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Israel will Aufzug zu heiliger Stätte bauen

Von dpa
04.05.2020Lesedauer: 2 Min.
Palästinensische Autonomiegebiete, Hebron: Die Patriarchengräber im Westjordanland mit dem Zugang zur Synagoge.
Palästinensische Autonomiegebiete, Hebron: Die Patriarchengräber im Westjordanland mit dem Zugang zur Synagoge. (Quelle: Stefanie Järkel/dpa-bilder)
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Um Juden, Muslimen und Christen den Zugang zu den Patriarchengräbern zu ermöglichen, will Israel einen Aufzug bauen. Die Palästinenser sind dagegen. In dem Gebiet hatte es zuvor schon Anschläge gegeben.

Israels Verteidigungsminister Naftali Bennett hat den Bau eines Aufzuges an einer Juden und Muslimen heiligen Stätte im besetzten Westjordanland genehmigt. Der Aufzug soll den Zugang zu den Patriarchengräbern in Hebron behindertengerecht machen, wie das Ministerium in der Nacht zu Montag mitteilte.

Ein Sprecher bestätigte, dass sowohl Juden als auch Palästinenser den Aufzug würden nutzen können. Der Aufzug soll nach Angaben des Außenministeriums durch eine Brücke mit dem Eingang zu den Patriarchengräbern verbunden werden. Nach früheren Angaben soll das Projekt umgerechnet rund 1,3 Millionen Euro kosten.

Naftali Bennett
Naftali Bennett (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)

Das palästinensische Außenministerium verurteilte die israelischen Pläne scharf. Diese seien Teil der Siedlungsaktivitäten Israels, hieß es in einer Mitteilung. Man werde die Pläne deswegen vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen.

Regelmäßige Anschläge in der Nähe der heiligen Stätte

Die Patriarchengräber sind für Juden, Christen und Muslime heilig - und heute auf eine Moschee und eine Synagoge aufgeteilt. Es gibt dabei grundsätzlich einen Zugang für Juden und einen für Palästinenser. Im Bereich der heiligen Stätte kommt es regelmäßig zu Anschlagsversuchen von Palästinensern auf Israelis.

Seit 1998 ist Hebron zweigeteilt: Einen Teil kontrolliert die Palästinensische Autonomiebehörde, den anderen Israel. Mitten in der Stadt mit rund 210.000 Palästinensern leben rund 800 israelische Siedler. Wegen der Präsenz von Siedlern und Soldaten mussten Palästinenser im Stadtzentrum Geschäfte und Wohnungen aufgeben.

Bau eines neuen jüdischen Viertels geplant

Israel plant derzeit zudem den Bau eines neuen jüdischen Viertels in Hebron. Der ultrarechte Verteidigungsminister Bennett verkündete im Dezember Baupläne für den seit 1994 geschlossenen palästinensischen Großmarkt.

Israel hatte 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute rund 600.000 israelische Siedler in mehr als 350 Siedlungen. Die Palästinenser beanspruchen das Gebiet als Teil eines unabhängigen Staates. Der UN Sicherheitsrat hatte 2016 einen kompletten Stopp des israelischen Siedlungsbaus gefordert.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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