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Retouren-Skandal: Amazon zerstört massenhaft zurückgegebene Artikel

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Online-Händler rechtfertigt sich  

Amazon zerstört massenhaft zurückgegebene Artikel

11.06.2018, 10:17 Uhr | dpa, hd

Retouren-Skandal: Amazon zerstört massenhaft zurückgegebene Artikel. Amazon Logo: Logistikzentrum in Dortmund auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhuette.  (Quelle: imago/S. Ziese)

Amazon Logo: Logistikzentrum in Dortmund auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhuette. (Quelle: S. Ziese/imago)

Der Onlinehändler Amazon vernichtet nach Informationen des ZDF und der "Wirtschaftswoche" zurückgegebene und noch neuwertige Produkte. Dazu zählten Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, Handys und Tablets. Amazon betont, dass viele Artikel weiterverkauft oder gespendet würden.

Dem Bericht zufolge kritisierten mehrere Mitarbeiter, auch funktionstüchtige, teils sogar neue Produkte würden zerstört. Eine Mitarbeiterin berichtete demnach, dass sie jeden Tag Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro vernichtet habe. Das ZDF berichtet in seinem Magazin "Frontal 21" am kommenden Dienstag über seine Recherchen, die "Wirtschaftswoche" in ihrer aktuellen Ausgabe.

Auf Nachfrage von t-online.der erklärt Amazon Deutschland: "Für Produkte, die von Kunden zurückgegeben oder nicht verkauft werden, haben wir mehrere Programme, um die Entsorgung von Produkten weiter zu reduzieren. Hierzu gehört der Verkauf von zurückgegebenen Produkten über Amazon Warehouse, Produkte an gemeinnützige Organisationen zu spenden, sie zu recyceln oder an Wiederverkäufer weiterzugeben, die sie weiter veräußern."

Jede Rücksendung an Amazon durchlaufe eine strenge Inspektion, werde qualitätsgeprüft und falls erforderlich repariert, neu verpackt und, wenn möglich, auf amazon.de/warehousedeals weiterverkauft, erklärte Amazon-Sprecher Daniel Kälicke. Amazon arbeite auch mit der gemeinnützigen Plattform "innatura" zusammen, die Sachspenden an gemeinnützige Organisationen vermittelt. "Auf diesem Wege haben bereits rund 500 soziale Einrichtungen von Amazon-Spenden profitiert, unter anderem Spielzeug, Schuhe, Kleidung oder Drogerie-Artikel. Für Lebensmittelspenden arbeiten wir mit einer Reihe von lokalen Tafeln zusammen", so Kälicke zu t-online.de.

Bundesregierung kritisiert Praxis und fordert Aufklärung

Wenn Produkte nicht verkauft, weiterverkauft oder gespendet werden können, arbeite Amazon mit Aufkäufern von Restbeständen, die diese Waren über andere Kanäle weiterverkaufen. Amazon bestreitet nicht, Artikel zu entsorgen. Über die genaue Anzahl gibt der Online-Händler keine Auskunft.

Heftige Kritik an der vom ZDF und der "Wirtschaftswoche" aufgedeckten Praxis kam von der Bundesregierung. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth forderte Amazon auf, die Vorwürfe aufzuklären. Er sprach von einem "riesengroßen Skandal" und kritisierte die damit verbundene Ressourcenverschwendung. Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer nannte die Praxis "unverantwortlich".

"Unverantwortliche Verschwendung von Ressourcen"

Auch das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz forderte Aufklärung. Verbraucher rechneten "natürlich" nicht damit, dass die Produkte, die sie zurücksenden, entsorgt werden, sagte Staatssekretär Gerd Billen dem "Tagesspiegel" vom Samstag. "Eine solche Verschwendung wertvoller Ressourcen ist unverantwortlich." Amazon müsse die Vorwürfe aufklären und die Praxis einstellen, forderte Billen. Die Organisation Greenpeace forderte ein gesetzliches Verschwendungs- und Vernichtungsverbot für neuwertige und gebrauchsfähige Ware.

Hohe Retouren-Zahl ist ein generelles Problem

Die hohe Zahl der Retouren ist für Online-Händler generell ein Problem, da viele Kunden Waren quasi zur Ansicht kaufen – diese Artikel gehen oft beschädigt oder mit Gebrauchsspuren zurück. Die Universität Bamberg schätzte die Zahl der von Kunden zurückgeschickten Sendungen in Deutschland bereits 2012 auf 250 Millionen. Seither hat der Online-Handel stark zugenommen.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Eigene Recherche

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