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US-Senat ernennt Ginas Haspel zur neuen CIA-Chefin

Senat bestätigt Haspel  

Geheimdienstchefin mit Folter-Vergangenheit

17.05.2018, 23:29 Uhr | AFP, js

US-Senat ernennt Ginas Haspel zur neuen CIA-Chefin. Gina Haspel während einer Anhörung zu ihrer Nominierung im US-Senat: Unter ihrer Aufsicht wurde früher gefoltert. Jetzt leitet sie den Geheimdienst. (Quelle: dpa/Ting Shen/XinHua)

Gina Haspel während einer Anhörung zu ihrer Nominierung im US-Senat: Unter ihrer Aufsicht wurde früher gefoltert. Jetzt leitet sie den Geheimdienst. (Quelle: Ting Shen/XinHua/dpa)

Der US-Senat hat die Ernennung von Gina Haspel zur neuen CIA-Chefin bestätigt – obwohl sie in der Vergangenheit Folter von Gefangenen beaufsichtigt hat. Erst kürzlich hatte sich teilweise davon distanziert.

Der US-Senat hat der Ernennung der umstrittenen Kandidatin Gina Haspel zur neuen Chefin des Geheimdiensts CIA zugestimmt. Die von Präsident Donald Trump nominierte 61-Jährige erhielt bei der Abstimmung am Donnerstag in Washington eine Mehrheit und kann damit die Leitung der CIA übernehmen. Sie tritt als erste Frau an die Spitze des US-Auslandsgeheimdiensts. Ihr Vorgänger Mike Pompeo war ins Amt des Außenministers gewechselt.

Gegen Haspels Nominierung hatte es im Senat erhebliche Vorbehalte gegeben, weil sie nach den Anschlägen vom 11. September 2001 an einem US-Programm beteiligt war, bei dem Terrorverdächtige in Geheimgefängnisse im Ausland gesteckt und dort mit Foltermethoden vernommen wurden.

Erst kürzlich distanzierte sie sich

Von diesen Methoden distanzierte sich Haspel kürzlich vor dem Kongress: Rückblickend sei sie der Meinung, dass die CIA die brutalen Verhörmethoden "nicht hätte anwenden sollen", hatte sie Anfang der Woche erklärt.

Zu den umstrittenen Methoden gehörte das berüchtigte "Waterboarding", also das simulierte Ertrinken. Haspel leitete zeitweise ein "schwarzes" Gefängnis in Thailand, wo derartige Methoden zur Anwendung kamen. Dort soll laut Medienberichten unter ihrer Leitung mindestens ein mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied dem "Waterboarding" unterzogen worden sein.

Ganz verurteile sie die Folter nicht

In einer Anhörung vor dem Senat hatte Haspel kürzlich beteuert, dass sie den damaligen Umgang mit Häftlingen heute nicht mehr erlauben würde. Die Aktivitäten der CIA müssten "mit den amerikanischen Werten im Einklang stehen".

Allerdings lehnte sie es ab, die früheren Praktiken gänzlich zu verurteilen. Sie und ihre Kollegen seien Anweisungen gefolgt und hätten "an unsere Arbeit geglaubt", sagte Haspel. Das Programm habe "wertvolle Informationen" geliefert und zur Verhinderung weiterer Anschläge beigetragen.

Haspel steht seit 33 Jahren im Dienst der CIA. Zuletzt war sie stellvertretende Direktorin.

Verwendete Quellen:
  • AFP, AP

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