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Prozess gegen Peter Steudtner beginnt in der kommenden Woche

Prozess gegen Peter Steudtner  

Türkische Anklageschrift "wie ein schlechter Roman"

17.10.2017, 15:54 Uhr | dpa

Prozess gegen Peter Steudtner beginnt in der kommenden Woche . Der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner in einer undatierten Aufnahme. (Quelle: dpa/TurkeyRelease Germany)

Der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner in einer undatierten Aufnahme. (Quelle: TurkeyRelease Germany/dpa)

Der Deutsche Peter Steudtner und andere Menschenrechtler waren in der Türkei wegen Terrorverdachts verhaftet worden. Jetzt steht der Termin für den Gerichtsprozess fest.

"Das Hauptverfahren fängt am 25. Oktober um 10 Uhr an", sagte Steudtners Anwalt Murat Boduroglu. Das Gericht in Istanbul habe die Anklageschrif der Staatsanwaltschaft, rund drei Monate nach der Festnahme, akzeptiert. Boduroglu nannte die Anklageschrift "rechtswidrig und nicht sorgfältig vorbereitet". Bereits nach ihrem Bekanntwerden hatte der Anwalt gesagt: "Sie liest sich wie ein schlechter Roman."

Steudtner, sein schwedischer Kollege Ali Gharavi und acht weitere Menschenrechtler waren am 5. Juli bei einem Menschenrechtsseminar auf der Istanbul vorgelagerten Insel Büyükada festgenommen worden. In die Anklageschrift wurde überraschend auch ein weiterer Beschuldigter aufgenommen: Der Vorsitzende von Amnesty International in der Türkei, Taner Kilic.

Bis zu zehn Jahre Haft

Den insgesamt elf Beschuldigten - von denen acht in U-Haft sitzen - wird Mitgliedschaft in einer "bewaffneten Terrororganisation" beziehungsweise Terrorunterstützung vorgeworfen. Steudtner drohen nach Angaben seines Anwalts bis zu zehn Jahre Haft.

Die Bundesregierung fordert die Freilassung Steudtners und mindestens elf weiterer Bundesbürger, die aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert sind. Steudtner sitzt im Gefängnis in Silivri westlich von Istanbul in U-Haft. Der Menschenrechtler hatte keine Verbindungen zur Türkei und wollte nach dem Seminar nach Berlin zurückkehren, wo er mit seiner Familie lebt.

Die Anwälte von Steudtner und Gharavi hatten nach Bekanntwerden der Anklageschrift angekündigt, bei Gericht zu beantragen, dass kein Hauptverfahren eröffnet wird und dass ihre Mandanten freigelassen werden. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gesagt, dass er sich für eine Beschleunigung des Verfahrens gegen Steudtner einsetzen werde.

Wegen des Falls Steudtner hatte die Bundesregierung im Juli ihre Türkei-Politik neu ausgerichtet und den Kurs gegenüber Ankara deutlich verschärft.

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