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"Der Kreml ist sauer"

Von Daniel Mützel

Aktualisiert am 25.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Heftige Straßenkämpfe: Die Videos aus Sjewjerodonezk erinnern an Videospiele, zeigen aber brutale Realität. (Quelle: t-online)
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"Es ist sinnlos": Mit Klartext zieht die Ukraine ihre Truppen aus der wichtigen Stadt Sjewjerodonezk zurück. Experten sprechen von einem Rückschlag für Kiew – der zugleich eine Schwäche Russlands offenlegt.

Nach wochenlangen Kämpfen haben sich die ukrainischen Streitkräfte aus dem strategisch wichtigen Sjewjerodonezk im Osten des Landes zurückgezogen. Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhiy Haidai, nannte im ukrainischen Fernsehen die weitere Verteidigung der Stadt "sinnlos": Angesichts der massiven Zerstörung der Stadt über viele Monate hinweg lohne es sich nicht, in den Trümmern weiter Stellungen zu halten.

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Ukrainische Truppen hatten sich vor Wochen schon einmal aus Sjewjerodonezk zurückgezogen – ein taktischer Rückzug, um kurze Zeit später in einem Überraschungsangriff die Stadt teilweise zurückzuerobern. Neben regulären Truppen waren an dem Manöver auch ausländische Kämpfer der Internationalen Liga zur Verteidigung der Ukraine (ILDU) beteiligt. Der jetzige Rückzug scheint allerdings endgültig: "Diesmal gibt es kein Zurück", so ein westlicher Militärexperte in Kiew, der namentlich nicht genannt werden möchte.

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Sjewjerodonezk war eine der letzten Städte in ukrainischer Hand in der mittlerweile fast komplett russisch kontrollierten Region Luhansk in der Ostukraine. In der Stadt fanden mit die heftigsten Kämpfe des Krieges statt. Der Ort steht seit Monaten im Fokus der russischen Feuerwalze im Donbass. Weite Teile der Stadt sind nur noch Ruinen. Bis zuletzt leisteten die ukrainischen Verteidiger erbitterten Widerstand. Am Samstagabend meldete die ukrainische Seite die vollständige Eroberung durch russische Truppen.

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"Sjewjerodonezk ist nicht Stalingrad oder Berlin"

Auch wenn der Verlust von Sjewjerodonezk zweifellos ein Rückschlag ist, so sei es kein entscheidender, so der westliche Militärexperte: "Das Ziel der Rückeroberung von Sjewjerodonezk war nicht dazu gedacht, die Stadt zu halten. Es ging einzig und allein darum, den russischen Streitkräften, die im Häuserkampf deutlich schlechter aufgestellt sind, Schaden zuzufügen und ihre Offensive zu verlangsamen." Zudem: Sjewjerodonezk sei nicht Stalingrad oder Berlin, so der Experte, der Fall der Stadt mit ehemals 100.000 Einwohnern sei keine entscheidende Wende im Krieg.

Auch für Mathieu Boulegue, Militärexperte der britischen Denkfabrik Chatham House, ist der Rückzug keine Niederlage im eigentlichen Sinn: "Es war eine Kosten-Nutzen-Kalkulation der ukrainischen Armee: Die Verluste, die man selbst einkassierte, rechtfertigten nicht mehr den Schaden, den man den Russen zufügte." Insofern sei die Truppenbewegung eine "kluge Entscheidung" des ukrainischen Generalstabs gewesen, so Boulegue.

Nächste Front: Zehn Kilometer dahinter?

Die nächste wichtige Frontlinie könnte nur wenige Kilometer dahinter liegen, an der Zwillingsstadt Lyssytschansk. Nach ukrainischen Angaben versuchen die russischen Streitkräfte bereits, die umkämpfte Stadt und die dort stationierten Soldaten einzukesseln. Sollte es den Russen gelingen, Lyssytschansk einzukreisen, könnte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch diese Stadt fällt. Bei einem Kessel werden Verteidigungslinien von wichtigen Nachschubrouten abgeschnitten. Derzeit gibt es nur noch einen Weg nach und von Lyssytschansk: Eine Hauptstraße, die nach Bachmut führt. Es ist eine Todeszone, die von russischer Artillerie unter Dauerbeschuss genommen wird.

Der westliche Militärexperte in Kiew verweist im Telefonat mit t-online auf die taktischen Vorteile für die ukrainischen Kräfte in Lyssytschansk: "Die Stadt liegt am Fluss Siwerskyj Donez, lässt sich also deutlich besser verteidigen. Wir haben gesehen, dass die russische Armee ihre Probleme damit hat, Flüsse zu überqueren. Noch schwieriger ist es, eine Flussüberquerung zu halten." Vor Wochen hatte eine versuchte Flussüberquerung russischer Truppen am Siwerskyj Donez zum Desaster geführt: Dutzende Militärfahrzeuge wurden zerstört und vermutlich Hunderte Soldaten verloren ihr Leben.

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"Der Kreml ist sauer"

Ob es aber wirklich zur Entscheidungsschlacht um Lyssytschansk kommt, ist unklar. Möglich sei auch, dass der ukrainische Generalstab das Risiko einer Kesselschlacht vermeiden will und sich komplett aus der Region Luhansk zurückzieht. "Das wäre sicher ein Propagandaerfolg für Russland, aber nicht kriegsentscheidend", so der Chatham-House-Experte Boulegue.

Vielmehr offenbare die massive Belagerung von Sjewjerodonezk eine Schwäche der russischen Armee: "Man hat wochenlang fast die gesamte russische Armee in der Ukraine auf diese nicht sehr große und nicht sehr bedeutsame Stadt konzentriert und ist nur wenige Kilometer nach vorne gerückt. Das zeigt, wie groß die Probleme für das russische Militär weiterhin sind, selbst kleinste Geländegewinne zu erzwingen." Boulegue glaubt, dass der Kreml "sauer" sei über die geringen militärischen Erfolge, und doch werde die Führung in Moskau bald die heiße Kampfphase beenden müssen. "Niemand kann ewig kämpfen."

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