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"Die Frauen m├╝ssen sich auf jeden Fall wehren"

t-online, Evelyn Bongiorno-Schielke

Aktualisiert am 06.01.2016Lesedauer: 4 Min.
Zahlreiche Menschen hatten sich an Silvester in K├Âln auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs versammelt.
Zahlreiche Menschen hatten sich an Silvester in K├Âln auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs versammelt. (Quelle: dpa-bilder)
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Die massiven sexuellen ├ťbergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in K├Âln schockieren die Menschen. Doch was k├Ânnen speziell junge Frauen in einer so gef├Ąhrlichen Situation tun?

t-online.de sprach mit dem Sozialpsychologen Rolf van Dick ├╝ber Verhaltensregeln f├╝r Frauen, aber auch ├╝ber die Gewaltbereitschaft arabischer junger M├Ąnner und mangelhafte Integration.

Herr van Dick, K├Âlns Oberb├╝rgermeisterin Henriette Reker hat den Frauen folgenden Rat gegeben: "Es ist immer eine M├Âglichkeit, eine gewisse Distanz zu halten, die weiter als eine Arml├Ąnge betrifft". Ist das effektiv?

Van Dick: Das ist nat├╝rlich in dieser konkreten Situation Quatsch. Au├čerdem klingt es so, als sage man den Frauen, ihr seid selber schuld.

In K├Âln wurden mehrere Frauen von einer Gruppe alkoholisierter M├Ąnner eingekesselt und bel├Ąstigt - was l├Ąsst sich da noch machen?

Generell hilft es nur, die eventuell noch drum herum Stehenden, noch nicht bel├Ąstigten oder passiven Zuschauer pers├Ânlich anzusprechen und laut zu rufen. Etwa: 'Sie in der roten Jacke helfen Sie mir oder holen Sie die Polizei.' Ansonsten kann man bei dieser ├ťbermacht nichts machen.

Man sieht ja auch sonst ├Âfters, dass Menschen nicht helfen, sondern nur gaffen, wenn etwas passiert.

Ja, das ist der "By-Stander-Effekt". In einer gro├čen Menge schieben die Menschen Verantwortung ab, verstecken sich hinter der Anonymit├Ąt der Gruppe.

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Spielte dieser Massen-Aspekt auch bei den T├Ątern eine Rolle?

Ja, es soll sich ja um verschiedene kleinere Gruppen junger M├Ąnner gehandelt haben, die innerhalb einer gro├čen Masse von 1000 Leuten ├╝bergriffig geworden sind. In einer solchen Ansammlung, in der Dunkelheit und bei dem Krach der B├Âller, k├Ânnen sich die T├Ąter nat├╝rlich in der Anonymit├Ąt verstecken. Der Einzelne hat dann das Gef├╝hl: "Ich kann hier alles machen." Wenn dann noch Alkohol ins Spiel kommt, wirkt das sehr enthemmend.

Wenn Frauen - zum Beispiel an Karneval ausgehen - was sollten sie beachten?

Die Frauen sind durch die Taten in K├Âln vorgewarnt. Sie sollten generell eher in Gruppen als alleine weggehen, rechtzeitig Schutz suchen und direkt um Hilfe bitten und - ganz wichtig: selbstbewusst auftreten und sich wehren, wenn sie angegangen werden.

Was ist besonders effektiv?

In Selbstverteidigungskursen lernen M├Ądchen, wo sie bei M├Ąnnern hintreten m├╝ssen. Also nicht etwa zwischen die Beine, daf├╝r ist der Weg n├Ąmlich zu lang, sondern am besten gegen das Schienbein.

Sich passiv vergewaltigen zu lassen, ist keine Option. Das k├Ânnten auch die T├Ąter in einem sp├Ąteren Prozess f├╝r sich nutzen - nach dem Motto: Sie hat doch mitgemacht.

Nach Augenzeugenberichten soll es sich bei den T├Ątern um M├Ąnner aus dem nordafrikanischen Kulturkreis handeln.

In diesem Fall k├Ânnte es den Frauen helfen, besonders selbstsicher und wehrhaft aufzutreten, denn das sind manche M├Ąnner aus diesem Kulturkreis nicht gewohnt. Es k├Ânnte sie verunsichern und den Frauen die Chance zur Flucht geben.

Nach diesen Taten werden jetzt Vorw├╝rfe laut, dass diese arabischen M├Ąnner besonders gewaltbereit gegen├╝ber Frauen sind. Was denken Sie dazu?

Zun├Ąchst einmal m├╝ssen wir abwarten, was bei den Ermittlungen rauskommt und wer wirklich die Schuldigen sind. Auch deutsche M├Ąnner, die alkoholisiert in Massen unterwegs sind, k├Ânnen enthemmt und ├╝bergriffig werden.

Was man aber nicht kleinreden und ignorieren darf: M├Ąnner aus dem muslimischen Kulturkreis stammen oft aus Familien, in denen die Frau wenig zu sagen hat. Jungen erleben, dass der Vater der Herr im Haus ist und Mutter und Schwestern ihn zu bedienen haben.

In Deutschland sind Frauen und M├Ąnner gleichberechtigt. Dieser Grundsatz muss aber auch f├╝r Zuwanderer gelten.

Ja, unbedingt. Man darf aber nicht vergessen, dass es in Deutschland mit der Verwirklichung der Gleichberechtigung auch noch nicht so lange her ist, wenn man an die 50er und 60er Jahre denkt. Erst in den 70er Jahren durften Frauen ohne Genehmigung ihrer Ehem├Ąnner arbeiten gehen, den F├╝hrerschein machen oder Fu├čball spielen.

Es geht also um einen Lernprozess auch bei Migranten, dass Frauen in unserer Gesellschaft eine gleichberechtigte Rolle haben?

Ja, auf jeden Fall. Bereits Jungen sollte in den Schulen, in den Vereinen oder im Sport durch verantwortungsbewusste Lehrer und Trainer gezeigt werden, welche Werte und Verhaltensweisen wichtig sind.

Besteht die Gefahr, dass die Stimmung in der Bev├Âlkerung gegen├╝ber Ausl├Ąndern und Fl├╝chtlingen kippt?

Ja, darum muss die Polizei die F├Ąlle schnell aufkl├Ąren und den Mythen, die Pegida und die AfD vertreten, dass der Staat bei Straftaten von Ausl├Ąndern wegschaut, entgegentreten.

Auch bei den Fl├╝chtlingen gibt es unterschiedliche Gruppen und Menschen, die man nicht ├╝ber einen Kamm scheren darf. Bei den rund 4000 Fl├╝chtlingen, die wir in Frankfurt haben, geht es sehr friedlich zu.

Oft leben die Fl├╝chtlinge aber auch sehr beengt und es ist von Schl├Ągereien die Rede.

Es gibt auch Unterk├╝nfte, in denen 500 M├Ąnner zusammengepfercht leben. Sie sind alleine, ihnen ist langweilig, sie haben wenig Platz. In einer solchen Situation k├Ânnte es - auch unter Deutschen - zu Frust und Aggressionen kommen.

Was sollte die Politik jetzt tun?

Deutschland hat zulange die Tatsache verdr├Ąngt, dass wir ein Einwanderungsland sind. Es ist wichtig, dass sich die Politik endlich des Themas der Integration annimmt. Dazu geh├Ârt auch, dass es mehr Geld geben muss, damit Sozialarbeiter in die Fl├╝chtlingsunterk├╝nfte hineingehen und Kontakt zu den Menschen aufnehmen.

Das Interview f├╝hrte Evelyn Bongiorno-Schielke.

Rolf van Dick, Jahrgang 1967, ist Sozialpsychologe und lehrt am Institut f├╝r Psychologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universit├Ąt in Frankfurt am Main. Sein Forschungsschwerpunkt sind soziale Prozesse in und zwischen Gruppen. Van Dick ist der Autor von ├╝ber 200 Publikationen zum Thema.

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