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Corona: Bestätigen neue Zahlen Schwedens Sonderweg?


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Schweden sieht sich in Corona-Sonderweg bestätigt

Von rtr
Aktualisiert am 10.09.2020Lesedauer: 2 Min.
Schweden setzte in der Corona-Krise auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger. Das scheint sich nun zumindest zum Teil auszuzahlen.
Schweden setzte in der Corona-Krise auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger. Das scheint sich nun zumindest zum Teil auszuzahlen. (Quelle: TT/imago-images-bilder)
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Schweden meldet einen Erfolg in der Bewältigung der Corona-Pandemie: Die Quote der Positiv-Tests ist auf dem niedrigsten Stand seit Ausbruch des Virus. Doch andere Corona-Zahlen trüben die Stimmung.

Schweden verzeichnet seit Beginn der Corona-Pandemie die niedrigste Rate bei positiv ausfallenden Tests – und sieht sich in seiner Strategie bestätigt. In der vergangenen Woche wurden die Tests im skandinavischen Land nach offiziellen Angaben auf den Rekordwert von mehr als 120.000 hochgefahren. Nur 1,3 Prozent davon fielen positiv aus. Im Frühjahr hatte das Niveau noch über Wochen um die 19 Prozent gelegen. Das Hochfahren der Tests bedeutet aber auch, dass prozentual gesehen generell weniger Tests positiv ausfallen.


Internationale Politik und die Corona-Krise

Angela Merkel: Die deutsche Bevölkerung scheint in der Krise überzeugt vom Handeln der Bundeskanzlerin. In einer Umfrage verzeichnet Merkel den höchsten Zufriedenheitswert mit ihrer Arbeit in dieser Legislaturperiode. Über 60 Prozent der Befragten sind mit ihr zufrieden oder sehr zufrieden.
Donald Trump: Wochenlang verkündete der US-Präsident, das Coronavirus in den Staaten fest im Griff zu haben. Auch er zog Vergleiche zu einer herkömmlichen Grippe. Als er die Krankheit nicht mehr klein reden konnte, lobte er die Maßnahmen seiner Regierung im Kampf gegen Covid-19. Inzwischen führen die USA die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Fälle weltweit an. Die Bevölkerung straft Trump hingegen nicht: Zustimmungswerte steigen auf ein Rekordhoch seit seinem Amtsantritt.
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In Deutschland liegt die Positiv-Test-Rate laut Robert Koch-Institut bei nur 0,74 Prozent und damit sogar noch deutlich niedriger als im Nachbarland. Nach Ansicht mancher Experten zahlt sich die heimische Strategie in Schweden nun aus, durch die sich die Ansteckungsrisiken mittlerweile verringert hätten.

Schwedens Corona-Kurs oft scharf kritisiert

Schweden fährt in der Corona-Krise einen eigenen Kurs, der auch im Ausland unter scharfer Beobachtung steht und mitunter heftige Kritik auslöst. Die Regierung hat auf einen Lockdown verzichtet und setzt stattdessen auf die Eigenverantwortung der Bürger sowie auf Abstandsregeln und ein gutes Hygieneverhalten. Die Idee dahinter ist, sich auf eine Verlangsamung der Virus-Ausbreitung zu konzentrieren, da sich der Krankheitserreger ohnehin nicht ausrotten lasse.

In Schweden sind bislang mehr als 5.800 Menschen gestorben, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Pro-Kopf-Totenzahl liegt damit deutlich höher als in anderen nordeuropäischen Ländern. Sie ist zugleich aber niedriger als in Italien, Spanien und Großbritannien, wo es Lockdowns gab. Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben das schwedische Modell als nachhaltig gelobt.

Corona-Regeln für langfristige Umsetzung geplant

Der Chef der schwedischen Gesundheitsbehörde, Johan Carlson, sagte, die heimischen Richtlinien seien einfach zu verstehen und für einen längeren Zeitraum gedacht. Die Bevölkerung habe sie inzwischen verinnerlicht. Das Land hat nun die geringste Ausbreitungsrate in Skandinavien. In Spanien und Frankreich ziehen die Positiv-Tests wieder an, nachdem die dortigen Lockdown-Maßnahmen beendet wurden.

"Unsere Strategie war konsequent und nachhaltig. Wir haben wahrscheinlich ein geringeres Ausbreitungsrisiko als andere Länder", sagte Epidemiologie-Professor Jonas Ludvigsson vom Karolinska Institutet. Schweden dürfte seinen Worten zufolge nun eine höhere Immunität in der Bevölkerung haben als die meisten anderen Länder. "Ich glaube, wir profitieren jetzt viel davon", betonte Ludvigsson.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters
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