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Alternativer Nobelpreis verliehen: "Alles, was ich besitze, sind ein Esel und ein Wagen"

Alternativer Nobelpreis verliehen  

"Alles, was ich besitze, sind ein Esel und ein Wagen"

23.11.2018, 21:25 Uhr | dpa

Alternativer Nobelpreis verliehen: "Alles, was ich besitze, sind ein Esel und ein Wagen". Burkina Faso: Der Landwirt Yacouba Sawadogo ist Träger des Alternativen Nobelpreises 2018. Sawadogo ist bekannt als "Mann, der die Wüste aufhielt". (Quelle: dpa)

Burkina Faso: Der Landwirt Yacouba Sawadogo ist Träger des Alternativen Nobelpreises 2018. Sawadogo ist bekannt als "Mann, der die Wüste aufhielt". (Quelle: dpa)

In Stockholm sind sieben Aktivisten mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Sie hätten mit Tatkraft, Mut und Kreativität zunächst unlösbar erscheinende Probleme überwunden.

Menschenrechts- und Umweltaktivisten sind am Freitagabend in Stockholm mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Sie teilen sich ein Preisgeld von drei Millionen schwedischen Kronen (290 000 Euro). Von den sieben Preisträgern konnten allerdings nur vier den Right Livelihood Award auch persönlich entgegennehmen. Die drei Menschenrechtler Abdullah al-Hamid, Mohammed Fahad al-Kahtani und Walid Abu al-Chair, die in Saudi-Arabien das autoritäre System ihres Landes friedlich herausfordern, sitzen derzeit allesamt im Gefängnis.

Bäume in der Wüste

An ihrer Stelle nahm der Anwalt Yahya Assiri an der Zeremonie im Stockholmer Vasa-Museum teil. Er sagte laut Redemanuskript, die drei Aktivisten seien eine große Inspiration für andere, sich für Menschenrechte einzusetzen. "Wenn Saudi-Arabien an echten Reformen interessiert ist, wie es das Regime behauptet, sollten die mutigen Reformer in ihrem Heimatland als Helden gefeiert werden anstatt Jahre um Jahre im Gefängnis zu verbringen", kommentierte er.

Ole von Uexkull, Direktor der "Right Livelihood Award Foundation". (Quelle: Reuters)Ole von Uexkull, Direktor der "Right Livelihood Award Foundation". (Quelle: Reuters)

Yacouba Sawadogo, ein Bauer aus Burkina Faso, und der australische Agrarwissenschaftler Tony Rinaudo wurden für ihre Bemühungen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in der Sahel-Region Afrikas ausgezeichnet. Rinaudo berichtete, wie er als kleiner Junge nicht habe verstehen können, warum fast jeder Baum auf einem Acker gefällt worden sei. Nun hat er eine Methode entwickelt, wie aus im Wüstensand verborgenen Wurzelsystemen neue Bäume herangezogen werden können. Der 75 Jahre alte Sawadogo sagte zu seiner Auszeichnung: "Alles, was ich besitze, sind ein Esel und ein Wagen. Mein einziger Reichtum ist der Wald, den ich gepflanzt habe."

Kampf gegen Machtmissbrauch und Korruption

Die undotierte Ehrenauszeichnung ging an Thelma Aldana aus Guatemala und Iván Velásquez aus Kolumbien "für ihre wegweisende Arbeit zur Aufdeckung von Machtmissbrauch und Verfolgung von Korruption", wie es hieß. Aldana sagte laut Redemanuskript, Guatemala sei organisiert, "um mächtige Akteure zu bereichern, und das ist es, was wir zu bekämpfen begonnen haben". Man habe "bewiesen, dass öffentliche Institutionen für alle Bürger arbeiten können und nicht nur für die, die von mächtigen Politikern beschützt und unterstützt werden". Velásquez bezeichnete Korruption als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Menschenwürde.


Der Direktor der Right Livelihood Award Stiftung, Ole von Uexküll, betonte, die Stiftung begleite die Preisträger ihr Leben lang und fördere zugleich ihre Arbeit. Sie hätten mit Tatkraft, Mut und Kreativität zunächst unlösbar erscheinende Probleme überwunden. Der Right Livelihood Award wurde 1980 gegründet und wird mit privaten Spenden finanziert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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