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Brexit: Johnson sagt Gespräche mit No-Deal-Gegnern ab – Empörung bei Parlament


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Johnson sagt Gespräche mit parteiinternen Kritikern ab

Von dpa
Aktualisiert am 02.09.2019Lesedauer: 2 Min.
Premierminister Boris Johnson: In der kommenden Woche sollen die Abgeordneten in den Zwangsurlaub geschickt werden.
Premierminister Boris Johnson: In der kommenden Woche sollen die Abgeordneten in den Zwangsurlaub geschickt werden. (Quelle: ap-bilder)
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Boris Johnson steuert auf einen ungeordneten EU-Austritt zu. Mit einer Zwangspause will er das Parlament lahmlegen – doch schon am Dienstag könnten sich die Abgeordneten heftig wehren.

Kurz vor der Rückkehr des britischen Parlaments aus den Sommerferien hat Premierminister Boris Johnson ein für Montag geplantes Treffen mit Gegnern seines Brexit-Kurses aus den eigenen Reihen abgesagt. Damit stehen die Zeichen in London klar auf Sturm: Wenn das Parlament am Dienstag erstmals wieder zusammentritt, wird mit einer beispiellosen Auseinandersetzung gerechnet. Johnson will sein Land notfalls auch ohne Abkommen am 31. Oktober aus der EU führen, die Opposition und einige Rebellen aus der Regierungsfraktion wollen dies um jeden Preis verhindern.


Das Brexit-Drama – Eine Chronologie in Bildern

Queen Elizabeth II.: Das britische Staatsoberhaupt unterzeichnete den Brexit-Deal am 30. Dezember.
Knapp gewonnen: Bei dem Referendum am 23. Juni 2016 spricht sich eine Mehrheit von 51,9 Prozent der Teilnehmer für den Austritt Großbritanniens aus der EU aus. Der frühere Londoner Bürgermeister Boris Johnson führte die Kampagne zum Brexit an.
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Die Gegner eines No-Deal-Brexits wollen ein Gesetz verabschieden, das Johnson dazu zwingt, das EU-Austrittsdatum noch einmal zu verschieben, sollte kein Deal zustande kommen. Dafür ist aber wenig Zeit, weil der Premierminister das Unterhaus schon kommende Woche in eine Zwangspause schicken will. Die Abgeordneten sollen erst am 14. Oktober zurückkommen. Der Schritt ist höchst umstritten, auch in Johnsons eigenen Reihen. Es sei ein Angriff auf die Demokratie, das Parlament in Zeiten einer nationalen Krise kaltzustellen, argumentieren Kritiker.

"Keine Regierung steht über dem Gesetz"

Selbst wenn die Opposition in der kurzen Zeit vor der Zwangspause ein solches Gesetz durchpeitschen kann, scheint unklar, ob sich die Regierung daran halten wird. Man müsse warten, was genau darin stehe, meinte Johnsons Vertrauter, Staatsminister Michael Gove. Er löste damit eine neue Runde der Empörung aus. Der Brexit-Experte der Labour-Partei, Keir Starmer, zeigte sich entsetzt. "Keine Regierung steht über dem Gesetz", schrieb er auf Twitter.

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Das weitere Vorgehen ist unklar. Kompliziert ist die Lage, weil Großbritannien keine geschriebene Verfassung hat, sondern sich an teils Jahrhunderte alte Gepflogenheiten hält.

Möglich sind neben dem Gesetzesvorhaben auch ein Misstrauensantrag der Opposition oder ein Antrag auf Neuwahlen durch die Regierung. Nach einer Umfrage der "Mail on Sunday" würden die Konservativen ihre Mehrheit von zur Zeit einem Sitz auf mehr als 25 ausbauen.

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Seit dem 1. September nehmen britische Beamte an den meisten EU-Treffen nicht mehr teil. Das hatte Johnsons Regierung verfügt, damit die Beamten sich auf andere Aufgaben konzentrieren können.


Außenminister Heiko Maas forderte die britische Regierung auf, Vorschläge für einen geregelten Brexit vorzulegen. "Wir sind weiterhin überzeugt, dass ein geordneter Brexit für beide Seiten die bessere Lösung ist", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Falls sich aber herausstelle, dass ein Brexit ohne Abkommen unausweichlich werde, sei Deutschland auf dieses Szenario vorbereitet.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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