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Ukrainische Kämpfer in Mariupol: "Das war's"

  • Sonja Eichert
Von Sonja Eichert

20.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Die ukrainische Führung hat dem russischen Militär ein Tauschgeschäft vorgeschlagen: Die sichere Evakuierung der verletzten Soldaten aus dem Stahlwerk, gegen russische Kriegsgefangene. Eine Antwort steht aus.
Die ukrainische Führung hat dem russischen Militär ein Tauschgeschäft vorgeschlagen: Die sichere Evakuierung der verletzten Soldaten aus dem Stahlwerk, gegen russische Kriegsgefangene. Eine Antwort steht aus. (Quelle: Dmytro Orest Kozatskyi/Press service of Azov Regiment/Reuters-bilder)
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Man habe den Befehl erhalten, die Verteidigung einzustellen, sagt der Kommandeur des Asow-Regiments in einer Videobotschaft. Die wochenlange Belagerung Mariupols scheint damit vorüber.

Der Kampf ist offenbar vorbei: Am Freitagmittag veröffentlicht Denys Prokopenko, Kommandeur des Asow-Regiments, auf Telegram ein Video. Man habe den Befehl aus Kiew erhalten, die Verteidigung der Stadt Mariupol und des Stahlwerks einzustellen, erklärt er darin. "Das höhere Militärkommando hat den Befehl gegeben, das Leben der Soldaten unserer Garnison zu retten", sagte er. Zivilisten und schwer verletzte ukrainische Kämpfer seien herausgebracht worden. Die Bergung der Toten dauere noch an.


Die letzten Kämpfer im Asow-Stahlwerk

Mariupol ist von russischen Truppen besetzt. Die letzte Bastion des Widerstands: das Asow-Stahlwerk. Während Zivilisten bereits evakuiert werden konnten, harren in dem unterirdischen Labyrinth aus Kellern, Gängen und Werkstätten noch immer ukrainische Kämpfer aus – teils schwer verwundet. Seit Anfang der Woche verließen immer mehr Kämpfer das Werk.
Immer wieder beschießt die russische Armee das Stahlwerk. Seit mehr als zwei Monaten sitzen dort Kämpfer des ukrainischen Azow-Battalions fest.
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Seit Tagen haben Hunderte Menschen das Stahlwerk verlassen. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte am Vormittag der Nachrichtenagentur Tass zufolge, fast 2.000 ukrainische Soldaten hätten sich ergeben. Am Vortag war noch die Rede von etwas mehr als 1.730 gewesen. Damit dürften sich nur noch sehr wenige Ukrainer auf dem Gelände befinden. Zuvor hatte es von den prorussischen Separatisten geheißen, gut 2.000 ukrainische Kämpfer hätten sich in dem Stahlwerk verschanzt.

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"Danke für den Unterschlupf"

Am Morgen hatte auch der Asow-Kämpfer und -Fotograf Dmitry Kozatsky auf Twitter geschrieben: "Das war's. Danke für den Unterschlupf, Asowstal. Der Ort meines Lebens und meines Todes."

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Mittlerweile soll er ukrainischen Medienberichten zufolge in russischer Gefangenschaft sein. Seine Bilder finden Sie oben in der Fotoshow oder hier.

Am Donnerstag hatte es russische Berichte gegeben, der Vize-Kommandeur des umstrittenen Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar, habe sich ergeben und sei gefangen genommen worden. Am Abend wurde jedoch ein Video veröffentlicht, das ihn im Stahlwerk zeigen soll. "Es läuft eine gewisse Operation, zu deren Details ich nichts sagen werde", sagte Palamar. Die Echtheit des Videos war nicht sofort zu überprüfen.

Ukraine: Freikämpfen von Asowstal nicht möglich

Am Montag hatten erstmals ukrainische Soldaten das Stahlwerk verlassen. Die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar betonte, ein Freikämpfen von Asowstal sei nicht möglich gewesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte gesagt, man hoffe, das Leben der Kämpfer retten zu können. "Die Ukraine braucht ukrainische Helden am Leben."

Putin hatte seine Truppen zuvor angewiesen, das Stahlwerk nicht zu stürmen. "Blockiert diese Industriezone so, dass nicht einmal eine Fliege rauskommt", so der russische Präsident.

Über den Abzug der zum Teil schwer verletzten Soldaten, die kaum noch Vorräte und Wasser hatten, wurde lange verhandelt. In der Ukraine gab es auch Vorwürfe an die Regierung in Kiew, sie habe die letzten Verteidiger Mariupols im Stich gelassen. Die Behörden hatten immer wieder betont, man sei nicht in der Lage, die Blockade durch russische Truppen zu lösen.

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Von Daniel Mützel
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