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Corona-Chaos in China: Drohen Millionen Tote? – Krematorien überlastet


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Krematorien in Peking überlastet: "Kommen nicht nach"

Von dpa, lw

Aktualisiert am 21.12.2022Lesedauer: 4 Min.
Dramatische Aufnahmen: Videos aus China zeigen völlig überfüllte Krankenhäuser und zahllose Corona-Tote vor den Krematorien. (Quelle: t-online)
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Überlastete Intensivstationen und leere Regale in Apotheken: In China ist das Corona-Chaos ausgebrochen. Dennoch sollen Infizierte mancherorts arbeiten gehen.

Von "Null Covid" zu planloser Lockerung: Seit der Explosion der Corona-Fälle und dem abrupten Ende der rigorosen Null-Toleranz-Strategie in China vor zwei Wochen verbreitet sich das Virus mit hoher Geschwindigkeit im Milliardenvolk. Vielerorts sind die Krankenhäuser voll. In Peking kommen die Krematorien mit der Einäscherung der Toten nicht mehr nach. Nach Schätzungen muss mit Hunderttausenden Toten gerechnet werden. Doch die Regierung möchte am liebsten nur noch von einer harmlosen "Corona-Erkältung" sprechen.

Der Sprung ist gewaltig: Mussten Infizierte Anfang Dezember noch in Krankenhäuser, erlauben ihnen mehrere Metropolen heute sogar schon die Rückkehr zum Arbeitsplatz. Voraussetzung ist lediglich, dass sie keine oder nur leichte Symptome zeigen.

So etwa in der 4,5-Millionen-Metropole Guiyang in Südwestchina: Dort wurden Beschäftigte von Supermärkten, Lieferdiensten, Behörden, medizinischen Einrichtungen und anderen Institutionen dazu angewiesen, das tägliche Leben aufrechtzuerhalten und mit angemessenem Schutz arbeiten zu gehen, wenn sie keine oder nur leichte Krankheitserscheinungen zeigten und ihr Gesundheitszustand es zulasse, wie die "Global Times" berichtete. Experten hoben demnach hervor, dass die Städte je nach epidemischer Lage "dynamische Anpassungen" machen sollten.

Ein Mann hält ein Foto eines verstorbenen Verwandten: In China werden Hunderttausende Corona-Tote erwartet.
Ein Mann umklammert das Foto eines verstorbenen Verwandten: In China werden Hunderttausende Corona-Tote erwartet. (Quelle: Andy Wong)

Die Wende traf die Krankenhäuser unvorbereitet

Nach fast drei Jahren mit Lockdowns, Zwangsquarantäne, Massentests und Kontaktverfolgung hatte das bevölkerungsreichste Land der Erde am 7. Dezember seine harte Null-Toleranz-Politik plötzlich aufgehoben. Die Kehrtwende begründete die Regierung damit, dass die Infektionen mit den neuen Omikron-Varianten nicht mehr so schwer verliefen. Doch sah die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Grund vor allem darin, dass die Lage wegen vieler Proteste außer Kontrolle geraten war und die harten Maßnahmen nicht mehr durchgehalten werden konnten.

Die Wende traf die Krankenhäuser unvorbereitet, da es bis dahin "keine Strategie" für eine Lockerung gab, wie ein europäischer Gesundheitsexperte schilderte. Die Impfkampagne war nur unzureichend vorangetrieben worden. Viele der 260 Millionen älteren Menschen über 60 Jahre sind nicht ausreichend geschützt: Nur 70 Prozent der über 60-Jährigen und 40 Prozent der Menschen über 80 Jahre haben eine Booster-Impfung bekommen. Moderne ausländische Impfstoffe sind aus politischen Gründen nicht zugelassen. Bei vielen Chinesen liegt die letzte Spritze weit zurück, sodass sie die Krankheit voll trifft.

Aufnahmen in sozialen Medien verdeutlichen die dramatische Situation: In einem Krankenhaus in Shanghai beispielsweise warten zahlreiche Menschen auf ihre Behandlung – neben ihnen liegen mehrere Leichen.

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"Wir Chinesen sind zu viele"

Statt Krankenhäuser auszubauen und mehr Intensivbetten zu schaffen, hat China vielmehr auf Quarantänelager für Zehntausende Menschen gesetzt. Zudem waren keine Vorräte an Medikamenten angelegt worden. Fieber- und Erkältungsmedizin oder Schnelltests waren sofort nach der Lockerung ausverkauft. Auch nach zwei Wochen fehlt der Nachschub: "Wir Chinesen sind zu viele", erklärt eine Apothekerin ihre leeren Regale.

Offizielle Zahlen zur Infektionslage gibt es nicht mehr, aber allein von den 21 Millionen Pekingern ist nach groben Schätzungen mehr als jeder Zweite erkrankt. Viele Restaurants, Unternehmen, Geschäfte und Banken haben geschlossen. Erst wochenlanger Lockdown, jetzt kranke Mitarbeiter: Viele Läden und Restaurants haben wirtschaftlich nicht überlebt, wie verklebte Fensterfronten in Einkaufszentren zeigen.

Rückkehr zu voller Normalität im Frühjahr erwartet

Lange hatte die chinesische Führung ihre Null-Covid-Strategie als Zeichen für die Überlegenheit des kommunistischen Systems gegenüber westlichen Gesellschaften gepriesen. Eindringlich warnte sie das Volk vor den Gefahren des Corona-Virus und den Folgeschäden. Doch jetzt, wo die Maßnahmen nicht mehr greifen und der Preis für die zweitgrößte Volkswirtschaft steigt, werden das Risiko und die Schwere der Erkrankung mit ähnlicher Vehemenz heruntergespielt und die bisherige Politik als "völlig korrekt" verteidigt.

Die staatliche Propaganda wird nicht müde davon zu sprechen, dass die Kehrtwende oder vielmehr "Optimierung", wie es beschönigend heißt, "zum richtigen Zeitpunkt" gekommen sei – auch ungeachtet der winterlichen Erkältungszeit. Die Pandemie sei jetzt "kontrollierbar", beteuert man. "Eine Rückkehr zu voller Normalität kann im Frühjahr erwartet werden", will die "China Daily" Hoffnung machen.

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Experten: Es werden noch drei Corona-Wellen durchs Land rollen

Vorher werden aber noch drei Corona-Wellen durch das Land rollen, wie Experten vorhersagen. Die erste wird bis Mitte Januar städtische Gebiete betreffen. Die zweite dürfte bis Mitte Februar folgen, wenn Hunderte Millionen Menschen zum chinesischen Neujahrsfest am 22. Januar traditionell in ihre Heimatdörfer reisen. Mit der Rückkehr der Reisenden ist dann die dritte Infektionswelle bis Mitte März zu erwarten. Am Ende werden sich 80 bis 90 Prozent der 1,4 Milliarden Chinesen angesteckt haben, sagen die Experten vorher.

Auch wenn die Krankheit mit Omikron nicht mehr so schwer verläuft, drohen China nach mehreren Studien zwischen einigen Hunderttausend bis hin zu fast einer Million Tote. Die Höhe hängt davon ab, wie schnell mit Booster-Präparaten geimpft wird, Medikamente zur Behandlung eingesetzt werden, wie viel Maske getragen wird oder welche öffentlichen und sozialen Gesundheitsmaßnahmen ergriffen werden.

Krematorien in Peking haben heute schon lange Wartezeiten. "Seit der Covid-Öffnung sind wir mit Arbeit überlastet", schildert eine Mitarbeiterin der Dongjiao-Einäscherungsanstalt dem "Wall Street Journal" die Situation. "Im Moment sind es 24 Stunden am Tag. Wir kommen nicht nach." Viele Covid-Opfer werden in der Statistik aber gar nicht gezählt, weil die Todesursache an Vorerkrankungen festgemacht wird. Nur wer nach einer Infektion an Lungenentzündung oder Versagen der Atemwege gestorben ist, wird nach einer sehr engen neuen Definition auch als Corona-Toter gezählt.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • twitter.com: Profil von @jenniferzeng97
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