftwerk des Landes am Guri-Stausee zurĂŒck. Die Opposition machte hingegen Missmanagement und Korruption in der sozialistischen Regierung fĂŒr den inzwischen fĂŒnften großen Stromausfall seit MĂ€rz verantwortlich.

Der staatliche Stromkonzern Corpoelec teilte in der Nacht zum Dienstag mit, in der Hauptstadt Caracas sei die Stromversorgung zu 100 Prozent wiederhergestellt worden. Vier der insgesamt 23 Bundesstaaten seien teilweise wieder am Netz. Auch in den sozialen Netzwerken berichteten Nutzer am spÀten Abend aus mehreren Teilen des Landes, darunter auch Caracas, die Lichter seien wieder angegangen.

Informationsminister RodrĂ­guez erklĂ€rte angesichts des Zwischenfalls den Dienstag zum arbeits- und unterrichtsfreiem Tag. "Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, empfehlen wir Ihnen, zu Hause zu bleiben", schrieb er auf Twitter. In der Millionenmetropole Caracas hatte wegen des Stromausfalls die U-Bahn ihren Betrieb einstellen mĂŒssen.

Zudem seien die SicherheitskrĂ€fte mobilisiert worden, um fĂŒr Ruhe und Ordnung zu sorgen, sagte RodrĂ­guez weiter. Auch wĂŒrden die Trinkwasserzufuhr und die medizinische Versorgung der Bevölkerung sichergestellt. Die Regierung habe glĂŒcklicherweise nach frĂŒheren "Aggressionen" Sicherheitsprotokolle beschlossen.

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Bereits im MĂ€rz hatte die Regierung von Staatschef NicolĂĄs Maduro wĂ€hrend eines mehr als 100 Stunden langen Stromausfalls in Teilen des Landes von Sabotage gegen das Kraftwerk am Guri-Stausee, rund 500 Kilometer sĂŒdöstlich von Caracas, gesprochen. Dieses versorgt einen Großteil der rund 30 Millionen Einwohner mit Strom. Maduro machte damals einen von der Opposition und den USA geplanten Cyberangriff verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft leitete damals Ermittlungen gegen den selbsternannten InterimsprĂ€sidenten Juan GuaidĂł ein.

Die Opposition hingegen spricht von verschleppten Investitionen, Korruption und Missmanagement der Regierung. "Sie haben die Tragödie mit Rationierung im ganzen Land zu verheimlichen versucht, aber das Versagen ist offensichtlich: Sie haben das Stromnetz zerstört und haben keine Antworten", twitterte Oppositionschef GuaidĂł am Montag. "Wir Venezolaner werden uns nicht an diese Katastrophe gewöhnen." Bereits zuvor hatte er fĂŒr den (heutigen) Dienstag neue Kundgebungen im Land angekĂŒndigt.

Der regierungskritische Energie-Experte JosĂ© Aguilar sagte, das Stromnetz in Venezuela sei an einem KapazitĂ€tslimit angelangt und könne die Nachfrage nicht mehr decken. "Die Grenzen fĂŒr einen sicheren Betrieb werden ĂŒberschritten, um einige Regionen Venezuelas mit etwas mehr Strom zu versorgen", erlĂ€uterte er in einem Interview. Er fĂŒhrte dies auf eine vernachlĂ€ssigte Infrastruktur und mangelnde Wartung zurĂŒck. "Das System ist unstabil, ein solcher Generalausfall war absehbar", zitierte die Zeitung "El Nacional" Quellen beim Versorger Corpoelec.

Seit Anfang des Jahres liefern sich Staatschef MaduroundParlamentsprĂ€sident GuaidĂł einen Machtkampf. Zahlreiche Oppositionelle sitzen in Haft. Die UN-Hochkommissarin fĂŒr Menschenrechte, Michelle Bachelet, warf den SicherheitskrĂ€ften vor wenigen Wochen schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Außerdem leidet das einst reiche Erdölland unter einer schweren Versorgungskrise. Aufgrund von Devisenmangel können kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des tĂ€glichen Bedarfs eingefĂŒhrt werden. Millionen Venezolaner sind bereits ins Ausland geflohen.

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