Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomePolitikDeutschlandGesellschaft

Antisemitismusskandal im Kanzleramt: Das fatale Schweigen von Olaf Scholz


Das fatale Schweigen des Kanzlers

Von Miriam Hollstein

17.08.2022Lesedauer: 2 Min.
Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Empörung über Holocaust-Vergleich: Der Palästinenserpräsident sorgte bei seinem Deutschland-Besuch für einen internationalen Eklat. (Quelle: Reuters)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für ein VideoPrügel-Eklat im türkischen ParlamentSymbolbild für einen TextExperten fürchten Millionengrab in BremenSymbolbild für einen Text"Promi Big Brother": Zwei Stars sind rausSymbolbild für einen TextEU-Land meldet Leck bei AKW-TestSymbolbild für ein VideoSo feiern Marokko-Fans die WM-SensationSymbolbild für einen TextSchweinsteiger verblüfft mit AussageSymbolbild für einen TextEx-KZ-Sekretärin: "Es tut mir leid"Symbolbild für einen TextFrau vor 29 Jahren getötet – neue HinweiseSymbolbild für einen TextFormel-1-Star ist wieder SingleSymbolbild für einen TextKirstie Alley: Todesursache bekanntSymbolbild für einen TextWeihnachtsmarkt-Angriffe: Mehr SecuritySymbolbild für einen Watson TeaserMbappé reagiert deutlich auf Spanien-AusSymbolbild für einen TextLounge 777 – das Gratis-Casino mit hohen Jackpots
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Palästinenserführer Mahmud Abbas hat bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt den Holocaust relativiert. Warum Scholz nicht reagierte – es aber hätte tun müssen.

Wer es in der Spitzenpolitik weit bringen will, muss vor allem eines können: sich im Griff haben. Die Geschichte ist voll mit Fällen, in denen Politiker an einer unbeherrschten Geste, einer Äußerung gescheitert sind. Zwei Beispiele aus Deutschland: 2021 versetzte Unions-Spitzenkandidat Armin Laschet mit einem unbedachten Lachen im Gebiet der Flutkatastrophe seiner Kanzlerkandidatur den Todesstoß. Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne), die ebenfalls wegen ihres Verhaltens während der Flutkatastrophe in der Kritik stand, gab sich mit einem emotionalen Presseauftritt den Rest.

Die Königsdisziplin für Kanzler

GERMANY-PALESTINIANS/
Der Kanzler in der Kritik: Angesichts der ungeheuerlichen Äußerungen von Mahmud Abbas im Kanzleramt hätte Olaf Scholz widersprechen müssen. (Quelle: LISI NIESNER/Reuters)

Regierungschefs müssen die Kunst der Selbstbeherrschung noch stärker verinnerlicht haben als andere. Denn sie stehen unter besonderer Beobachtung. Ein falsches Wort kann eine internationale Krise oder sogar Kriege auslösen. Auch treffen sie in ihrem Amt auf die unterschiedlichsten Gesprächspartner: auf vernünftige Demokraten, aber auch irrationale Despoten. Sich nichts anmerken zu lassen, wenn ein Staatsgast gerade wieder einmal den größten Mist von sich gibt, diplomatisch zu bleiben, ist gewissermaßen eine Königsdisziplin für Kanzler und Präsidenten.

Nur so ist zu erklären, warum Olaf Scholz am Dienstag schwieg, als Palästinenserführer Mahmud Abbas bei einer gemeinsamen Pressekonferenz die israelischen Militärinterventionen im Gaza-Streifen mit dem größten Menschheitsverbrechen der Geschichte verglich.

Auch sein Sprecher Steffen Hebestreit verhielt sich ganz so, wie er es für diese Rolle gelernt hat. Er ließ sich nichts anmerken und moderierte die Veranstaltung ab. Das war ein Fehler. Denn so wichtig die Beherrschung der Reflexe sein mag, in einem Punkt gilt sie nicht: wenn es um den Holocaust geht. Hier muss vielmehr der Reflex sein, immer und überall gegenzuhalten, wenn es Versuche gibt, diesen zu leugnen oder zu relativieren. Auch wenn man damit den Gast vermeintlich "vor den Kopf stößt". Wer den Holocaust kleinreden will (und dann auch noch bei einem Besuch in Deutschland), muss das klare Signal erhalten, dass dies nicht hingenommen wird.

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

Wie hätte sich Merkel verhalten?

Wie hätte sich Scholz' Vorgängerin Angela Merkel verhalten? Auch sie kontrollierte ihre Gefühle manchmal bis zur Selbstverleugnung. Und doch spricht viel dafür, dass sie hier interveniert hätte. Nie hat sie Zweifel gelassen, dass die Sicherheit Israels für sie ein unverhandelbarer Teil der deutschen Staatsräson ist. Dazu gehört auch der kompromisslose Kampf gegen Antisemitismus.

Niemand, der Olaf Scholz kennt, wird infrage stellen, dass er sich nicht der Besonderheit der deutsch-israelischen Beziehungen bewusst ist. Umso wichtiger aber ist es, dass er dies auch öffentlich demonstriert. Und so falsch sein Sprecher reagiert haben mag: Natürlich hätte der Kanzler sich selbst noch einmal zu Wort melden können, ja, melden müssen. Es mag richtig sein, sich so gut wie alle Reflexe in der Politik abzutrainieren. Der Reflex, der Relativierung des Holocausts zu widersprechen, gehört definitiv nicht dazu.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
"Das könnte sich als ein großer Fehler erweisen"
  • Marc von Lüpke-Schwarz
Marc von Lüpke
Armin LaschetDeutschlandOlaf Scholz

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website