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Machtwechsel in Australien: Premier Morrison r├Ąumt Niederlage ein

Von dpa, afp, pdi

Aktualisiert am 21.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Scott Morrison: Der Premierminister hat die Wahl in Australien verloren.
Scott Morrison: Der Premierminister hat die Wahl in Australien verloren. (Quelle: dpa-bilder)
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In Australien bahnt sich ein Regierungswechsel an: Der rechtskonservative Scott Morrison hat nach der Wahl wohl keine Mehrheit mehr. Reichen k├Ânnte es f├╝r den Sozialdemokraten Anthony Albanese.

Nach der Parlamentswahl in Australien steht das Land vor einem Regierungswechsel. Der bisherige Premierminister Scott Morrison gestand am Samstagabend (Ortszeit) seine Niederlage ein. Gewinner der Abstimmung und damit potenzieller neuer Regierungschef ist laut Hochrechnungen sein Herausforderer Anthony Albanese von der oppositionellen Labor-Partei. Der 59-J├Ąhrige hatte unter anderem mit Klima-Themen Wahlkampf gemacht und Ma├čnahmen angek├╝ndigt, um den unter der Inflation leidenden Menschen zu helfen.

Albanese sei durch das Wahlergebnis in der Position, eine Regierung zu bilden, berichtete der nationale Fernsehsender ABC unter Berufung auf Hochrechnungen nach Ausz├Ąhlung von rund der H├Ąlfte der abgegebenen Stimmen. Unklar blieb allerdings zun├Ąchst, ob seine Labor-Partei f├╝r eine Mehrheit im Parlament auf Koalitionspartner angewiesen sein wird.

"Supermacht der erneuerbaren Energien"

Albanese hat sich bereits zum Sieger der Parlamentswahlen erkl├Ąrt und einen Politikwechsel angek├╝ndigt. "Wir k├Ânnen die Gelegenheit nutzen, Australien zu einer Supermacht der erneuerbaren Energien zu machen", sagte Albanese am Samstagabend (Ortszeit). Zuvor hatte der bisherige konservative Premierminister Scott Morrison seine Niederlage eingestanden.

Anthony Albanese: Der bisherige Oppositionsf├╝hrer wird aller Wahrscheinlichkeit nach der neue Premierminister von Australien.
Anthony Albanese: Der bisherige Oppositionsf├╝hrer wird aller Wahrscheinlichkeit nach der neue Premierminister von Australien. (Quelle: Biancha de Marchi/AAP/imago-images-bilder)
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Morrison sprach von einem "schwierigen Abend" f├╝r seine Konservativen und f├╝gte hinzu: "Ich habe mit dem Oppositionschef und neuen Premierminister Anthony Albanese gesprochen und ihm zu seinem Wahlsieg gratuliert."

Laut den ABC-Hochrechnungen kam Labor zun├Ąchst auf 72 Sitze im neuen Parlament, die regierende konservative Koalition von Morrison auf 51. F├╝r eine absolute Mehrheit sind 76 Mandate notwendig. Erfolge erzielten auch die Gr├╝nen und mehrere unabh├Ąngige Kandidaten, die vor allem in st├Ądtischen Gebieten den bisher regierenden Konservativen Mandate abnehmen konnten. Mit der Niederlage von Morrison enden in Australien neun Jahre unter konservativer Regierung.

Von einer Krise in die n├Ąchste

Rund 17 Millionen Menschen waren aufgerufen, ein neues Parlament zu w├Ąhlen. In dem riesigen Land besteht Wahlpflicht. Viele Australierinnen und Australier machen Morrison f├╝r die vergangenen drei schweren Krisenjahre verantwortlich. Diese begannen 2019 kurz nach seiner Amts├╝bernahme mit riesigen Feuern im Osten des Landes, durch die ein Gebiet der Gr├Â├če Finnlands verbrannte.

Kaum waren die Br├Ąnde gel├Âscht, begann die Corona-Pandemie. Massive Verz├Âgerungen beim Impfen f├╝hrten zu verl├Ąngerten Lockdowns in den gro├čen St├Ądten des Landes und einer zwei Jahre andauernden Grenzschlie├čung, die Familienmitglieder voneinander trennte und Australien den Ruf eines Einsiedlerstaates einbrachte. Auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sind f├╝r viele Australier sp├╝rbar, die Arbeitslosenrate ist so hoch wie seit 48 Jahren nicht mehr.

Im Februar richteten ├ťberschwemmungen schwere Sch├Ąden an Australiens Ostk├╝ste an. Die Regierung sah sich mit Vorw├╝rfen konfrontiert, den Katastrophenopfern zu sp├Ąt und nicht ausreichend geholfen zu haben. Au├čerdem geriet angesichts der h├Ąufiger und heftiger werdenden Naturkatastrophen Morrisons Regierung wegen unzureichender Klimaschutzma├čnahmen in die Kritik. So wollte die konservative Regierung den Kohle-Export so lange wie m├Âglich fortsetzen ÔÇô k├╝nftig entscheidet sie nun nicht mehr dar├╝ber.

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