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Donald Trump schlägt Christopher Wray als neuen FBI-Chef vor

Nachfolger für James Comey  

Trump will Anwalt zum FBI-Chef machen

07.06.2017, 17:19 Uhr | t-online.de

Donald Trump schlägt Christopher Wray als neuen FBI-Chef vor. US-Präsident Donald Trump will Christopher Wray zum neuen FBI-Chef ernennen. (Archiv) (Quelle: Reuters/Joshua Roberts)

US-Präsident Donald Trump will Christopher Wray zum neuen FBI-Chef ernennen. (Archiv) (Quelle: Joshua Roberts/Reuters)

US-Präsident Donald Trump will den Anwalt Christopher A. Wray zum neuen Chef des FBI machen. Das kündigte Trump auf Twitter an.

Wray (50) folgt auf James Comey, den Trump am 9. Mai fristlos entlassen hat. Wray arbeitet derzeit als Anwalt in Washington DC. Er war unter George W. Bush einige Jahre für das Justizministerium tätig. Trump twitterte, Wrays Zeugnisse seien makellos. Details würden bald folgen, schrieb er.

Reichlich Erfahrung in der Strafverfolgung

In den vergangenen Wochen hatten Trump und sein Team eine ganze Reihe möglicher Kandidaten für die FBI-Spitze durchleuchtet. Der Präsident entschied sich letztlich für einen Kandidaten, der nicht aus der Politik kommt - wie beispielsweise der zeitweise gehandelte Ex-Senator Joe Lieberman -, sondern für einen Anwärter mit reichlich Erfahrung in der Strafverfolgung. Wray sei deshalb ein Kandidat, der innerhalb des FBI als "akzeptabel" gelte, schrieb die "New York Times".

Die Ernennung des Juristen muss noch vom Senat bestätigt werden. Übernehmen soll Wray das mächtige Amt in einer Phase, in der die Behörde mitten in heftigen politischen Turbulenzen steckt. Die Bundespolizei ermittelt zu mutmaßlichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps im Wahlkampf und möglichen illegalen Absprachen von Trump-Mitarbeitern mit Moskau.

Der Anwalt und Ex-Mitarbeiter im Justizministerium, Christopher Wray, ist Donald Trumps Wunschkandidat als neuer FBI-Chef. (Archiv) (Quelle: Reuters/Molly Riley)Der Anwalt und Ex-Mitarbeiter im Justizministerium, Christopher Wray, ist Donald Trumps Wunschkandidat als neuer FBI-Chef. (Archiv) (Quelle: Molly Riley/Reuters)

Ex-FBI-Chef sagt im Kongress aus

Erst am Mittwoch sorgten neue Vorwürfe gegen den US-Präsidenten für Wirbel. Laut "Washington Post" setzte Trump in der Russland-Affäre neben Ex-FBI-Chef Comey auch den Nationalen Geheimdienstdirektor Daniel Coats unter Druck. Ziel war demnach, Comeys Ermittlungen gegen den inzwischen entlassenen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn zu stoppen.

Am Donnerstag soll der von Trump entlassene Comey zu diesen Ermittlungen im Kongress aussagen. Die Anhörung wird in Washington mit Spannung erwartet. Sie gilt als eine der bisher wichtigsten Wegmarken in Trumps Präsidentschaft. Sollte Comey aussagen, Trump habe versucht, FBI-Ermittlungen in der Russland-Affäre zugunsten seiner Regierung zu beeinflussen, würde das den US-Präsidenten politisch schwer belasten.

Ex-FBI-Direktor James Comey wird am Donnerstag im US-Senat angehört. (Quelle: Reuters/Kevin Lamarque)Ex-FBI-Direktor James Comey wird am Donnerstag im US-Senat angehört. (Quelle: Kevin Lamarque/Reuters)

Als neuer FBI-Direktor würde Wray die Russland-Ermittlungen allerdings nicht fortführen. Sie wurden kurz nach der Entlassung Comeys vom Justizministerium in die Hände des früheren FBI-Chefs Robert Mueller gelegt, der als Sonderermittler mit umfassenden Vollmachten ausgestattet ist.

Nach 9/11 arbeitete Wray eng mit dem FBI zusammen

Wray leitete zu Zeiten von Präsident George W. Bush im Justizministerium die Abteilung für die Verbrechensbekämpfung. Er war in dem Ministerium auch mit großen Unternehmensskandalen wie jenen beim Energiekonzern Enron befasst. Laut der von seiner Kanzlei King & Spalding veröffentlichten Biographie war Wray zudem für die Koordination von Anti-Terrorismus-Maßnahmen nach den Anschlägen des 11. September 2001 mitverantwortlich. Damals arbeitete er eng mit dem FBI zusammen.

In der Privatkanzlei leitet der Absolvent der Eliteschmiede Yale eine Abteilung, die Unternehmen und Manager beim Vorwurf von Wirtschaftskriminalität vertritt und sich auch mit internen Firmenuntersuchungen befasst. Er war in den vergangenen Jahren auch als Anwalt des Gouverneurs des Bundesstaats New Jersey, Chris Christie, tätig. Christie war während des Wahlkampfs ein enger Verbündeter Trumps.

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