Sie sind hier: Home > Politik > Ausland >

Polen: Umstrittene Verfassungsrichter gewählt

Ideologische Hardliner  

Umstrittene Verfassungsrichter in Polen gewählt

22.11.2019, 09:28 Uhr | dpa

Polen: Umstrittene Verfassungsrichter gewählt. Die neue Verfassungsrichterin Krystyna Pawlowicz: Die ehemalige PiS-Abgeordnete ist bekannt für ihre Ablehnung gegen Deutschland und Bundeskanzlerin Merkel.  (Quelle: imago images/Mateusz Wlodarczyk)

Die neue Verfassungsrichterin Krystyna Pawlowicz: Die ehemalige PiS-Abgeordnete ist bekannt für ihre Ablehnung gegen Deutschland und Bundeskanzlerin Merkel. (Quelle: Mateusz Wlodarczyk/imago images)

Das polnische Parlament hat neue Verfassungsrichter gewählt. Zwei der drei Kandidaten waren hoch umstritten, denn es handelt sich um ehemalige Abgeordnete der Regierungspartei PiS.

Polens Parlament hat zwei ehemalige Abgeordnete der nationalkonservativen Regierungspartei PiS zu neuen Richtern am Verfassungsgericht bestimmt. Die als ideologische Hardliner des Regierungslagers bekannten Juristen Krystyna Pawlowicz und Stanislaw Piotrowicz wurden am späten Donnerstagabend mit den Stimmen der PiS in ihre Ämter gewählt. Dritter neuer Verfassungsrichter wird der Danziger Juraprofessor Jakub Stelina, um dessen Kandidatur es weniger Kontroversen gegeben hatte.

Die 67 Jahre alte Juraprofessorin Pawlowicz saß bis zur Parlamentswahl im Oktober für die PiS als Abgeordnete im Sejm. Sie ist für ihre Verbalattacken auf politische Gegner ebenso bekannt wie für ihre antideutsche Haltung und ihre Kritik an der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel, der sie eine Islamisierung Europas vorwirft.

Der 67 Jahre alte Piotrowicz war gemeinsam mit Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro federführend beim Umbau des polnischen Justizsystems, den die PiS seit 2015 betreibt. Das Verfassungsgericht war seinerzeit die erste Einrichtung, an der die PiS Veränderungen vornahm.

EU zweifelt an Rechtsstaatlichkeit

Mittlerweile hat die EU-Kommission mehrere Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Polen angestrengt, da es Zweifel an der Bewahrung der Rechtsstaatlichkeit gibt.
 

 
Die Richterorganisation "Iustitia" kritisierte die Wahl der neuen Verfassungsrichter. "Wenn aktive Politiker zu Verfassungsrichtern berufen werden, dann verringern sich das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit des Gerichts zu einem Punkt, wo es nicht mehr als Organ der Justiz wahrgenommen wird, sondern als dritte Kammer des Parlaments", sagte "Iustitia"-Sprecher Bartlomiej Przymusinski.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal