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Grass nimmt nichts zur├╝ck

Von afp, dpa
Aktualisiert am 06.04.2012Lesedauer: 3 Min.
G├╝nter Grass: "Mit letzter Tinte" hat der Schriftsteller f├╝r einen riesigen Paukenschlag gesorgt
G├╝nter Grass: "Mit letzter Tinte" hat der Schriftsteller f├╝r einen riesigen Paukenschlag gesorgt (Quelle: /dapd)
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Kampagne, Gleichschaltung, Klischees: Mit starken Worten wehrt sich Literaturnobelpreistr├Ąger G├╝nter Grass (84) gegen die Emp├Ârung ├╝ber seine Israel-Kritik. Er habe mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" dazu aufrufen wollen, dass sowohl Israel als auch Iran ihre Atomanlagen internationaler Kontrolle unterwerfen sollten, sagte Grass. Sollte Israel - vermutlich mit konventionellen Bomben und Sprengk├Âpfen - Irans Atomanlagen angreifen, k├Ânnte das zum Dritten Weltkrieg f├╝hren, warnte der Schriftsteller. Lesen Sie das komplette Gedicht hier.

"Der Tenor durchgehend ist, sich blo├č nicht auf den Inhalt des Gedichtes einlassen, sondern eine Kampagne gegen mich zu f├╝hren und zu behaupten, mein Ruf sei f├╝r alle Zeit gesch├Ądigt", sagte Grass in einem NDR-Interview. "Widerrufen werde ich auf keinen Fall", sagte er dem TV-Magazin "Kulturzeit" (3sat).


G├╝nter Grass - streitbarer Literat von Weltrang

Mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" sorgt G├╝nter Grass im April 2012 f├╝r einen Skandal. In dem St├╝ck ├╝bt der Schriftsteller scharfe Kritik an Israel.
Was seine politische ├ťberzeugung angeht, hat der Schriftsteller noch nie ein Blatt vor den Mund genommen: So spricht er sich 1990 gegen eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten aus. Als seinem Kollegen Martin Walser wegen seines Buches "Tod eines Kritikers" Antisemitismus vorgeworfen wird, stellt sich Grass hinter ihn.
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Pulverfass Naher Osten

Der 84-j├Ąhrige Schriftsteller verwies auf die explosive Lage im Nahen Osten, die sich bei einem Pr├Ąventivschlag Israels zu einem Fl├Ąchenbrand ausweiten k├Ânne. Pr├Ąventivschl├Ąge seien nicht vertretbar. Dies habe sich beim letzten Irakkrieg gezeigt, bei dem unter dem nachweislich falschen Vorwurf, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen, der Krieg begonnen worden sei. Bei Iran sei bisher keine Atombombe oder ein weitreichendes Raketentr├Ągersystem nachgewiesen worden.

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Als Fehler bezeichnetes es der Autor, dass in seinem Gedicht von Israel und nicht konkret von Israels Regierung die Rede sei. Er hege gro├če Sympathien f├╝r das Land und w├╝nsche, dass es auch in Zukunft Bestand habe.

"Gleichschaltung der Meinung"

Zur Kritik sagte Grass im NDR: "Es werden alte Klischees bem├╝ht. Und es ist zum Teil ja auch verletzend. Es wird sofort, was ja auch zu vermuten war, mit dem Begriff Antisemitismus gearbeitet." Er f├╝gte hinzu: "Es ist mir aufgefallen, dass in einem demokratischen Land, in dem Pressefreiheit herrscht, eine gewisse Gleichschaltung der Meinung im Vordergrund steht und eine Weigerung, auf den Inhalt, die Fragestellungen, die ich hier anf├╝hre, ├╝berhaupt einzugehen."

In seinem Gedicht hatte Grass geschrieben: "Die Atommacht Israel gef├Ąhrdet den ohnehin br├╝chigen Weltfrieden." Gleichzeitig warf er sich darin vor, zu lange dar├╝ber geschwiegen zu haben. Der Text l├Âste heftige Reaktionen aus. Kritiker sprachen von einem "Dokument der Rache" sowie Ausdruck eines "politisch korrekten Antisemitismus".

Netanjahu ├╝bt heftige Kritik

Der israelische Ministerpr├Ąsident Benjamin Netanjahu reagierte mit scharfen Worten auf das Gedicht von Grass. "Die sch├Ąndliche Gleichstellung Israels mit dem Iran, einem Regime, das den Holocaust leugnet und damit droht, Israel zu vernichten, sagt wenig ├╝ber Israel, aber viel ├╝ber Herrn Grass aus", hie├č es in einer Mitteilung seines B├╝ros.

Ins Gewicht f├Ąllt bei den Reaktionen auch, dass Grass mehr als sechs Jahrzehnte verschwiegen hatte, dass er als Junge in die Waffen-SS eingezogen wurde und erst 2006 in seinen Memoiren dar├╝ber sprach. Der amerikanische Autor und Holocaust-├ťberlebende Elie Wiesel fragte in der israelischen Zeitung "Jediot Achronot": "Ist der alte Deutsche pl├Âtzlich zur├╝ckgekehrt und hat sein Haupt erhoben?".

"Dokument der Rache"

Der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses Axel Springer, Mathias D├Âpfner, schrieb in der "Bild"-Zeitung, Grass verbreite im raunenden Ton des Moralisten politisch korrekten Antisemitismus. Er versuche die Schuld der Deutschen am Holocaust zu relativieren, indem er die Juden zu T├Ątern mache. Der Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Frank Schirrmacher, sprach von einem "Machwerk des Ressentiments" und einem "Dokument der Rache".

Unterst├╝tzung erhielt Grass vom Pr├Ąsidenten der Berliner Akademie der K├╝nste, Klaus Staeck. In einem freien Land m├╝sse auch scharfe Kritik "unter Freunden" m├Âglich sein, "ohne reflexhaft jetzt als Antisemit verd├Ąchtigt zu werden", sagte Staeck im Deutschlandradio Kultur. Es d├╝rfe keine "Tabuzonen" geben.

Lob von der iranischen Nachrichtenagentur

Der Verleger von Grass in Israel betonte das Recht seines Autors, seine Meinung frei zu ├Ąu├čern. "Wir stehen zu ihm als Schriftsteller. Zu seinem Gedicht ├Ąu├čern wir uns aber nicht", sagte Ziv Lewis vom Verlagshaus Kinneret in Tel Aviv.

Der Iran ├Ąu├čerte sich bislang nicht zu dem Gedicht. Zwar wurde in der Presse von dem Text und den internationalen Reaktionen darauf berichtet, aber eine offizielle Stellungnahme dazu gab bis zum Freitag nicht. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA lobte Grass wegen "eines Tabubruchs in einem Land, wo die Politik und Taten des zionistischen Regimes (Anm.: Israel) ohne Wenn und Aber unterst├╝tzt werden".

IRNA verurteilte die israelischen und westlichen Medien wegen deren "brutaler und zum Teil beleidigender Kritik" an Grass, nur weil dieser offen gesagt habe, dass nicht der Iran, sondern Israel die eigentliche Gefahr f├╝r den Weltfrieden sei.

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