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Israels Armee tötet hochrangigen Militärkommandeur in Gaza

Von dpa
Aktualisiert am 17.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Eine israelische Artillerieeinheit feuert an der Grenze zu Gaza auf Ziele im Gazastreifen.
Eine israelische Artillerieeinheit feuert an der Grenze zu Gaza auf Ziele im Gazastreifen. (Quelle: Heidi Levine/AP/dpa./dpa)
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Tel Aviv/Gaza (dpa) - Eine Woche nach Beginn des erneuten bewaffneten Konflikts zwischen Israel und militanten Palästinensern gehen die Kampfhandlungen unvermindert weiter.

Israels Armee tötete am Montag nach eigenen Angaben gezielt einen ranghohen Militärkommandeur der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen. Militante in dem Küstengebiet beschossen in der Folge die südlichen israelischen Städte Beerscheva, Aschkelon und Aschdod. Acht Israelis erlitten leichte Verletzungen, bestätigte der Rettungsdienst Magen David Adom.

Der Angriff auf den palästinensischen Militärkommandeur galt den Angaben zufolge Hasem Abu Harbid, dem Leiter des nördlichen Kommandos des Islamischen Dschihad. Er sei für mehrere Anschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten sowie für Raketenangriffe auf Israel verantwortlich, hieß es. Bei einem anderen gezielten Luftangriff Israels auf ein Auto im Gazastreifen wurden Medienberichten zufolge drei Palästinenser getötet. Ein Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht.

Der militärische Arm der islamistischen Hamas im Gazastreifen feuerte am Montag nach eigenen Angaben mehrere Raketen auf die Ortschaft Urim in der Negev-Wüste ab. Dort wird eine Einrichtung der Eliteabteilung 8200 des israelischen Militärgeheimdiensts vermutet. Israelische Stellen kommentierten dies zunächst nicht. Aus Urim wurde aber Raketenalarm gemeldet.

In der Nacht zum Montag griff das israelische Militär erneut das ausgedehnte Tunnelsystem der Hamas im Gazastreifen an. An dem Einsatz seien 54 Kampfflugzeuge beteiligt gewesen, attackiert worden seien 34 Ziele, teilte die Armee mit. Getroffen worden seien etwa 15 Kilometer des sogenannten "Metro-Systems". Auch Häuser von neun hochrangigen Hamas-Kommandeuren wurden in der Nacht beschossen.

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Wie Armeesprecher Jonathan Conricus am Montag in einer Video-Konferenz mit Reportern darlegte, könnte das israelische Militär bislang Tunnelanlagen in einer Länge von schätzungsweise rund 100 Kilometern zerstört haben. Nach Angaben der Armee hatte die Hamas das Tunnelsystem über Jahre aufgebaut. Einem Armeevertreter zufolge hat es eine Länge von Hunderten Kilometern.

Es werde unter anderem dafür benutzt, um innerhalb des Gazastreifens Kämpfer, Munition und Lebensmittel zu bewegen, teils auch mit Fahrzeugen. Zuletzt seien strategisch wichtige Stellen des Netzes wie etwa Knotenpunkte beschossen worden. Die "Metro" liegt zu großen Teilen unter der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens. Conricus bezeichnete sie unlängst als "Stadt unter der Stadt".

Der jüngste Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich an Spannungen in Jerusalem entzündet. Dazu trugen drohende Zwangsräumungen für palästinensische Familien in dem von Israel annektierten Ost-Jerusalem ebenso bei wie heftige Zusammenstöße auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) in der Altstadt von Jerusalem. Die religiösen Stätten in der Altstadt sind sowohl Juden als auch Muslimen heilig.

Eskaliert war der Konflikt am Montagabend vor einer Woche. Nach Angaben des Militärs feuerten militante Palästinenser seither mehr als 3150 Raketen auf Israel ab. Etwa 460 der abgeschossenen Raketen seien noch in dem Küstengebiet niedergegangen. Zehn Menschen wurden bislang in Israel in Folge von Beschuss getötet. Das Abwehrsystem Eisenkuppel ("Iron Dome") soll eine Abfangquote von etwa 90 Prozent aufweisen. Zum Vergleich: Während des 51-tägigen Gaza-Krieges im Jahr 2014 wurden insgesamt 4481 Raketen auf Israel abgefeuert.

Das israelische Militär griff nach eigenen Angaben bisher mehr als 1180 Ziele im Gazastreifen an. Mehr als 130 Mitglieder von Hamas und Islamischem Dschihad seien getötet worden. Das Gesundheitsministerium in Gaza bezifferte die Zahl Getöteten seit Beginn der Eskalation auf 200, darunter 59 Kinder. Verletzt worden seien 1300 Menschen. Nach UNRWA-Angaben verließen bislang rund 42.000 Palästinenser wegen der massiven Luftangriffe ihre Häuser. Sie suchten Schutz in Schulen des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA).

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