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Bundestagspr├Ąsidentin Bas zu Holocaust-Gedenktag in Israel

Von dpa
Aktualisiert am 27.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Bundestagspr├Ąsidentin B├Ąrbel Bas und Mickey Levy (l.
Bundestagspr├Ąsidentin B├Ąrbel Bas und Mickey Levy (l.), Sprecher der Knesset, besuchen die Holocaust-Gedenkst├Ątte Yad Vashem in Jerusalem. (Quelle: Ilia Yefimovich/dpa./dpa)
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Jerusalem (dpa) - Zum Auftakt ihres Israel-Besuchs hat Bundestagspr├Ąsidentin B├Ąrbel Bas ein entschlossenes Vorgehen gegen Judenfeindlichkeit in Deutschland gefordert.

"Wir erleben bedauerlicherweise einen Antisemitismus auch in unserem Land, wo man nur sagen kann und muss, wehret den Anf├Ąngen", sagte Bas bei einem Besuch in der Holocaust-Gedenkst├Ątte Yad Vashem in Jerusalem. Wenn sie h├Âre, dass viele junge J├╝dinnen und Juden in Deutschland wieder Angst vor einem Holocaust h├Ątten, "dann sind das Alarmzeichen, die uns sehr, sehr wachsam machen m├╝ssen, und wo wir auch mit allen Mitteln, die wir als Rechtsstaat haben, entgegenlenken m├╝ssen".

Bas: "Wir d├╝rfen nicht vergessen"

Bas schrieb in Yad Vashems G├Ąstebuch: "Wir d├╝rfen nicht vergessen. Deutsche haben sechs Millionen Leben ausgel├Âscht. In tiefer Trauer und Scham denke ich an die Toten." Aus Deutschlands historischer Schuld erwachse eine besondere Verpflichtung auch f├╝r Israels Sicherheit.

Bas sagte, sie empfinde tiefe Scham, "weil Deutsche, unsere Vorfahren, eiskalt die Vernichtung geplant haben und brutal umgesetzt". Man frage sich immer wieder, "wie konnte das passieren, warum haben nur so wenige geholfen". Sie dankte Yad Vashem daf├╝r, dass es die Erinnerung wachhalte. Es gebe den Ermordeten "ein Gesicht und einen Namen".

Es ist der Antrittsbesuch der SPD-Politikerin in Israel. W├Ąhrend ihres Besuchs nimmt sie an Zeremonien zum israelischen Holocaust-Gedenktag teil, der am Mittwochabend offiziell beginnt.

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161.400 Holocaust-├ťberlebende in Israel

Bas besuchte gemeinsam mit ihrem israelischen Amtskollegen Mickey Levy das Parlament in Jerusalem. Levy sagte, ihre Teilnahme am Holocaust-Gedenken sei "ein bedeutsamer Ausdruck der besonderen Verbindung zwischen unseren L├Ąndern". Als erste hochrangige Repr├Ąsentantin aus Deutschland wird Bas am Donnerstag einer Zeremonie im Parlament beiwohnen, bei der die Namen von Opfern des Holocaust verlesen werden.

Der israelische Regierungschef Naftali Bennett sagte bei einem Treffen mit Bas: "In den letzten Jahren wurden in Deutschland sehr bedeutsame Schritte f├╝r das Holocaust-Gedenken und zur Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden L├Ąndern unternommen." Er w├╝rdigte auch "die neue Regierung und meinen Freund, Kanzler Olaf Scholz, der sich sehr f├╝r die Erinnerung an den Holocaust einsetzt".

In Israel leben nach offiziellen Angaben noch 161.400 Holocaust-├ťberlebende. Das Durchschnittsalter betrage 85,5 Jahre, hie├č es. Mehr als 1000 Betroffene seien sogar ├Ąlter als 100 Jahre.

Bas sagte w├Ąhrend ihres Besuchs, sie sei in Gedanken auch bei den Holocaust-├ťberlebenden, die in der Ukraine leben, "wie es ihnen geht und wie wir ihnen helfen k├Ânnen". Vor dem Krieg lebten dort nach Angaben der Jewish Claims Conference rund
10.000 Holocaust-├ťberlebende. Rund 100 Holocaust-├ťberlebende seien seit Kriegsbeginn aus der Ukraine nach Israel eingewandert. Zudem seien mithilfe der Organisation rund 70 Betroffene nach Deutschland gebracht worden.

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