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Mit diesen Problemen hat die ukrainische Armee zu kämpfen

  • Jannik Meyer
Von Jannik Meyer, Lisa Becke

Aktualisiert am 24.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Fast ein ganzes Bataillon kampfunfähig: Nahaufnahmen enthüllen die Dimension der russischen Niederlage. (Quelle: t-online)
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Der ukrainische Präsident Selenskyj berichtet von hohen Verlusten in der Ostukraine – deshalb dürfen Männer im wehrpflichtigen Alter auch weiterhin nicht ausreisen. Wie ist es um die ukrainische Armee bestellt?

Am Dienstag vor genau drei Monaten startete Russland seinen groß angelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine – wie viele Soldaten in dem Krieg bislang starben, ist schwer zu beziffern, nur vereinzelt dringen Zahlen an die Öffentlichkeit.


Die letzten Kämpfer im Asow-Stahlwerk

Mariupol ist von russischen Truppen besetzt. Die letzte Bastion des Widerstands: das Asow-Stahlwerk. Während Zivilisten bereits evakuiert werden konnten, harren in dem unterirdischen Labyrinth aus Kellern, Gängen und Werkstätten noch immer ukrainische Kämpfer aus – teils schwer verwundet. Seit Anfang der Woche verließen immer mehr Kämpfer das Werk.
Immer wieder beschießt die russische Armee das Stahlwerk. Seit mehr als zwei Monaten sitzen dort Kämpfer des ukrainischen Azow-Battalions fest.
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Mitte April sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von insgesamt rund 3.000 ukrainischen Soldaten, die bislang gestorben seien. Genaue Zahlenangaben verweigerte das Präsidialamt allerdings, und begründete dies mit einem "Kriegsgeheimnis".

Nun hat sich Selenskyj erneut geäußert: Er bezifferte die Verluste der eigenen Truppen allein an der Front in der Ostukraine auf 50 bis 100 Soldaten pro Tag. Mit den hohen Verlusten begründete er, warum Männern im wehrpflichtigen Alter die Ausreise aus der Ukraine auch weiterhin nicht erlaubt werden könne.

Wie steht es also um die ukrainische Armee, nach Monaten im Krieg? Ein Ăśberblick.

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Sinkt die Motivation der ukrainischen Soldaten?

Über die Soldaten Russlands kursieren seit Kriegsbeginn Berichte über mangelnde Motivation: So würden diese etwa Befehle missachten, sich betrinken, sogar eigene Fahrzeuge beschießen, um nicht damit weiterfahren zu können – so das US-Verteidigungsministerium.

Auf ukrainischer Seite hingegen gebe es solche Probleme nach wie vor nicht: "Die Motivation ist noch relativ hoch", sagt der Russland- und Militärexperte Gustav Gressel t-online. Das liege auch daran, dass die ukrainische Armee in der letzten Zeit einige Erfolge habe erzielen können.

Im Osten des Landes, wo auch bereits vor dem groß angelegten Angriff gekämpft wurde, seien zwar einige ukrainische Soldaten durch ihren langen Einsatz "abgekämpft", so Gressel. Trotzdem seien sie schon aus einem Grund motiviert: "Man sieht auch, was einem blüht, wenn man überrollt wird oder der Gegner gewinnt", sagt der Politikwissenschaftler.

Welche Waffen hat die Ukraine zur VerfĂĽgung?

Nach wie vor kämpfe die ukrainische Armee vor allem mit den Waffen, die sie auch schon vor Kriegsbeginn besessen habe, so Gressel. Hinzu kommen inzwischen jedoch auch solche, die sie von der gegnerischen Seite erbeutet hat. Im Großen und Ganzen seien die Waffen, die von Russland und der Ukraine eingesetzt werden, dabei recht ähnlich, so der Militärexperte.

Einen wichtigen Unterschied gebe es jedoch: Der Ukraine fehle es an schweren Waffen: "Vor allem Artillerie, gepanzerte Transportfahrzeuge und Kampfpanzer. Da hat man Ausrüstungsmängel", erklärt der Militärexperte. Schweres Gerät sei für die Ukraine jedoch "überlebenswichtig". Rund um das Gebiet der Seehafenstadt Cherson etwa sei "man ohne Panzer ziemlich aufgeschmissen", sagt Gressel.

Deshalb sei die Ukraine auf Waffenlieferungen aus dem Westen angewiesen. "Nachdem die ukrainische Rüstungsindustrie durch die russischen Marschflugkörper und Raketen stark getroffen wurde, ist man jetzt bezüglich der Geräte vom Westen abhängig", sagt der Politikwissenschaftler. Munition- und Treibstoffmangel machten sich auf ukrainischer Seite bemerkbar.

Gehen der Ukraine die Soldaten aus?

Der Ukraine fehlt also Gerät – aber wie sieht es mit den Soldaten aus? Für die gegnerische Seite ist das ein Hauptproblem: die vielen gefallenen russischen Soldaten und der fehlende Nachschub. "Den Russen gehen die Soldaten aus", sagt Gressel. Britische Geheimdienstexperten gehen davon aus, dass die Verluste der russischen Armee nach drei Monaten so hoch seien wie die der Roten Armee in den neun Jahren des sowjetischen Afghanistan-Kriegs insgesamt. So geht es zumindest aus einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in London am Montag hervor.

Die Ukraine hingegen habe "erst mal genug" Soldaten, so die Einschätzung des Experten Gressel. "Der Ukraine gehen die Panzer aus, aber nicht die Soldaten." Rund 700.000 Soldaten kämpfen laut Aussage von Präsident Selenskyj auf ukrainischer Seite – eine Zahl, die sich auch mit der Einschätzung von Analysten deckt.

Auf eine Einschränkung jedoch weist Gressel hin: Nicht alle der 700.000 Soldaten sind bereits an der Front. Denn zahlreiche Ukrainer werden seit Beginn des russischen Angriffskrieges zunächst an den Waffen ausgebildet. Erst im Laufe der nächsten Monate werden diese dann auch tatsächlich kämpfen, sagt der Militärexperte.

Ausblick

Weil der Ukraine schweres Gerät fehlt und die Ausbildung an den Waffen noch Zeit benötigt, sieht Experte Gressel die Ukraine insgesamt noch in der Defensive – auch wenn die ukrainischen Kämpfer in den letzten Wochen etwa rund um die Stadt Charkiw im Osten des Landes wichtige Erfolge zu verzeichnen hatten. Insgesamt sei es zwar noch ein schwieriger Weg für das angegriffene Land, so der Experte, aber: "Die Ukraine hat die Möglichkeit, das Blatt zu wenden."

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Von Liesa Wölm
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