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Söder gegen Laschet – Zur Harmonie verdammt

Von Gerhard Spörl

12.04.2021Lesedauer: 2 Min.
Markus Söder und Armin Laschet: Beide haben erklärt, für das Kanzleramt kandidieren zu wollen.
Markus Söder und Armin Laschet: Beide haben erklärt, für das Kanzleramt kandidieren zu wollen. (Quelle: Michael Kappeler/dpa-bilder)
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Die Union macht es den Grünen nach: In friedlicher Koexistenz wollen Armin Laschet und Markus Söder ausmachen, wer das Kanzleramt sichern darf. Aber wie lange halten Sie das durch?

Wer hätte gedacht, dass der Armin und der Markus vor die Presse treten und mit freundlichem Respekt übereinander reden, obwohl sie doch das Gleiche wollen? Jeder sagt vom jeweils anderen, dass er zum Kanzler geeignet ist und dass er, wird er es nicht, den anderen, der es wird, aus vollem Herzen und mit voller Kraft unterstützen wird. So viele gute Vorsätze hat man selten.

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Sinnvoll ist ja das Experiment, auf das sich der Armin und der Markus einlassen. Die Lage ist ernst, das Land steckt in der dritten Phase der Pandemie. Viele Menschen infizieren sich, zu viele Menschen sterben. Das Impfen schleppt sich dahin. Die Stimmung grenzt wahlweise ans Depressive oder Aggressive. Da passen die üblichen miesen Spielchen nicht, rund fünf Monate vor der Bundestagswahl. Der Nimbus der Politik ist ohnehin im Keller. Deshalb ist der Ernst, mit dem Armin Laschet und Markus Söder den Wettbewerb um die Nachfolge der Kanzlerin förmlich ausgerufen haben, nur angemessen.

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Die Union eifert den GrĂĽnen nach

Dabei eifern sie natürlich einem Vorbild nach, das friedliche Koexistenz zur Kunstform erhoben hat: den Grünen. Der Robert und die Annalena dürfen selber darüber entscheiden, wer von ihnen die Nummer Eins sein soll. Kein Parteigremium mischt sich ein, die Grünen warten ab, was passiert, was ja nun eigentlich seltsam in einer Parteiendemokratie ist. Am Montag in einer Woche ist es soweit, dann wird Rauch aufsteigen, dann ist sie oder er gewählt und somit auch ein Kanzlerkandidat/eine Kanzlerkandidatin.

Annalena Bearbock oder Robert Habeck: Auch bei den GrĂĽnen ist noch nicht klar, wer in das Rennen um das Kanzleramt einsteigt (Archivbild).
Annalena Bearbock oder Robert Habeck: Auch bei den GrĂĽnen ist noch nicht klar, wer in das Rennen um das Kanzleramt einsteigt (Archivbild). (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

Die Grünen sind am Ende eines langen Prozesses angelangt, während die Union an einem späten Anfang steht. Der Armin und der Markus haben sich wie zwei Großmächte auf Friedfertigkeit geeinigt, aber keinen Prozess für die Kandidatenfindung festgelegt. Auch hier wird kein Gremium zum Zweck der Entscheidung benannt, weder die Bundestagsfraktion noch das Präsidium. So müssen beide das Echo erzeugen, das aus der CDU erschallt, denn auf die größere Partei kommt es an. Wer die besseren Aussichten auf die Kanzlerschaft hat, darf vorangehen. CDU und CSU sind zuerst und zuletzt Machterhaltungsparteien.

Die Union wird wohl ihren Kandidaten noch am Mittwoch kĂĽren

Die Grünen sind am Ende eines langen Prozesses angelangt, während die Union an einem späten Anfang steht, der schnell ein Ende finden wird. Die Dinge dürften sich in den nächsten Tagen überschlagen, so ist das eben, wenn eine Dynamik entfaltet wird, die schnell außer Kontrolle gerät. Die CDU wird Laschet stützen, die CSU wird Söder stützen. Ein paar Hintersassen und ein paar prominente Einzelgänger wie Norbert Röttgen werden sich gerne zu ihrer Meinung befragen lassen, vielleicht sagt die Bundestagsfraktion am Dienstag noch, wen sie bevorzugt. Geordnete Verfahren haben die Eigenschaft, schnell ins Unordentliche überzugehen, so dass alsbald der Ruf erschallen wird: Entscheidet euch gefälligst, damit nicht noch mehr Wechselstimmung in Deutschland aufkommt.

So wird wohl die Union auf den letzten Metern noch die GrĂĽnen ĂĽberholen und ihren Kanzlerkandidaten vor dem Mittwoch kĂĽren. Wen? Doch wohl eher den Armin.

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