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Bus fährt über Bombe: 34 Tote in Afghanistan – Taliban verdächtigt

Taliban verdächtigt  

Bus fährt über Bombe: 34 Tote in Afghanistan

31.07.2019, 14:40 Uhr | AFP

 (Quelle: Reuters)
Bombenanschlag auf Bus in Afghanistan

Die meisten Opfer seien Frauen und Kinder, teilte die Polizei mit. Der Sprengsatz sei in der Region Ab Chorma am Straßenrand detoniert, als der Bus vorbeigefahren sei. (Quelle: Reuters)

Afghanistan: Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus sind Dutzende Menschen getötet worden. (Quelle: Reuters)


Mindestens 34 Menschen haben ihr Leben bei einer Explosion in Afghanistan verloren. Bei allen Opfern handelt es sich um Zivilisten – größtenteils Kinder und Frauen. 

In Afghanistan sind bei einem Bombenanschlag mindestens 34 Menschen getötet worden. Ein Bus fuhr am Mittwoch im Westen Afghanistans auf der Straße zwischen Kandahar und Herat über einen Sprengsatz, wie ein Polizeisprecher der Provinz Farah sagte. Seinen Angaben zufolge handelt es sich bei allen Toten um Zivilisten, die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder. 17 weitere Insassen des Busses wurden demnach verletzt.

Der Sprecher machte die radikalislamischen Taliban für die Tat verantwortlich. Demnach galt der Anschlag afghanischen Sicherheitskräften. Die Taliban äußerten sich bislang nicht zu dem Vorfall. Ein Sprecher des Innenministeriums sprach von einer "barbarischen Tat von Terroristen".

Viele Kinder getötet

In Afghanistan sind nach UN-Angaben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres schon mehr als 1.300 Zivilisten getötet worden. Laut dem Bericht, den die UN-Mission in Afghanistan (Unama) am Dienstag vorgelegt hatte, wurden allerdings mehr Zivilisten durch regierungstreue Truppen und die verbündeten US-Streitkräfte getötet als durch die Taliban und andere Islamistengruppen.

Bei fast einem Drittel der Opfer handelte es sich nach UN-Angaben um Kinder. Die Kinderrechtsorganisation Save the Children verurteilte den jüngsten Anschlag scharf. "Solche sinnlosen Tötungen sind in Afghanistan zur traurigen Normalität geworden", erklärte Länderdirektor Onno van Manen. Kinder würden immer mehr zum Opfer des seit 18 Jahren andauernden Konfliktes und würden wegen der schlechten Sicherheitslage vielfach am Schulbesuch gehindert.

Keine Zivilisten mehr töten

Im Zuge innerafghanischer Gespräche Anfang Juli in Doha hatten die Delegierten der Konfliktparteien angekündigt, die Zahl der zivilen Todesopfer auf "null" reduzieren zu wollen. Seither gab es jedoch mehrere Anschläge in Afghanistan, bei denen auch Zivilisten getötet oder verletzt wurden.

Mit dem Beginn des Wahlkampfs für die Präsidentschaftswahl am 28. September könnte das Blutvergießen noch zunehmen. Am Sonntag waren bei einer Attacke auf das Büro eines afghanischen Spitzenpolitikers in Kabul 20 Menschen getötet worden. 50 weitere Menschen wurden bei dem Selbstmordanschlag vor dem Büro des Vizepräsidentschaftskandidaten Amrullah Saleh verletzt.

Friedensvereinbarung für Afghanistan

Einige Beobachter bezweifeln, dass die Präsidentschaftswahl überhaupt stattfinden wird. Es ist umstritten, ob eine so wichtige Wahl während der von den USA angestoßenen Friedensverhandlungen mit den Taliban abgehalten werden sollte.
 

 
Die USA, die vor fast 18 Jahren in Afghanistan einmarschiert waren, verhandeln seit einem Jahr mit den radikalislamischen Taliban über eine Friedensvereinbarung für Afghanistan. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien geben, dass das Krisenland nie mehr zum Rückzugsort für Extremisten wird, wie dies vor dem 11. September 2001 der Fall war.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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